Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Brillanter Humor sieht anders aus: Waldemar Hartmann ist derzeit mit Waldis WM-Club auf Sendung. Die Zuschauer, die dran bleiben, werden mit ziemlichem Witze-Gestolper malträtiert. Dabei verknüpft Waldi zwei Sachen, die er eigentlich gelernt hat.
Schuster, bleib' bei deinen Leisten. Waldemar Hartmann folgt dieser Warnung. Derzeit moderiert er nach der WM-Übertragung der ARD seinen WM-Club. Meist spät abends, wenn Gerhard Delling und Günter Netzer schon zwei oder drei Spiele mit ihren Kommentaren versehen haben.
Der Witze-Handwerker Hartmann versuchte sich schon in den Siebzigern in der Gastronomie, seine Kneipe gab er da noch für den Journalismus auf. Die Namensfindung war damals wie heute wenig überraschend, «Waldis Club» nannte er sein Lokal in Augsburg, der Name Waldis WM-Club war dann wohl die logische Folge.
Jetzt mixt Hartmann seine Erfahrungen als Kneipier mit einem Mix aus Fußball-Kumpelei und stetigem Holzen im Humor-Unterholz. Das ergibt Handwerkerpfusch, wohin man schaut: es knirscht, es wird passend gemacht, frei nach dem Motto: Passt, wackelt und hat Luft. Comedian Dieter Nuhr gab sich vor seinem Auftritt keinen Illusionen hin: «5 Leute reden über Fußball und keiner hat Ahnung», twitterte er.
Am späten Samstagabend fehlte dabei erstmals die Quotenfrau in der Runde. Zuvor waren unter anderem Andrea Kiewel und Monika Grube in die undankbare Position geraten, vier Männern in ihrem Ureigensten Paroli bieten zu müssen. Dafür durfte Matze Knop ganz ohne Kunstfigur auftreten. Das deutsche Spiel vom Freitag wurde noch einmal nacherzählt und an diesem und jenem herumkritisiert.
Misslungener Auftakt
Das Publikum scheint wenig begeistert zu sein, der Auftakt misslang kräftig. Nur gut zwei Millionen Zuschauer waren es nach dem Eröffnungsspiel. Der ARD scheint das egal zu sein, sie verkündete die Vertragsverlängerung um zwei Jahre. Auch in Polen und der Ukraine wird also in der Heimat gekalauert.
Die Sendung ist dabei immer eine zutiefst bayerische Veranstaltung, es riecht förmlich nach christlich-sozialem Milieu. Es darf gedeutschtümelt werden: Heimat ist da, wo sich der Zuschauer zuhause fühlt. Während die CSU draußen in der bayerischen Provinz ihre Wähler verliert, musste Waldi in den vergangenen Jahren einen schleichenden Abstieg hinnehmen. Er wurde als Moderator ausgebootet, nur gelegentlich ist er noch im Einsatz.
Seine Sendung versucht sich irgendwie mit einem stetigen Verweis auf die eigene Tradition gegen beides zu stemmen. Gegen den Werteverlust und gegen den eigenen Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Und das mit Konservatismus, der Humor sein soll.
Die Vorgeschichte von Waldis WM-Club ist mit Sport-Großereignissen verknüpft. Bereits bei der WM 2006 war er im Einsatz, da moderierte Hartmann noch gemeinsam mit Harald Schmidt. Auch bei Oympia war Waldi seitdem auf Sendung. So richtig funktionierte die Männerfreundschaft mit dem langen intellektuellen Schlacks aus Baden-Württemberg vor der Kamera aber nicht, Schmidt zog sich aus dem Format zurück, Waldi blieb bei seinen Leisten.
Bayern und die große Welt
Es wird gar nicht erst der Versuch unternommen, eine Sendung für ganz Fußballdeutschland zu machen. Waldemar Hartmann ist Bayer und das bleibt er auch. Der FC Bayern ist fußballerisch seit Jahren das Maß aller Dinge, dort kennt sich Waldi bestens aus.
Aus diesem Universum kommen auch die Kunstfiguren, die der mittelmäßig begabte Komiker Knop normalerweise verkörpert. Ob Franz Beckenbauer oder Louis van Gaal, alle sind sie mit dem Großklub verbunden. Paul Breitner war auch schon im WM-Club. Da war er eigentlich fehl am Platze, denn der Querkopf ist mehr oder weniger ein Ausgestoßener des FC Bayern. Doch er hat eben auch für die großen Bayern gespielt.
Humor ist etwas anderes, das lasche Pointen schubsen wird allerdings so spät gezeigt, dass wohl die meisten zu diesem Zeitpunkt die ominösen drei Weizenbier intus haben, wie schon Rudi Völler bei Waldemar Hartmann in Island anno 2003 vermutete. Und wo kämen wir denn hin, wenn sich jemand um diese Uhrzeit nüchtern an einen bayerischen Stammtisch setzt? Eben.
cvd/news.de
Daitscher Sprogg sein schwerer sprogg Ihr Kommentar ist ausgesprochen Stillos und ausserdem fehlerhaft. Es müsste statt "einen" "einem" heissen. Setzen, 6
jetzt antwortenKommentar meldenWas soll man zu so einen altersbedingten Deppen sagen?
jetzt antwortenKommentar meldenMir fällt nur eines ein - höchst peinlich diese Sendung und zum Knop, den als mittelmäßigen Komiker zu bezeichnen, ist noch geschmeichelt. Die Beiträge haben die Qualität der Privaten, nichts als Gebührenverschwendung.
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