Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Diana Amft ist Dr. Gretchen Haase aus der Serie Doctor's Diary. Im Eifelkrimi Der Bulle und das Landei zeigt sie, dass sie auch das Zeug zur Polizistin hat. Im Interview verrät die Schauspielerin, wie Uwe Ochsenknecht küsst und welche Rolle sie gerne mal spielen würde.
Frau Amft, Sie sind morgen in einer Krimikomödie zu sehen: Der Bulle und das Landei. Wie war die Zusammenarbeit mit Uwe Ochsenknecht?
Amft: Es war eine ganz große Freude, mit Uwe zu drehen. Es war unsere erste Zusammenarbeit, und ich habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass er mein Partner ist. Ich habe ihn schon immer sehr geschätzt als großen Schauspieler. Und das hat sich in der Arbeit bestätigt. Wenn man in den Drehpausen eine Kamera hätte mitlaufen lassen, wäre eine zweite Komödie entstanden. (lacht)
Uwe Ochsenknecht ist ja schon ein paar Jahre länger im Geschäft als Sie. Hat er Ihnen Tipps gegeben?
Amft: Ich versuche immer, alles aufzusaugen, was um mich herum passiert, und aus jedem Projekt zu lernen. Bei Uwe kommt hinzu, dass er das Komödienfach grandios beherrscht und dass das Zusammenspiel prima funktioniert hat. Es war auf jeden Fall bereichernd, mit einem so großartigen Kollegen zusammenzuarbeiten.
Wie war der Kuss?
Amft: Dazu kann ich nur sagen: wiederbelebend!
Der Bulle und das Landei ist ein Krimi aus der Provinz und könnte auch gut als Mittwochsfilm im Ersten laufen: Was macht ihn so besonders?
Amft: Naja, wir haben einen dritten Hauptdarsteller. Das ist das Dorf Monreal. Und man spürt beim Anschauen des Films, dass wir alle unglaublich viel Spaß hatten und dass es ein Projekt war, bei dem alles gepasst hat und in das viel Herzblut gesteckt wurde.
Monreal, nicht zu verwechseln mit Montreal in Kanada, ist ein Dorf in der Eifel und hat ungefähr 850 Einwohner. Wie haben Sie die Einheimischen während der Dreharbeiten erlebt?
Amft: Es war großartig, man hatte schon nach drei Tagen das Gefühl, dort groß geworden zu sein. Mir ist das ja auch gar nicht so fremd, ich bin selbst in einem Dorf groß geworden: in Herzebrock-Clarholz. Das ist nicht ganz so klein wie Monreal, hat, glaube ich, um die 16.000 Einwohner. Monreal ist also ein Mini-Dorf, in dem man sich auf der Straße sieht und grüßt. Ich konnte mir schon während der ersten Drehwoche vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn ich dort groß geworden wäre.
Und wie wäre es gewesen?
Amft: Ganz schön intim. Man muss wohl dazu geboren sein, in einem kleinen Dorf zu leben, oder in den ersten 20 Jahren seines Lebens herauszufinden, ob es das Richtige für einen ist. Das ist wie eine große Wohngemeinschaft, man begegnet sich, man kennt sich. Und es lässt sich gar nicht vermeiden, dass man über den anderen Bescheid weiß. Das hat weniger mit Klatsch und Tratsch zu tun, man bekommt die Dinge einfach hautnah mit. Ich mag aber eher die Anonymität. Wenn ich umziehe in eine neue Wohnung, bin ich nicht der Typ, der eine House-Warming-Party mit den neuen Nachbarn macht. Smalltalk ist da erst einmal nicht meine Sache. Das ergibt sich sowieso, wenn man sich sympathisch findet. Aber es muss nicht zwangsläufig so sein.
Es geht im Film ja nicht nur um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern auch um die Bedeutung von Heimat etwa, um Freundschaft und Familienzusammenhalt - und um die Liebe sowieso. Was bedeutet Ihnen Heimat?
Amft: Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt. Wo man das Gefühl hat, man ist zuhause, man hat die Menschen, die man liebt um sich herum. Das kann überall auf der Welt sein, das muss man gar nicht am Geburtsort festmachen.
Sie leben in Berlin - werden Sie erkannt auf der Straße und angesprochen?
Amft: Ab und zu. Gestern Abend ist mir etwas Witziges passiert. Ich war unterwegs mit einer Freundin, als zwei nette Mädels auf uns zu kamen. Die haben mich erkannt und gesagt, sie hätten sich mit Doctor's Diary auf ihren Mädelsabend eingestimmt. Die waren hin und weg, weil sie mich erst im Fernsehen und dann in der Realität gesehen haben. Das war irgendwie absurd, aber auch lustig. Überhaupt muss ich sagen, dass es bisher immer sehr angenehm war, wenn ich auf der Straße erkannt und angesprochen wurde. Vielleicht liegt es daran, dass ich eher Sympathieträger-Figuren verkörpere.
Würden Sie denn gerne mal einen fiesen Charakter spielen?
Amft: Absolut. Am liebsten eine schizophrene Zwillingsschwester in einer Doppelrolle. (lacht) Wohl jeder Schauspieler träumt davon etwas zu spielen, von dem er am weitesten entfernt ist. Das ist ja das Tolle an dem Beruf, dass man die Chance hat, 1000 Leben in einem einzigen Leben leben zu dürfen. Man kann die Bettlerin sein - und die Königin. Oder man spielt in einem Kostümfilm mit und darf für zwei, drei Monate eine Zeitreise machen. Das ist schon irre.
In Der Bulle und das Landei spielen Sie eine Polizistin, in Doctor’s Diary eine Ärztin. Wenn Sie sich zwischen einem der beiden Berufe entscheiden müssten, welchen würden Sie auswählen?
Amft: Polizistin.
Warum?
Amft: Weil ich kein Blut sehen kann. (lacht)
Was?! Dr. Gretchen Haase kann kein Blut sehen?
Amft: Ja, das stimmt. Schon beim Anblick von Filmblut wird mir schlecht, da geht die Fantasie mit mir durch. Deswegen habe ich den größten Respekt vor all den Ärzten und Krankenschwestern dieser Welt. Was die leisten müssen, ist unglaublich und bewundernswert. Und wenn es sie nicht geben würde, würde der eine oder andere dumm aus der Wäsche gucken. Wenn man diesen Beruf wählt, muss man mit Haut und Haar sagen: Ich will Leben retten und alles dafür tun. Und wenn man umkippt, weil man eine Spritze setzen muss, bringt es dem Patienten leider nicht so viel. Deswegen würde ich eher zur Polizei gehen.
Wie schaffen Sie es dann, in Doctor’s Diary glaubhaft eine Chirurgin zu verkörpern?
Amft: Wir hatten ein sehr intensives Training, medizinische Vorbereitung wurde zu Beginn der ersten Staffel ganz groß geschrieben. Die Produktion hat es zum Beispiel ermöglicht, dass wir bei einer Original-OP anwesend sein durften. Was wir da erlebt haben! Was mich am meisten erstaunt hat, waren die Gespräche der Chirurgen. Die reden während einer Blinddarm-OP über Pauschalurlaub und über noch viel krassere Sachen. Da ist das, was wir in der Serie machen, echt noch harmlos. Zum Glück liegt der Patient in Narkose und kriegt nichts mit.
Sie drehen derzeit für die dritte Staffel von Doctor's Diary. Was wird passieren im Leben von Dr. Gretchen Haase?
Amft: Auf jeden Fall wieder eine ganze Menge, und der Zuschauer kann sich auf viel Spaß und Unterhaltung freuen. Ich bin selber ganz hin und weg von den Drehbüchern, von denen ich bislang nur die Hälfte kenne, und brenne darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Es sind wieder die bekannten Figuren dabei, alle sind an Bord. Und es passieren die spektakulärsten Sachen - wie im realen Leben, da weiß man ja auch nicht, was morgen passiert.
Es gibt einen prominenten Neuzugang: Nora Tschirner ...
Amft: … ja, aber Nora hat ihre Drehtage noch nicht gehabt. Ich kenne sie schon ein bisschen länger und freue mich sehr darauf, mit ihr zu arbeiten. Das wird mit Sicherheit ein großer Spaß.
Es könnte aber auch zu Eifersüchteleien kommen, weil sie sich ranmachen will an Marc…
Amft: Das macht sie aber so charmant, dass man ihr nicht wirklich böse sein kann. Und sie versucht dabei auch gar nicht, Gretchen auszustechen. Im Gegenteil, sie mag Gretchen. Die hat sie schließlich darüber informiert, dass ihr Bruder krank ist, da hat sie eine gewisse Dankbarkeit ihr gegenüber.
Können Sie sich privat anfreunden mit Gretchens Einstellung zu den Männern und ihrer Vorstellung von einem Märchenprinzen?
Amft: Ja, total. Das war auch mit der Grund, warum ich mich in diese Rolle verliebt habe und zu hundert Prozent in die Figur eintauchen kann. Und das ist vielleicht auch der Grund, warum sich viele Frauen mit dieser Figur identifizieren können. Gretchen ist nicht perfekt, sie macht Fehler, erlebt das reinste Liebeschaos - so wie viele Frauen. Ich kenne das auch: Wenn man jung ist, denkt man, mit 30 habe ich zwei Kinder, einen Mann und ein Haus. Dieses Märchendenken ist typisch für Gretchen. Und deshalb kann ich mich auch so gut in sie hineinversetzen und finde sie so unglaublich sympathisch. Aber manchmal würde ich sie sehr gerne mal zur Seite ziehen und ihr sagen: Reiß dich mal zusammen. (lacht)
Was haben Sie denn gemeinsam mit Gretchen?
Amft: Die Stimme ist auf jeden Fall identisch. (lacht) Und Gretchen neigt dazu, immer mal wieder ins Fettnäpfchen zu treten. Mir passiert das auch, ich kann sehr schwer planen, bin sehr spontan und das führt halt zu der einen oder anderen chaotischen Situation.
Und was unterscheidet Sie von Gretchen?
Amft: Der größte Unterschied ist, dass sie Schokolade liebt und ich komischerweise nur Milchschokolade - und das auch nur während der Dreharbeiten.
Diana Amft, geboren 1975 in Gütersloh, wurde durch die Rolle der Inken in dem Film Mädchen, Mädchen und dessen Fortsetzung Mädchen, Mädchen 2 - Loft oder Liebe bekannt. Zurzeit spielt sie die Hauptrolle (Dr. Gretchen Haase) in der RTL-Dramedy-Serie Doctor's Diary, deren dritte Staffel in Berlin gedreht wird (Ausstrahlungstermin: 2011). Am 10. Mai, 20.15 Uhr, ist sie im SWR im Eifelkrimi Der Bulle und das Landei zu sehen.
/ivb/news.de
Finde den Beitrag fast ganz gut. Nur würden sich ggf. Alle Patienten einen sehr stillen OP wünschen und ggf. dafür sogar einen etwas höheren Vorbeitrag ihrer KV fordern, denn Sie aber sehr sicher später dann wieder gut geschrieben bekommen werden.
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