«Super Mario Galaxy 2» Italienischer Planetenhüpfer

Super Mario Galaxy 2 (Foto)
Mario nimm die Beine in die Hand: Ein gefräßiger Kirby-Verschnitt macht Jagd auf den digitalen Klempner. Bild: Nintendo

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Schickt Nintendo seine Kultfigur Super Mario ins Spiel, ist der Kassenschlager vorprogrammiert. Obwohl nur ein Aufguss, dürfte das auch bei Marios zweiter Sternenreise der Fall sein. News.de meint: Das galaktische Abenteuer ist eines der besten Spiele des Jahres.

Rentenalter für Super Mario? Auf die Idee, seine Leitfigur in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken, kommt Publisher Nintendo noch lange nicht. Stattdessen turnt der digitale Klempner erneut über die Konsolen. Auf der Wii muss der kleine Italiener, dessen Markenzeichen die rote Mütze und der Blaumann sind, in Super Mario Galaxy 2 wieder in fremde Welten aufbrechen. Dorthin, wohin ein Mensch seinen Fuß in der Realität wohl nie setzen wird - wo aber ein verregneter Sommertag locker zu einem echten Fest wird.

Wer das Vorgängerspiel Super Mario Galaxy kennt, wird angesichts der schwachen Story kaum überrascht sein. Schließlich ist es längst Tradition geworden, Prinzessin Peach aus den Fängen von Fiesling Bowser zu retten. Die Riesenechse kann es einfach nicht lassen. Doch was tut Mario nicht alles für ein Stück Torte.

«Super Mario Galaxy 2»
Ein Universum voll Spielspaß

Also macht sich der Klempner, den wohl noch niemand im Spiel eine Rohrzange hat halten sehen, auf einen Weg, der ihn quer durch das Weltall führt. Und statt mit beiden Beinen fest auf dem Boden der bunten Kulissen zu bleiben, lässt sich der Jump'n'run-Held von Sternkatapulten von einem Planeten zum nächsten schießen. Oder er hüpft gleich selbst herum wie ein Astronaut auf dem Mond - nur ohne Raumanzug.

Kein Mario ohne Yoshi

Mögen die Welten vielfach auch dem Vorgängerspiel entsprechen: Noch immer ist die Inszenierung, die Nintendo mit dem zweiten Teil bietet, in der Branche nicht erreicht. Die Effekte sitzen und das Spiel mit der Schwerkraft, ganze Planeten umrunden zu können, oder doch von mancher flachen Welt in einem Moment der Unachtsamkeit abstürzen, stellt den Spieler stets vor die Herausforderung, sich mutig an die Aufgaben zu wagen und trotzdem Bedacht walten zu lassen. Gelegentlich ist sogar ein wenig Bewegungsgeschick gefragt.

Super Mario Galaxy 2
Unendliche Abenteuer eines Klempners
Video: Nintendo

Auf seiner Bowser-Jagd hat Mario eine ganze Menge Gegner vom Platz zu stellen. Das gelingt ihm auf die klassische Mario-Art, aber auch mit vielen Power-Ups und Hilfsmitteln, die in den Spielszenen versteckt sind. Knuffigster Begleiter ist und bleibt aber Yoshi, der mit seiner langen, roten Zunge nicht nur Gegner verschluckt, sondern manche auch als Geschoss verwenden kann.

Allerdings ist Mario nicht endlos ein Stehauf-Männchen. Geht ihm die Puste aus - oder besser die Kraft -, weil er von den Gegenspielern einmal zu oft angerempelt wurde, segnet der kleine Italiener auch mal das Zeitliche. Freilich um sofort mit einem der gesammelten zusätzlichen Leben wieder von vorn zu beginnen.

Beobachten, taktieren, vom Platz fegen

Doch im Grunde muss der sternenreisende Klempner vor allem Sternfragmente, Münzen und Powersterne einsammeln, um neue Abenteuergalaxien freischalten zu können, zusätzliche Leben zu erhalten und von einem Schauplatz zum nächsten reisen zu können. Aber aufgepasst: Am Ende einer jeden bereisten Galaxie wartet ein Endboss. Und der führt nur eins im Schilde - nämlich den Helden zum Verlierer abzustempeln. Blind drauflos agieren ist dabei keine Strategie. Stattdessen gilt es, deren Schwachpunkte auszumachen und gezielt anzugreifen. Dass das nicht immer auf Anhieb gelingt, ist klar. Ein bisschen Wutschnauben ist also vollkommen verständlich.

Insgesamt wird Super Mario Galaxy 2 so zu einem gelungen Sommerspielspaß. Abstriche gibt es bei der Steuerung. Das hat allerdings nicht ausschließlich etwas mit dem Spiel zu tun. Bekanntermaßen reagiert die Remote-Steuerung der Nintendo-Konsole etwas träge. So hat es der Spieler gelegentlich schwer, das richtige Timing zu erwischen, wenn die Gegner zum massiven Angriff schreiten.

Damit dürften vor allem Einsteiger ihre Schwierigkeiten haben - besonders wenn die Steuerkombination aus Nunchuk und Remote gleichzeitig bedient werden muss. Nintendo hat das Problem erkannt und Abhilfe geschafft: per CD. Die ist dem Spielepaket beigelegt, kann allerdings nur auf einem Computer abgespielt werden. Für den schnellen Überblick gibt es zudem ein Mini-Plakat, das sich beim Spielen prima neben den Spieler legen lässt.

Gewusel für den flauen Magen

Doch auch ohne Blick in die CD können Spieler gut vorankommen. Dafür haben die Entwickler diverse Hilfen eingebaut. Ob Schilder mit Tipps, Gespräche mit Randfiguren oder Videosequenzen - da kann beim Spielen kaum etwas schief gehen.

Richtig Spaß macht das Spielen zu zweit. Bekanntermaßen sind Gegner einfach besser unter Kontrolle zu kriegen, wenn man sich gegenseitig den Rücken stärkt. Der zweite Spieler übernimmt einfach die Rolle des Lumas - ein kleiner Stern -, der sich sonst unter Marios Mütze versteckt und ihm bei Rotationsattacken hilft. Gelegentlich sorgt das allerdings für heftiges Gewusel, in dem der Durchblick schon mal flöten geht.

Ganz unbeabsichtigt lässt sich mit Super Mario Galaxy 2 aber auch ansatzweise feststellen, ob ein Spieler unter Gaming Sickness leidet. Die Kameraführung ist bisweilen so rasant und bewegt sich von einer Richtung zur nächsten, dass gerade in der ersten Spielstunde Spielern leicht schwummerig werden kann.

Apropos Durchblick: Mario kann sich in den Abenteuerwelten frei bewegen. Die Kamera folgt ihm auf Schritt und Tritt. Allerdings richtet sie sich nicht immer nach dem für den Spieler notwendigen Blickwinkel aus. Zwar kann der Spieler über den Nunchuk nachjustieren. Allerdings funktioniert das nicht immer. Darauf weist ein dezenter Brummton hin, den die Entwickler eigens eingebaut haben.

Nur einer Sache verweigert sich Nintendo weiterhin konsequent: Sprachausgabe gibt es nicht. Gibt es zwischen Mario und den Figuren im Spiel etwas zu besprechen, tauchen Sprechblasen auf - und ein paar quietschende Geräusche.

Fazit: Auch wenn Marios Geschichte wohl ewig die gleiche bleiben wird: Super Mario Galaxy 2 ist einfach ein geniales Jump'n'run-Abenteuer, mit dem die Stunden an der Wii wie im Fluge vergehen. Würde nicht in regelmäßigen Abständen darauf hingewiesen, doch mal eine Pause zu machen, ginge jedes Zeitgefühl flöten.

Dabei ist das Spiel vielfach knifflig, kreativ gestaltet, wartet mit wunderbaren Szenerien auf und inszeniert Unterhaltung zu Land, zu Wasser und in der Luft. Ja, selbst die gemeinen Gegner wirken am Ende herrlich knuffig, umso mehr, weil man ihnen auf dem Kopf herumspringen darf - und natürlich soll.

Zum Spielen eignen sich am besten Fernseher mit großem Bildschirm. Dann entfaltet das Abenteuer seinen Zauber am besten - und macht aus jedem noch so verregneten Sommertag einen echten Spaß. Um nicht zu sagen: Bislang ist Super Mario Galaxy 2 das wohl beste Spiel dieses Sommers - noch dazu für alle Generationen - und damit ein Muss für alle Wii-Spieler.

Titel: Super Mario Galaxy 2
Genre: Jump'n'run
Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Preis: zirka 40 Euro
Sprache: Deutsch
USK: freigegeben ab 6 Jahre
Altersempfehlung der Redaktion: ab 10 Jahre
Plattform: Wii
Veröffentlichungsdatum: Mai 2010
Weiterspielen: Super Mario Galaxy (Wii), New Super Mario Bros. (Wii), Mario & Luigi: Abenteuer Bowser (Nintendo DS)

kat/ivb/news.de

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