Wenn legal nicht von illegal zu trennen ist: Russlands Mafia hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine regelrechte Blütezeit erlebt. Ein Doku im Ersten nähert sich den Machenschaften der Gangster und ihrer Bosse.
35 Jahre Gefängnis auf einen Schlag: Leonid Bilunow hat 18 Jahre hinter Gittern verbracht, Witali Djomotschka zwölf und Alimschan Tochtatschunow fünf Jahre. Sie sitzen nicht nur in Haft, sie haben noch eine Gemeinsamkeit: ihre führenden Positionen innerhalb der russischen Mafia. In Alexander Gentelevs Film Die Ehre der Paten - Russlands Mafia am heutigen Dienstag (22.45 Uhr) in der ARD reden die drei verurteilten Mafia-Bosse über ihre Verbindungen zum organisierten Verbrechen.
Die drei machen deutlich, auf welche Weise und in welchem Umfang sie und ihre mafiöse Organisation Einfluss auf die Wirtschaft und die Politik des Landes nehmen - und nicht nur in ihrer Heimat: Längst agiert die russische Mafia weltweit. Ihnen Gesetzesverstöße nachzuweisen, ist oft sehr schwer, denn seit Ende der 1990er Jahre sind die Methoden subtiler geworden. Kriminelle und legale Geschäfte sind eng miteinander verwoben. Die Beweisführung gegen die Mafia wird immer schwieriger.
Die «Diebe im Gesetz» sind in die respektable Oberschicht der russischen Gesellschaft aufgestiegen. Nirgendwo sonst ist es der kriminellen Welt gelungen, die Gesellschaft so stark zu infiltrieren und einen so gigantischen Machtbereich aufzubauen. Ein Film, der laut Südwestrundfunk (SWR) einen erhellenden und aufschlussreichen Blick auf Russland werfen soll. «Exklusiver Zugang, gesellschaftliche und politische Relevanz und natürlich eine besonders spannende Geschichte» - so preist der SWR seine Dokumentationen im Ersten an.
Die Ehre der Paten - Russlands Mafia, Dienstag, 22.45 Uhr, ARD
ruk/news.de/dpa