Von news.de-Mitarbeiterin Stephanie Bremerich
Die Shootings werden immer glamouröser, Heidi immer netter, und allmählich geht auch der Zickenterror los – Germany’s Next Topmodel gibt im Endspurt noch mal ordentlich Gas. Auf der Strecke bleibt dafür diese Woche niemand.
Nach der Woche ist vor der Woche: Diesmal muss keines von Heidis Möchtegern-Models die Koffer packen. «Wir konnten uns einfach nicht entscheiden», sagt Heidi am Ende und zuckt die Schultern. Tja. Als Zuschauer kann man sich jetzt entweder über den Klumschen Großmut wundern (Die ist ja doch ganz nett!) oder sich einfach nur angeschmiert fühlen (Warum hat man jetzt bis halb elf vor dem Fernseher gesessen?). Manchmal machen die sowas bei Germany’s Next Topmodel – es soll wahrscheinlich die Spannung steigern.
Spannung hat Heidis Zirkus nämlich bitter nötig. Deutliche Quotenrückgänge im Vergleich zu den vorherigen Staffeln lassen den Verdacht aufkeimen, dass sich bald niemand mehr für die Nachwuchsschönheiten und ihre Promi-Mama interessiert. Immerhin, in dieser Folge gibt‘s ordentlich was zu gucken. «Action» lautet die Ansage, mit der Heidi vollen Körpereinsatz von ihren sieben Küken fordert. Stunt-Training, Sprinten, Springen, Stürzen – beim Dreh für einen TV-Spot geraten manche der Mädchen ganz schön aus der Puste. «Das richtige Fallen will gelernt sein», doziert Heidi und freut sich über die beherzten Hechtsprünge und Bauchlandungen auf der Gummimatte. Es soll ja schließlich auch noch gut aussehen: «Habt Spaß!»
Den haben zumindest die Passanten beim Anblick der rennenden und stolpernden Models, während so manchem Mädchen das Lachen eher vergeht. Vor allem Neele wird ihre unterkühlte Mimik allmählich zum Fallstrick. «Mundwinkel, Mundwinkel!» animiert Strahlefachfrau Heidi die 21-Jährige – vergeblich. Für Neele sieht es gar nicht gut aus, und auch für Alisar dürfte es in der nächsten Folge ziemlich eng werden. Beide Mädchen werden von der Jury hart kritisiert: Beim Life-Walk wackelt Neele nicht leidenschaftlich genug mit den Hüften, und Alisar verpatzt den Auftritt sogar komplett und findet sich nun «auf Messers Schneide» wieder. «Ich hab’s voll verkackt», resümiert die Österreicherin hinterher mit Tränen in den Augen. Deutlich besser läuft es mittlerweile für Pauline, die endlich einen der begehrten «Jobs» ergattern kann und sich somit vorerst aus der Schusslinie der Jury rettet.
Auch Laura heimst bei den Castings Erfolge ein – und freut sich dabei in den Augen ihrer Konkurrentinnen wohl eine Spur zu laut über ihr Glamour-Shooting mit der Cosmopolitan. «Ich wär froh, wenn sie raus wär‘», ätzt Alisar gegen die blonde Düsseldorferin. In den nächsten Folgen darf mit verschärftem Zickenterror gerechnet werden.
Ob Germany’s Next Topmodel dadurch an Fahrt gewinnt, ist fraglich. Zu inszeniert erscheinen die Hühnerkämpfe, die bei genauer Betrachtung eigentlich nur harmlose Quengeleien übersteuerter Nervenbündel sind. Zumindest am Ende dieser Folge dürfen alle noch einmal gemeinsam aufatmen und in ihrer Model-WG Kraft für eine neue Woche tanken. Die werden sie auch brauchen, denn in der nächsten Runde ist die Schonfrist vorbei. Dann werden gleich zwei Mädchen den Model-Kader verlassen müssen. Und schon jetzt zeichnet sich ab, wer es besonders schwer haben dürfte.
cvd/reu/news.de