Von Susann Huster
Heike Makatsch wechselt ihr Metier: Am Leipziger Centraltheater gibt die 38-Jährige ihr Bühnendebüt. Im Interview spricht die Film-Schauspielerin über Lampenfieber vor der Premiere, das Theaterspielen und die Zusammenarbeit mit dem Theaterintendanten Sebastian Hartmann.
In Filmen wie Dr. Hope, Hilde und Margarete Steiff spielte Heike Makatsch starke, selbstbewusste Frauen, die sich in schwierigen Situationen in einer oft von Männern dominierten Welt behaupten. Am 8. Mai gibt sie in dem Stück Paris, Texas im Leipziger Centraltheater ihr Debüt auf der Bühne. In dem Stück, das auf Wim Wenders' gleichnamigem Roadmovie basiert, spielt sie die Rolle der Jane - einer Mutter, deren Beziehung gescheitert ist.
Frau Makatsch, was reizt Sie am Theater?
Makatsch: Mich reizt die Erfahrung des unmittelbaren Schauspielerns auf der Bühne. Im Theater kann man andere Geschichten erzählen und andere Sinne beim Zuschauer ansprechen als im Film.
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Leipziger Centraltheater?
Makatsch: Irgendwann bekam ich eine Mail des Theaters, in der mir Sebastian Hartmann ein Treffen vorschlug, um gegebenenfalls miteinander zu arbeiten. Wir trafen uns mehrmals, mochten uns und entschieden uns, Paris, Texas zu machen.
Sie sind bisher nur als Filmschauspielerin bekannt. Ist auch das Theater Ihr Metier?
Makatsch: Ich finde das noch heraus. Film- und Theaterspielen sind unterschiedliche Paar Schuhe. Beim Film hast du die Szene am Abend im Kasten. Theaterspielen ist ein langwieriger Prozess, der nie beendet ist. Aber es ist letztlich auch Schauspielerei - ein ähnlich beglückendes Gefühl wie vor der Kamera. Allerdings fehlt mir bisher noch die sehr spezielle Erfahrung, wie es ist, vor Publikum zu spielen.
Haben Sie vor der Premiere am Samstag Lampenfieber?
Makatsch: Bis jetzt habe ich noch keines. Aber am Abend der Premiere werde ich sicherlich Lampenfieber haben. Natürlich bin ich aber auch eingebettet in ein Ensemble.
Wie war die Zusammenarbeit mit Sebastian Hartmann?
Makatsch: Ich schätze seine große Offenheit für alle Inspirationsquellen. Er schafft Dinge zusammen mit den anderen Akteuren, sucht mit ihnen gemeinsam nach der Essenz des Stücks und ist sehr vorurteilsfrei. Für mich war es gewöhnungsbedürftig, dass nichts vorher feststand. Sebastian lässt sich von einer Vision leiten, die sich jeden Tag ändern kann.
Was denken Sie über das Roadmovie Paris, Texas?
Makatsch: Er ist ein sehr atmosphärischer Film, der einem lange nachhängt - in Gedanken und im Herzen. Er kam 1984 heraus, als meine Eltern jung waren - die erste Generation zersprengter Kleinfamilien. Ich finde, er hat ein großes Identifikationspotenzial. Außerdem mag ich Wim Wenders sehr.
Sie sind seit sechs Wochen in Leipzig und haben ihre beiden kleinen Töchter dabei. Bleiben Sie auch nach der Premiere in der Stadt?
Makatsch: Nein, ich werde dann zwischen Leipzig und Berlin pendeln. Bis zur Sommerpause sind zehn Vorstellungen geplant.
juz/nak/news.de/ddp
Gaiill! Wie kommt man zu dieser Baustelle?
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