Von news.de-Redakteur Michael Kraft
Ein Tierfilmer entdeckt das Land der WM: In fünf Folgen zeigt Andreas Kieling in Südafrika in dieser Woche auf Arte, dass es am Kap mehr zu entdecken gibt als Strände und Vuvuzelas.
Der Titel klingt ein bisschen arg profan: Andreas Kieling in Südafrika. Doch das ist genau das, was Arte dem Zuschauer in dieser Woche in fünf Folgen (Montag bis Freitag, immer 19.30 Uhr) präsentiert: Es gibt einen der populärsten deutschen Tierfilmer, der sich auf eine 4000 Kilometer lange Reise durch das Land der Fußball-Weltmeisterschaft begibt.
Es ist auch genau das, was den Reiz dieser Doku-Reihe ausmacht: Zugpferd ist zum einen der spröde Charme des gebürtigen Thüringers, der als eine Art Kreuzung aus Tierfilm-Legende Heinz Sielmann und Actionheld Ralf Möller daherkommt. Von ersterem hat er die Naivität und unverstellte Freude beim Entdecken der Natur sowie den Respekt vor allem, was sie zu bieten hat. Von letzterem hat er die Abenteuerlust und die eine oder andere grammatikalische Schwäche.
Und so wagt sich Andreas Kieling in der ersten Folge als Taucher in einen schlammigen Fluss und im VW-Bus durch die Halbwüste, in der morgigen Sendung wird er sich vom Tafelberg abseilen.
«Der Mensch ist nur zu Gast in einer wilden Umgebung»: Diesen Eindruck hat Kieling in Südafrika an vielen Orten. Er beginnt seine Rundreise im Nordwesten, besucht die Geisterstädte, die von der einstigen Diamantenjagd am Orange-River zeugen, versinkt in die Betrachtung von 2000 Jahre alten Steinzeichnungen und robbt sich an eine der größten Robbenkolonien der Welt heran. Und er trifft auf einen Taucher, der als südafrikanische Version von Jeffrey Lebowski der eigenen Jugend und dem Traum vom großen Geld ganz entspannt hinterhersinniert.
Kielings eigener Drang, das Ungewöhnliche zu wagen und das Unbekannte zu entdecken (auch wenn es manchmal nur so unspektakulär wie eine Straußenfarm oder eine weit entfernte Gruppe Antilopen ist) sind es, die hier Lust auf mehr machen. Und natürlich die beeindruckenden Bilder von der Vielfalt Südafrikas. Dass dabei die Landschaften fast noch schöner fotografiert sind als die Tiere, ist kein Manko. Denn schon die erste Folge macht klar, was hier das größere Zugpferd ist: das Land an sich.
Andreas Kieling in Südafrika, Arte, Montag bis Freitag, immer 19.30 Uhr
cvd/news.de