Von news.de-Mitarbeiterin Corina Broßmann, Leipzig
Sie machen reinsten amerikanischen Pop-Rock, obwohl sie aus Nordfriesland stammen: Stanfour sind seit ihren Hits For All Lovers, Desperate oder In Your Arms nicht nur Teenie-Groupies ein Begriff. Mit news.de sprechen sie über die Tour mit Pink, Fangeschenke und Til Schweiger.
Stimmt die Anekdote, die man überall liest, dass der Name Stanfour in Los Angeles entstanden ist, wo Konstantin in einem Starbucks «Stan» genannt wurde, die Bedienung dann aus euch vier Jungs kurzerhand «Stanfour» machte und ihr seither dabei geblieben seid?
Konstantin: Es stimmt auf jeden Fall, dass ich, als ich in den USA gewohnt habe, immer Stan genannt wurde, aber wie es dann wirklich zum Namen Stanfour kam, kann man, um ehrlich zu sein, nicht mehr so genau sagen.
Christian: Das war eher so ein Arbeitstitel, den man irgendwann im Spaß erfunden und der sich dann ohne große Überlegungen verfestigt hat.
Konstantin: Wir hatten vorher auch schon ein paar andere Namen, die wir dir aber an dieser Stelle nicht zumuten wollen.
So unpassend?
Konstantin: Ja, genau. lacht.
Ihr seid als Special Guest von P!nk im Rahmen ihrer «Funhouse Summer Carnival» Tour in Deutschland dabei und eröffnet die Open-Air-Konzerte des amerikanischen Superstars in Köln, Heilbronn und München. Wie kam es dazu und was verbindet euch mit P!nk?
Konstantin: Da haben wir uns einfach ganz klassisch über unseren Promoter beworben und haben wirklich nicht damit gerechnet, dass das klappt. Das ist schon echt aufregend. Was wir gemeinsam haben? Hm … Bei ihr geht es ja im Grunde auch wie bei uns um eingängige Melodien und schnelle Zugänglichkeit. Und sie hat Gitarren auf der Bühne, wir haben Gitarren, sie hat ´nen Schlagzeuger, wir haben ´nen Schlagzeuger. lacht.
Ihr wart auch schon auf Tour mit den Backstreet Boys und Bryan Adams, der ausdrücklich gewünschte Support für A-ha und habt mit Ryan Tedder, dem Sänger und Mastermind von One Republic, Songs geschrieben. Internationale und vor allem amerikanische Einflüsse. Am deutschen Markt scheint ihr euch aber gar nicht zu orientieren. Ist das so?
Konstantin: Hey, wir haben auch schon vor den Scorpions gespielt!
Immerhin!
Konstantin: Immerhin! Alles lacht.
Deshalb nur englische Texte oder geht es einfach um die Sprachästhetik und -effizienz?
Konstantin: Ja, das hat ganz viel mit Ästhetik und der Stilrichtung, die du machst, zu tun. Und auch wie du aufgewachsen bist. Wir haben, als wir jung waren, eben immer englischsprachige Musik gehört und dann verbindest du irgendwann die Sprache mit der Musik, die du magst. Deutsch hat da einfach keinen Reiz für mich. Es gibt aber natürlich auch Stilrichtungen, die nur auf Deutsch funktionieren. Das finde ich auch okay.
Sehr tolerant.
Lachen.
Ihr kommt eher aus der Produzenten- und Tontechnikerecke und seid an sich keine Band, die sich in den Clubs hochgearbeitet hat. Wann, wie und warum seid ihr dann aber doch auf den Geschmack gekommen, viel zu touren und euch live und ungeschminkt auszuprobieren?
Konstantin: Im Grunde war das schon immer da. Wir haben ja auch alle mit kleinen Garagenbands angefangen. Als wir das erste Album aufnahmen, haben wir uns dann ganz bewusst hingesetzt und überlegt, was wir machen wollen. Da war dann nicht mehr alles so improvisiert. Kam dann aber schnell wieder durch, wir halten uns da auch schon für Vollblutmusiker.
Wie spiegelt sich diese Entwicklung auf eurem jüngsten Album Rise & Fall wider? Ist das in euren Augen rockiger geworden, ungeschönter?
Konstantin: Ungeschönt auf jeden Fall. Lachen. Aber wir haben auch die Band für die Liveauftritte vergrößert. Sind alle zusammen ins Studio gegangen, haben das live eingespielt und dabei viel experimentiert. Die Mischung macht Rise & Fall aus.
Tired again ist auf dem Soundtrack zu Til Schweigers Zweiohrküken zu hören. Keinohrhasen hat schon One Republic zum Durchbruch in Deutschland verholfen. Welche Chancen bietet Filmmusik für euch als Band? Neue Zielgruppen?
Konstantin: Ja, auf jeden Fall. Das ist eine tolle Chance und in dem Fall konnten wir auch gar nicht Nein sagen, weil Til Schweiger den Song unbedingt haben wollte. Das ist natürlich schmeichelhaft.
Gute PR-Arbeit war ja auch eure Zusammenarbeit mit ProSieben und Popstars, aus der die Single In your arms mit Kandidatin Jill entstanden ist. Warum sie?
Konstantin: Ja, uns wird oft unterstellt, dass das ein abgekartetes Spiel war, aber sie hat uns halt wirklich am meisten begeistert, hatte die meiste Ausstrahlung. Singen konnten da aber natürlich alle.
Wie kommen eure Freundinnen mit der ständigen weiblichen Konkurrenz klar?
Christian: Das ist eine Fangfrage, stimmt´s?
Das ist tatsächlich eine Fangfrage.
Konstantin: Also, die meisten haben inzwischen keine Freundin mehr.
… und liegt das am Job?
Konstantin: Nicht nur, aber es ist schon schwierig. Das ist ja immer so das Klischee, von wegen «Ich bin so viel unterwegs und habe keine Zeit», aber es ist wirklich so. Wenn man dann in den Terminkalender guckt und feststellt, dass man sich die nächsten zwei Monate gar nicht sehen wird, dann ist das schon kompliziert und bedarf vieler Kompromisse. Das muss man auch erst mal wollen – von beiden Seiten.
Das lustigste Erlebnis mit Groupies, das seltsamste Fangeschenk oder der wunderlichste Liebesbeweis?
Christian: Wir warten noch drauf. Wir können uns natürlich auch vorstellen, dass man Besseres zu tun hat, als den ganzen Tag Geschenke für uns zu basteln. Lacht.
Konstantin: Ja, das sind eher die Klassiker: Teddies geschenkt bekommen wir gerade wieder und manchmal fliegen auch BHs auf die Bühne, da fühlen wir uns natürlich gut. Lacht.
Ende Mai werdet ihr bei The Dome auftreten, im Dezember wieder auf Tour gehen. Was ist sonst noch so geplant in den nächsten Monaten?
Konstantin: Festivals, Festivals, Festivals.
Auf wen freut ihr euch da?:
Konstantin: Billy Talent, Die Toten Hosen, Fanta 4.
Wie sieht die nächste Stunde bis zum Konzert aus? Ich geh mich jetzt umziehen.
Konstantin: Entspannen, Kaffee, eine rauchen. Chillout. Bis gleich.
car/reu/news.de