Kreative Attacke auf den Öl-Multi
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Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Artikel vom 04.06.2010
Der Ölkonzern BP sieht sich einem globalen Protest ausgesetzt, wie es ihn lange nicht gegeben hat. Nun ruft Greenpeace dazu auf, das Logo des Milliardenunternehmens umzugestalten – passend zur Katastrophe im Golf von Mexiko.
Der Ölkonzern BP hat mehr als nur ein Problem. Die Ölpest vor der amerikanischen Küste ist sicherlich das drängendste, doch gleich dahinter folgen die wirtschaftlichen Konsequenzen für das Energieunternehmen. Seit der Explosion auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April ist der Kurs der BP-Aktie von damals 655,40 Pence um ein Drittel auf rund 449 Pence eingebrochen, und die Talfahrt geht mit jedem Tag, den der Konzern mit seiner Rettungsaktion scheitert, weiter.
Langfristig könnte jedoch auch der Image-Verlust BP zu schaffen machen. Bei Twitter etwa sorgt der englischsprachige Fake-Account BPGlobalPR für Aufsehen, nun hat die britische Sektion von Greenpeace auch noch zu einem Wettbewerb aufgerufen, in dem das Logo des Energieriesen passend zur Umweltkatastrophe umgestaltet werden soll.
Mehr als 600 Internetnutzer rund um den Globus sind diesem Aufruf bereits gefolgt und haben den «Oil Spill» kreativ umgesetzt. Ölmonster und verschmierte Vögel haben sie ebenso in das grün-gelbe Logo des Konzerns eingebaut wie Totenköpfe oder zerstörte Landschaften. Es sind Arbeiten, die die ganze Wut der Menschen auf den Konzern deutlich machen, aber auch die Hilflosigkeit, bei einer Katastrophe zusehen zu müssen, gegen die offensichtlich nicht einmal ein Konzern mit einem Jahresumsatz von 239 Milliarden US-Dollar etwas tun kann.
«Ihr schönes grünes Logo scheint nicht wirklich zu ihnen zu passen», schreibt Greenpeace zu seiner Aktion, vor allem deshalb, weil BP in den sogenannten Teersand investieren wolle, die schmutzigste Art, Öl zu fördern, die es derzeit gebe. «Also schreiben wir einen Wettbewerb aus, um ein Logo zu finden, mit dem wir BP rebranden können».
Um den Teilnehmern die Arbeit so leicht wie möglich zu machen, verlinkt Greenpeace verschiedene Formate des BP-Logos auf seiner Internetseite. Ausdrücklich nämlich will die Umweltschutzorganisation mit seiner Aktion nicht nur Profis ansprechen: «Wenn du kein Profi-Desinger bist, keine Sorge. Solltest Du gewinnen, organisieren wir für dich einen Tag mit einem Top-Grafiker, damit deine Idee auch umgesetzt werden kann.» Nur konsequent, will Greenpeace den Siegerbeitrag doch in einer internationalen Kampagne gegen den Öl-Konzern und seine Fördermaßnahmen nutzen.
ruk/reu/news.de
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