Witze-Onkel geht mit Maus auf Sendung
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Von Yuriko Wahl
Artikel vom 07.05.2010
Sein Lampenfieber hält sich in Grenzen. Nach vielen Jahren auf Kabarettbühnen und Auftritten für mehrere TV-Sender hat Eckart von Hirschhausen Premiere auf dem besten ARD-Sendeplatz: Er gibt sein Debüt als Moderator der Quizsendung Frag doch mal die Maus.
Promis wie Grand-Prix-Teilnehmerin Lena Meyer-Landrut, Schauspielerin Jutta Speidel oder Komiker Wigald Boning sind dabei, wenn Eckart von Hirschhausen sein Debüt als Moderator der Familien-Unterhaltungsshow Frag doch mal die Maus gibt. «Das passt wunderbar zu dem, was ich seit 15 Jahren mache, nämlich Wissenschaft und Unterhaltung verbinden. Bisher auf der Bühne und im Buch, jetzt im Fernsehen», sagt der Mediziner und Comedian.
Hintergrund der Hirschhausen-Premiere: Quoten-Garant Jörg Pilawa fängt im Herbst beim ZDF an, die ARD schließt nun mehrere Lücken mit anderen Moderatoren. Hirschhausen übernimmt mit der Maus-Show die wichtigste. Der Spiegel nennt den 42-Jährigen einen «omnipräsenten Witze-Onkel», der als «Wunderwaffe» der kriselnden ARD-Unterhaltung Auftrieb geben soll. Aber auch Frank Plasberg, Ranga Yogeshwar und Sven Lorig werden nach dem Pilawa-Wechsel ARD-Abendshows präsentieren. Insgeheim heißen die vier schon «die Viertel-Pilawas».
«Nicht der Moderator ist der Star, sondern die Kinder, das Publikum, die Kandidaten. Meine Rolle ist nichts, was den Lauf der Welt anhält. Aber der Samstagabend ist natürlich schon eine große Nummer im Fernsehen», sagt von Hirschhausen. Perfektion findet er langweilig, es darf auch was schief gehen. Einen guten Moderator erkenne man daran, dass er sich nicht anmerken lässt, dass er ins Schwitzen kommt, sagt der Kinderneurologe und Wissenschaftsjournalist: «Jeder, der mal zu Omas Geburtstag eine Drei-Minuten-Rede gehalten hat, ahnt, wie schwer es ist, als Moderator fast drei Stunden lang die Spannung zu halten.»
In der aufgezeichneten 135-Minuten-Sendung des Westdeutschen Rundfunks (WDR) rätseln die Promis wieder mit Unterstützung von Kindern und Erwachsenen im Studio. Es gibt spektakuläre Experimente, eins davon wird ein «Saugnapfpoker» sein, verrät der Neue nebulös.
Seine TV-Karriere hatte vor 15 Jahren beim WDR begonnen - als Praktikant der Wissenschaftssendung Quarks & Co. «Dieses Wissenschafts-Entertainment ist ein echter Trend, ein Genre, das es so vor einigen Jahren noch gar nicht gab», sagt von Hirschhausen. «Mein Anspruch ist: Ich mache nur Sendungen, die ich selbst gucken würde.» Demnach guckt der 42-Jährige also auch die Talkshow Tietjen und Hirschhausen des Norddeutschen Rundfunks (NDR), die er seit vergangenen September mitmoderiert. Im Herbst 2010 kommt eine zweiteilige ARD-Quizshow rund um den menschlichen Körper dazu - und am 20. Mai der Gedächtnistest.
Von Hirschhausens Spezialität: «Was sich mir zugute halte: Komplizierte Themen aus Psychologie und Medizin so herunterzubrechen, dass es jeder versteht, und dass man sieht, was es mit dem eigenen Leben zu tun hat. Dass man damit einem Medizinmann mal so die Bude einrennen würde, war vor fünf Jahren noch nicht klar, da dachte niemand, dass man damit Hallen füllen kann. Noch nicht mal ich selbst.» Mit Titeln wie Die Leber wächst mit ihren Aufgaben (2008) oder Arzt-Deutsch, Deutsch-Arzt (2007) gilt er zudem als erfolgreicher Sachbuchautor.
An erster Stelle rangiert aber klar das medizinische Kabarett. «Ich bin im Kern ein Arzt geblieben, aber die Spielfelder sind unterschiedlich», sagt von Hirschhausen, dessen Stiftung Humor Hilft Heilen schwer kranken Kindern in Kliniken mit Clown-Vorführungen heitere Momente verschafft. «Ich bin ein Bühnenmensch und werde es auch bleiben. Auf der Bühne bin ich in meinem Element. Ich mache gerne Fernsehen, aber ich bin in der glücklichen Lage, dass ich es nicht machen muss.»
Frag doch mal die Maus, 8. Mai, 20.15 Uhr im Ersten
car/reu/news.de/dpa
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