Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Es wird heiß im Kino: Der Sommer 2010 bietet Blutsauger-Erotik, viel Geballer, einen grünen Weltenretter, einen Traumräuber und Tiefenschärfe. News.de stellt die Höhepunkte des Kinosommers vor. Wer braucht da schon Strandwetter?
Ganz egal, ob wir in diesem Sommer verbrutzeln oder uns unter Regenschirmen verkriechen: Das Kino ist immer der ideale Ort – wohl temperiert und trocken. Und zu viel Sonne ist ja ohnehin nicht gesund. Auch wenn es sich anders anfühlt: Der Sommer ist offiziell eröffnet und damit eine spannende Kinosaison. News.de stellt die Höhepunkte vor.
Der Juli beginnt und endet mit jeweils einem 3D-Spektakel: Für immer Shrek und Toy Story 3. Auch wenn es wieder aufgebrühte Erfolgsformate sind – für Kinder sind die beiden Filme eine echte Konkurrenz zu Wasserrutsche und Erdbeereis.
In Für immer Shrek (Kinostart 30. Juni) schlägt sich der grüne Tollpatsch Shrek mit dem Alltag des Familienlebens herum. Rabauken-Streifzüge mit Esel und Kater gehören der Vergangenheit an. Dann kommt Rumpelstilzchen daher und offeriert Shrek ein verlockendes Angebot: Für einen Tag darf er sich wieder wie ein richtiger Oger fühlen, dafür bekommt das Rumpelstilzchen einen Tag in Shreks Leben. Klingt vernünftig, aber weil der aufbrausende Winzling ausgerechnet Shreks Geburtstag wählt, gibt es plötzlich eine Welt ohne Shrek und das Königreich «Weit weit weg» ist in Rumpelstilzchens Händen. Nur ein Tag bleibt dem knollennasigen Sympathieträger, um die Welt zu retten.
Im dritten und dreidimensionalen Aufwasch des Zeichentrickfilms Toy Story (Kinostart: 29. Juli) ist die Spielzeugtruppe um Cowboy Woody und Raumfahrer Buzz plötzlich arbeitslos, weil der ehemals kleine Andy jetzt groß ist und aufs College geht. Die neue Unterkunft der bunten Gesellen ist ein Albtraum: die Kindertagesstätte Sunnyside. Ein Ausbruchsplan muss her. Die Chancen stehen gut, dass der Film auch in Deutschland ein echter Knüller wird: In den USA hat der Kinderfilm am vergangenen Wochenende schon 109 Millionen Dollar eingespielt und selbst die New York Times ist begeistert.
Flirren im Kinosessel
Wer bei all der sommerlichen Entspannung den Nervenkitzel sucht, ist wiederum bei Predators richtig. Nach zwei Predator-Filmen und zwei Alien vs Predator-Streifen wagt sich Regisseur Nimród Antal diesmal auf den Heimatplaneten der fleischfressenden Jäger und schickt eine Truppe Söldner in die Fänge der wenig gastfreundlichen Aliens. Der Film verspricht intensive Spannung und viele Schrecksekunden - wenn draußen eine kühle Brise weht, flirren im Kinosessel die Nerven.
Mit einem roten Kringel und wahrscheinlich auch ein paar Herzchen werden sich viele Teenager wohl den 15. Juli markiert haben: An diesem Tag kommt der neue Twilight-Film Eclipse – Bis(s) zum Abendrot ins Kino: Diesmal muss sich Bella Swan (Kristen Stewart) entscheiden, ob sie Edward (Robert Pattinson) heiraten und ein Vampir werden soll. Die Mädchenherzen werden beim Anblick des Blutsauger-Beaus Pattinson mal wieder nur so dahinschmelzen. Stilecht dazu empfiehlt sich ein blutrotes Eis.
Wieder schöne Menschen, diesmal mit Waffen, erstrahlen im Film Knight and Day (Kinostart 22. Juli) auf der Leinwand: Tom Cruise und Cameron Diaz ballern sich durch eine Liebesgeschichte. Diaz darf das kreischende blonde Mädchen spielen, Cruise ihr immer wieder spektakulär das Leben retten. Motorradszenen, große Wummen und lockere Sprüche warten auf den Besucher dieses Sommerfilms.
Am gleichen Tag läuft außerdem Karate Kid an, in dem Jaden Smith, Sprößling von Will Smith, zeigen darf, wie viele Schauspieler-Gene in ihm stecken. Unter der Fuchtel von Jackie Chan soll der kleine Smith die Kunst des Kung Fu lernen, kontemplative Momente vor imposanter Landschaft, Geduldsproben und unzählige Liegestütze inklusive. Vielleicht ein Ansporn für den letzten Schliff an der Bademoden-Figur.
Natürlich geht eine Menge zu Bruch
Falls das nicht funktioniert, hilft nur noch die Flucht ins Unbewusste: Hilfestellung leistet der Film Inception (Kinostart 29. Juli) von Regisseur Christopher Nolan und mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Da hat es eine kriminelle Bande auf Träume abgesehen, die sie in die Köpfe anderer Menschen einschleust, um diese zu manipulieren. Der Trailer zum Film macht Lust auf einen düsteren und spannungsreichen Kinoabend.
Im August warten zwei Klassiker auf Freunde des testosterongetränkten Kinos: Das A-Team und Werner – Eiskalt. Regisseur Joe Carnahan wagt sich mit Das A-Team (Kinostart 12. August) an eine Fernseh-Instanz der 1980er Jahre und fährt mit Hannibal, Faceman, B.A. und Murdock eine Menge Krawumms auf. Natürlich basteln die Kollegen nach wie vor gerne Panzerfahrzeuge und B.A. weigert sich noch immer, in Flugzeuge zu steigen und zwischendurch geht eine ganze Menge zu Bruch. Der Zuschauer darf sich auch auf die Schauspieler Liam Neeson, Bradley Cooper und Jessica Biel freuen.
Mit Werner – Eiskalt (Kinostart: 19. August) kehrt der langnasige Zeichentrickprolet zurück, um sich Bölkstoff hinter die Binde zu kippen. Zeichner Brösel verarbeitet darin mit seinem Alter Ego Werner eigene Erfahrungen als Comic-Zeichner. Der Trailer gibt sich kryptisch, man darf gespannt sein.
Ein spektakulärer Fantasyfilm kommt am 19. August in die Kinos: Die Legende von Aang, beinahe ausschließlich mit unbekannten Schauspielern besetzt, erhebt den Anspruch ganz großer Hollywood-Produktionen. Wer sich den Urlaub nicht leisten kann, bekommt hier die Möglichkeit einer sparsamen Realitätsflucht mit hohem Erlebniswert.
Wunderbar kühl: The American
Eine Woche später startet The Expendables, ein Ballerfilm der härtesten Sorte mit Sylvester Stallone, Mickey Rourke und Jason Statham. Eine Truppe Söldner soll im Auftrag der Demokratie einen Diktator töten. Ein prima Anlass, ein Waffenarsenal abzufeuern und spektakuläre Explosionen zu inszenieren.
Von unbarmherzigen Sonnenstrahlen können sich die Augen im Film The American (Kinostart 9. September) erholen. Da versucht George Clooney unter der Regie von Anton Corbijn einen Ausstieg als Profikiller. Wunderbar kühl komponierte Bilder, ein smarter Mann, eine verführerische Frau und viel Gangster-Glamour – der ideale Cocktail für einen Spätsommerabend.
Der vierte Teil der Resident-Evil-Reihe kommt am 16. September in die Kinos. Paul W.S. Anderson hat die Regie des Streifens Resident Evil- Afterlife mit Milla Jovovich übernommen. Das Science-Fiction-Spektakel wird in 3D gezeigt und entführt den Zuschauer in eine apokalyptische Welt. Alice (Jovovich) stellt sich der bösen Umbrella Corporation, um die Welt zu retten. Viel ist davon nicht mehr übrig, nachdem ein Virus beinahe die gesamte Menschheit ausgelöscht hat.
Der Kinosommer 2010 verspricht viel Düsteres, manches Alberne, eine Menge Action und eine Flut an dreidimensionalen Bildern. Wer um die Weltmeisterschaft und das Wetter bangt, kann sich immer noch getrost an das üppige Kinoprogramm klammern oder gleich an die Popcorntüte.
voc/reu/news.de