Von news.de-Mitarbeiterin Stephanie Bremerich
Die Zuschauer haben entschieden: Sophia Thomalla tanzt die flotteste Sohle. Im Finale von Let’s Dance kann sie sich gegen Sylvie van der Vaart durchsetzen und wird zum «Dancing Star 2010» gekürt.
Schampus, Spaß und ganz viel Glitzer – das Finale von Let’s Dance lässt ihn noch einmal aufleben, den Traum von der großen Samstagabendshow. Dass eigentlich Freitag ist und der Sendebeginn um 21.15 Uhr nicht ganz mittig ins Prime-Time-Zeitfenster fällt, kann man – ebenso wie die fragwürdigen Entertainment-Qualitäten von Moderator Daniel Hartwich – dabei getrost einmal übersehen.
Denn heute dreht sich alles um Sophia Thomalla und Sylvie van der Vaart. Sie sind die letzten beiden Promi-Tänzerinnen, die nach sieben Ausgaben der RTL-Show übrig geblieben sind und im Finale gegeneinander antreten. Drei Tänze werden sie jeweils aufs Parkett legen, bevor die Zuschauer via Telefonvoting entscheiden, wer «Dancing Star 2010» wird. Und es ist eine knappe Entscheidung: Mit nur 1,6 Prozentpunkten Vorsprung und 50,8 Prozent der Gesamtanrufer kann Sophia Thomalla am Ende Titel und Pokal mit nach Hause nehmen.
Thomalla leierte selbst Llambi Bestnoten aus dem Kreuz
Dabei galt die 20-jährige schon im Vorfeld als Favoritin und Juryliebling: Als Erste schaffte sie es in der vergangenen Sendung, Jury-Mitglied Joachim Llambi die Bestnote aus dem Kreuz zu leiern und volle 10 Punkte für ihre Rumba abzusahnen – eine absolute Premiere bei Let’s Dance.
An ihre Erfolge der Vorwoche kann sie zwar in der Form nicht mehr anknüpfen, aber dennoch liegt sie im Finale auch bei der Jury deutlich vorn. Insbesondere der Freestyle, den sie mit Tanzpartner Massimo zum Michael-Jackson-Medley hinlegt, löst wahre Lobeshymnen aus. Profi-Tänzerin Isabel Edvardsson ist begeistert von ihrer Professionalität, und Rock’n-Roll-Legende Peter Kraus sieht in ihr gar «ein Vorbild für die Jugend».
Doch auch Konkurrentin Sylvie van der Vaart muss sich nicht verstecken. Bei Paso Doble und Salsa sind Sex-Appeal und Lebensfreude angesagt, und den finalen Freestyle wird sie mit besonderem Bedacht gewählt haben: Sie tanzt ihn zu Feeling Good und will genau das damit ausdrücken. Denn während Sophia sich von allen Kandidaten am stärksten entwickelt hat, ist Sylvie diejenige, die nach ihrer Krebsdiagnose und -therapie sicher am meisten mitgemacht hat.
Sylvie tanzt mit gebrochener Rippe
An diesem Abend tritt sie zudem unter erschwerten Bedingungen an: Nach dem Bandscheibenvorfall von Tanzpartner Christian muss sie sich mit Ersatzbegleitung aufs Parkett wagen, und auch Sylvie selbst ist mit gebrochener Rippe einigermaßen lädiert unterwegs. Getanzt wird trotzdem bis die Sohlen qualmen.
Dass Sophia und Sylvie nicht nur siegen wollen, sondern auch wirklich Spaß am Tanzen gewonnen haben, ist überdeutlich und macht den eigentlichen Charme der Sendung aus. Überhaupt lässt Let’s Dance ein bisschen den Glanz und Glitzer vergangener Straßenfeger-Shows aufleben. Schöne Menschen in wallenden Kleidern, große Bühnen und gleißende Showtreppen, die obligatorische Live-Kappelle und ein Schlückchen Champagner zum Anstoßen: Da kommt fast ein bisschen Nostalgie auf – zumindest so lange, bis das DSDS-Duo Mark Medlock und Mehrzad Marashi nebst neuem Song die Bühne entern.
Dass die ganz große Geste nicht recht gelingen will, liegt aber hauptsächlich an Moderator Daniel Hartwich, der im quietschgrünen Glitzersakko nicht wirklich zum Grandseigneur des Entertainments taugt und mindestens einen Holländer-Witz zu viel auswendig gelernt hat. Sei’s drum – dem Strahlen von Sophia und Sylvie tut es keinen Abbruch. Und einer soliden Freitagabendunterhaltung auch nicht.
ped/news.de