Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Schauspieler Claus Theo Gärtner ermittelt wieder als Privatdetektiv Matula in Ein Fall für zwei. Das ZDF zeigt vier neue Folgen, die zwar etwas angestaubt wirken, aber dennoch solide Krimikost am Freitagabend versprechen.
Schauspieler Claus Theo Gärtner, der in der ZDF-Krimireihe Ein Fall für zwei den Privatdetektiv Josef Matula spielt, denkt noch lange nicht ans Aufhören. «Ich bleibe so lange dabei, wie ich Lust habe und die Zuschauer einschalten», sagte der 67-Jährige im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten. Seit 1981 geht der Berliner auf Verbrecherjagd und ist damit dienstältester TV-Ermittler. An diesem Freitag wird Folge 272 (Unter Druck) - die erste von vier neuen Fällen für Matula und seinen Anwaltsfreund Dr. Markus Lessing - ausgestrahlt.
Viel verändert hat sich seit dem Start der Krimi-Reihe nicht. Zwar hat sich das Konzept der Reihe in den vergangenen Jahren etwas gewandelt - hin zu einer moderneren Bildsprache, zu Flashbacks und einem mutigeren Einsatz von Schnitt, Ton und Musik. Doch spektakulär und innovativ ist das nicht gerade.
Das Strickmuster ist gleich geblieben, so dass die Serie ein wenig angestaubt wird - vor allem im Vergleich zu den neuen Crime-Serien aus den USA: Matula, ein ehemaliger Polizist, ermittelt für wechselnde Anwälte - Günter Strack, Rainer Hunold, Mathias Herrmann und Paul Frielinghaus (der seit zehn Jahren Dr. Markus Lessing spielt). Immer geht es darum, die Unschuld der Mandanten zu beweisen und die wahren Täter zu überführen. Nicht selten bewegen sich Matulas Ermittlungen am Rande der Legalität, doch die Anwälte vertrauen ihrem Partner und boxen ihn raus, sobald es brenzlig wird.
Handwerklich ist die Auftaktfolge Unter Druck gut gemachte deutsche Fernsehunterhaltung, die Spannung aufzubauen versteht und den Zuschauer relativ lange darüber im Unklaren lässt, wer für den geschehenen Mord verantwortlich ist. Gärtner, der zum fünften Mal Regie führte, und Frielinghaus spielen ihre Rollen gewohnt souverän und sympathisch runter, und die Handlung hat ein ausreichendes Tempo, um den geneigten ZDF-Zuschauer bei der Stange zu halten.
Sonderlich gewagt kommt der Fall nicht daher: Die Episode beginnt mit einer kurzen Einführung des in diesem Fall wichtigen Charakters Wolfgang Tieck (Dominique Horwitz), wenig später geschieht der wenig spektakulär inszenierte Mord an den Piloten Kröger. Der Fall scheint klar, denn neben der Leiche steht Oberamtsrat Tieck mit einem blutigen Messer in der Hand, und zu allem Überfluss soll dessen Ehefrau (Julia Jäger) auch noch eine Affäre mit dem Ermordeten gehabt haben. Strafverteidiger Lessing glaubt aber nicht an einen Mord aus Eifersucht. Als dann auch noch die Zeugin der Anklage ermordet aufgefunden wird, wird Lessing und Matula klar, dass dunkle Hintermänner den Zolloberamtsrat Tieck schnell aus dem Gefängnis freipressen möchten.
Aus den weiteren Ermittlungen wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Lessing wird durch die Entführung seiner Freundin Lisa Herzog (Marie-Louise Hauser) von den Hintermännern (Ademann: Ben Becker) stark unter Druck gesetzt. Kommt Tieck nicht frei, stirbt Herzog. Für Lessing mehr als ein juristischer Super-Gau, der ihn den Job und die Freundin kosten könnte. Matula setzt alles daran, den Fall zu lösen und seinem Freund Markus beizustehen, und heuert undercover als Lagerarbeiter in Ademanns Delikatessen-Großhandel an.
Während die Gerichtsverhandlung auf soliden Bahnen verläuft, versucht sich Matula gerade im zweiten Teil der Folge immer mehr als knallharter Ermittler darzustellen, was bei einem 67-Jährigen wenig glaubwürdig wirkt. Vor allem die Kampfszenen in Ademanns Betrieb, bei denen Matula beinahe in Terminator-Manier seine Widersacher ausschaltet, muten eher lächerlich an. Die beiden Stargäste Horwitz und Becker führen ihren Job gewohnt gut aus, wobei Becker jedoch mit seiner sehr stereotypischen und klischeebeladenen Rolle zu kämpfen hat.
Alles in allem erwartet den Zuschauer solide Krimikost am Freitagabend mit einem durchschnittlich spannenden Fall, guten Schauspielern und wenig emotionalen Momenten. Mehr als das ist wohl auch nicht Ziel des ZDF, das derzeit die 280. Folge der Serie drehen lässt. Damit wird der Fall für zwei demnächst Krimi-Legende Derrick überholen, der 281 Mal im ZDF gesendet wurde. Ein Ende ist nicht in Sicht - solange der Zuschauer einschaltet.
Ein Fall für zwei, freitags, 20.15 Uhr, ZDF
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