Von news.de-Redakteur Björn Menzel
Der Rapper Sido ist bekannt für seine provozierenden Texte und gewagten Aussagen. Nun trifft er sich mit Schülern, um über Toleranz und Respekt zu sprechen. Und sinniert dabei ausgerechnet über die Frage, ob er als Lehrer geeignet wäre.
Wer war eigentlich noch mal Sido? Genau, das ist doch der mit der Maske. Ganz leicht zu erkennen. Wenn einer eine verchromte Totenkopfmaske auf hat, dann ist es Sido. So und nicht anders wird es sein. Die Mittelschule Nummer 16 in Leipzig, leider trägt sie keinen Namen, sondern nur eine Nummer, hat sich auf seinen Besuch vorbereitet. Eine Popwelle der ARD beschallt den Pausenhof. Sido-Musik ist nicht dabei.
Es ist Projekttag. Den Schülern soll Europa näher gebracht werden. Auf dem Plan steht auch eine Stunde mit Sido. Das Thema: Toleranz und Respekt, eine Diskussion. Was Sido mit Toleranz und Respekt zu tun hat, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Egal. Der Klassenraum 207 ist präpariert, die ganze Schule ist präpariert. Besucher werden einzeln in die zweite Etage geleitet. Fotos müssen vor der Veröffentlichung vom Sido-Management freigegeben werden. Fragen zu seinem Verwandten und Superstar Menowin sind nicht erlaubt. Wenn es weiter nichts ist.
Im Klassenraum hängen Plakate, auf denen steht, dass Rauchen doof ist. Stimmt: Es geht ja heute um Respekt und Toleranz. Ansonsten hat die Schule den Charme der 1970er Jahre noch nicht verdrängt. Auch nicht den Geruch. Vorne stehen zwei Kunststoffstühle. Auf dem Tisch liegen Schokoriegel. Sido soll sich schon im Raum befinden. Aber da ist niemand mit Maske. Aha. Sido trägt sie gar nicht mehr - angeblich seit Jahren schon. Warum? Er will sich nicht mehr verstecken. Komisch, denn mit verchromtem Gesicht wäre er mehr aufgefallen. Sido-Logik. Die Schüler können Fragen stellen.
Wann warst du denn das letzte Mal in einer Schule?
Sido (macht sich nun eine Colaflasche auf): Das war vor 14 Jahren gewesen.
Wann hast du deinen ersten Song gesungen?
Sido: Da war ich 13. Das war für die Schwester von einer Freundin vom Kumpel. Sitzt eigentlich meine Frisur noch, falls ihr das auf YouTube stellt?
Die Frisur sitzt noch. Ohne Maske vor dem Gesicht muss man sich diese Sorgen machen. Die Schüler filmen mit ihren Handys auch fleißig mit. Weitere Fragen haben sie erst einmal nicht. Sie begnügen sich damit, mit Sido in einem Raum zu sein. Der Rapper hat sich selbst auch nicht zum Thema Toleranz und Respekt vorbereitet. Wie auch, wenn man erst einen Tag zuvor davon erfährt. Die Schüler finden das cool. Und das findet Sido wiederum cool. Mit Hornbrille und in schwarzer Lederjacke mit Stehkragen sitzt er da.
Ach ja, ist dir Respekt und Toleranz wichtig?
Sido: Toleranz ist mir wichtig. Und Respekt auch. Aber Toleranz ist mir wichtiger.
Der böse Rapper Sido erfindet sich gerade neu. Denn natürlich sollen die Schüler zur Schule gehen, referiert er. Und natürlich müssen sie etwas lernen. Auch wenn er selbst kein gutes Vorbild ist. Raufereien und von der Schule fliegen und so. Er ist auch nur mit viel Fleiß dahin gekommen, wo er jetzt steht. Nämlich genau dort, wo er sich aussuchen kann, was er machen will. Jetzt gerade will er sich einen Fünf-Tage-Bart stehen lassen und einmal laut in den Klassenraum rülpsen.
In welchem Song hast du das meiste Gefühl verarbeitet?
Sido: Was denkst du denn?
Arschfickersong?
Sido: Da ist auf jeden Fall viel Herz drin.
Und würdest du gern Lehrer sein?
Sido: Nö. Von mir könnt ihr nichts lernen. Ich will keine Scheiße reden in der Schule.
Die Schüler lachen. Auch wenn es Sido ernst meint. Am Ende klatschen sie sogar. Eine Schulstunde ganz nach ihrem Geschmack. Drei Schüler pro Klasse sitzen dem Rapper gegenüber. Mehr nicht. Vier Jungs, die so aussehen wie Sido vor fünf Jahren, nur ohne Maske, wollten sich noch in den Raum schleichen. Keine Chance. Das wäre dem Rapper früher nicht passiert. Sido hat sich in der Schule so schnell nichts gefallen lassen. Obwohl Ossis und Brillenträger in seiner Klasse in Westberlin kurz nach der Maueröffnung gemobbt wurden. Sido kam aus dem Osten und er trug eine Brille.
Was heißt eigentlich Sido?
Sido: Ihr könnt mich Siggi nennen. So können mich meine Freunde nennen. Früher war Sido die Abkürzung für «Scheiße in dieses Ohr», heute für «Super intelligentes Drogen-Opfer». Aber ich bin ja gar nicht super intelligent.
Sido nippt noch immer an seiner ersten Cola, obwohl ihm gleich fünf Flaschen hingestellt wurden. Auf seinem linken Handrücken hat er sich sein Geburtsdatum tätowieren lassen. Aus dem rechten Zeigefinger steht das Wort «Claudia». Wie viele Tattoos er insgesamt hat, weiß er nicht. Doch es könnten demnächst mehr werden. Am 1. Juli will Sido seinen ersten Tattoo-Laden eröffnen und dann auch selber stechen lernen. Eine Maschine hat er jetzt immer schon dabei.
Letzte Frage. Wie findest du Oliver Pocher?
Sido: Pocher ist ein arrogantes Arschloch.
Somit ist das auch geklärt - im Respekt- und Toleranzseminar.
ruk/reu/news.de
also sido war ja unsere schule ich fands nich soo aufregend ich war lieber draußen un habe gechillt das ganze geschreie ging ein auf dem sa.. un dan noch die kontrolln wegn spitzen gegenständen es war nervig es is gott sei dank auch vorbei
jetzt antwortenKommentar meldenahhh ! einer der sich auskennt. liest sich zumindest so als wärest du mixa auch begegnet, weil du scheinbar weisst wie es sich unter männern anhört, und was sido auf den "rechten weg" bringen würde. ausserdem habe ich westerwelle sehr wohl schon singen sehen...die nationalhymne. aber ob er singt oder nicht hat nicht im geringsten mit meiner frage zu tun.
jetzt antwortenKommentar meldenDem Rapper Sido hat eine Erziehung durch Mixa gefehlt. Er führt einen akustischen Geschlechtsakt zwischen Männern vor und lässt sich von Minderjährigen in einer Schule im Beisein des Lehrers bewundern. Westerwelle singt nicht.
jetzt antwortenKommentar meldenich kenne das arschf...er lied nicht. nie gehört. da ich mir sidos machwerke sowieso nicht kaufe, wäre es interessant hier zu erfahren worum es denn in dem song geht. hat das etwas mit westerwelle zu tun, oder ist der song schon älter ?
jetzt antwortenKommentar meldenDer Mann ist ja eklig. Hoffentlich wurde die Schule nach seinem säuischen Auftritt desinfiziert. Wo hat das Schwein bloss seine Erziehung erfahren. Die anwesenden Lehrer klatschen auch noch Beifall ! Tiefer runter geht´s nicht mehr. Absoluter Abschaum.
jetzt antwortenKommentar meldenEinfach zum Kotzen. Deutschlands Zukunft!
jetzt antwortenKommentar meldenDer Ableger oder Wiederbegründer des Mob`s als Vorbild. Und der Mob bringt es in Deutschland zu was. Das nenne wer will kritischen Journalismus. Zu Ar..fi..rn sagt ER an dieser Stelle nichts, auch zur deren Anmut in Politik, Kunst und Perversion. Deutschland ist anscheinend nicht nur schwachsinnig, sondern auch oberflächlich geworden. Wie K 1 wundere ich mich über die Lehrer, die ein Projekt wie dieses durchführen. Am Besten macht man den Schuppen Nr 16 dicht. Und da die Schulen sowieso nichts mehr das sind, was sie waren, ebenso. Schulbesuch ist Verstoss gegen die eigene Bildungspflicht.
jetzt antwortenKommentar meldenSo ein Schwachsinn dürfte Journalisten keine Zeile wert sein,wie dekadent ist denn unserer Gesellschaft solche Figuren an Schulen auftreten zu lassen,tiefer geht es wohl nicht - ich bin bestimmt gegenüber jugendlichen Empfindungen gegenüber sehr aufgeschlossen,man muss auch nicht alles verstehen was jugendliche Empfinden das ist ein Privileg der Jugend und jede Epoche hat seine Zeit,aber wie will eine Gesellschaft die Zukunft gestalten wenn jegliche Werte mit Füssen getreten werden, oder soll dies vom politischen Denken ablenken.
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