Videospiele Faszination Shooter

Sie machen gewalttätig, lautet das gängige Argument, wenn Ego-Shooter in eine Verteufelungsdebatte geraten. Studien, die das zweifelsfrei beweisen, gibt es hingegen nicht. Kulturgut sind die Spiele trotzdem.

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News.de-Redakteurin Mandy Hannemann Bild: news.de

Videospiele gelten als Kulturgut - spätestens seit der Bundesverband der Entwickler von Videospielen 2008 Mitglied im Deutschen Kulturrat wurde. Aber gilt das auch für die Spiele, die so gern als Bauernopfer in Amoklaufszenarien hingestellt werden? Darf ein Ego-Shooter Kulturgut oder gar faszinierend sein?

Der pauschale Schnellschuss der Kritiker lautet: Nein! Doch realistisch betrachtet ist der Grund, dass diese Spiele einen hohen Gewaltgrad haben, kein ausreichender. Lässt man diese Perspektive einmal beseite und blickt nicht nur auf die oberflächliche Unterhaltung, ist da durchaus eine zweite Seite. Eine kreative.

Es ist Kunst - und zwar eine hohe. Auch weil die kreative Gestaltungsleistung nicht nur unmittelbares Geschehen in eine Kulisse setzen muss, die begeistert, die bannt und nachwirkt. Die technische Umsetzung grenzt in guten Shootern heutzutage bereits an virtuose Arbeit. Denn die Programmierleistung, die zuweilen hinter diesen Spielen steckt, ist hochkomplex und entwickelt sich deutlich rasanter als die meisten anderen Branchen.

Doch vor allem ist es die Inszenierung, das Zusammenspiel aller Elemente - von optischen Effekten über den Sound und die Story. Was das angeht, sind Shooter das, was Actionfilme unter den Kino-Blockbustern sind. Doch sie sind ihnen auch weit voraus. Und das betrifft vor allem den Spieler, der eben nicht nur brav vor einer weißen Wand sitzt, auf die bunte Lichter projeziert werden.

Wer hat sie schon, die Chance, mittendrin zu stecken oder gar die Handlung zu entscheiden? All das hat natürlich etwas damit zu tun, bewusst zu spielen. Was übrigens gerade unter den älteren Spielern die meisten tun. Sie lassen sich begeistern von dem Zusammenpiel, in das sie eigene Taktik einbringen.

Genau darin liegt die Faszination - wenn die Spiele gut gemacht sind. Aber nicht im puren Ballern.

mik/news.de

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