Die Lola ist nicht der Oscar. Aber die kleine deutsche Schwester des amerikanischen Filmpreises bringt einmal im Jahr auch richtig großen Glamour auf den roten Teppich - und feiert heute einen runden Geburtstag.
Anders als ihre US-Kollegen können die Schauspieler, Regisseure und Produzenten hierzulande übrigens außer der Lola-Statuette auch Geld mit nach Hause nehmen. Der Filmpreis ist mit insgesamt knapp 2,9 Millionen Euro die höchstdotierte Kulturauszeichnung Deutschlands.
Bei der ersten Filmpreis-Gala im Jahr 1951 gewann die Erich-Kästner-Verfilmung Das doppelte Lottchen alle Hauptpreise. Romy Schneider, Heinz Rühmann, Hildegard Knef, O.W. Fischer, Martin Held, Heinz Sielmann, Lilli Palmer und Ruth Leuwerik - sie alle nahmen in den folgenden Jahren die Auszeichnung entgegen. Götz George und Mario Adorf wurden Ende der 1950er noch als beste Nachwuchsschauspieler geehrt.
Kategorien und Preise wechselten über die Jahrzehnte: In den 1950er Jahren gab es noch Silberne Becher und Schalen, den Goldenen Leuchter und die Vase mit goldenem Zweig. Es gab den «besten Problemfilm», den «Film, der zur Förderung des demokratischen Gedankens beiträgt» und den «Film mit besonders staatspolitischem Gehalt». Bis 1998 wurden Filmbänder in Gold und Silber vergeben. Den ersten Deutschen Filmpreis bekam 1999 Tom Tykwers Lola rennt. Damit startete der deutsche Film auch international durch.
Vor zehn Jahren warnte der für seine Werke mehrfach mit dem Filmpreis ausgezeichnete Wim Wenders noch vor übertriebenen Hoffnungen auf einen schnellen internationalen Durchbruch des deutschen Kinos. Mittlerweile dreht Lola rennt-Star Franka Potente längst in Hollywood. Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck hat für seinen Filmpreis-Gewinner Das Leben der Anderen auch einen Oscar bekommen.
Die Werke von Fatih Akin (Gegen die Wand, Soul Kitchen) werden regelmäßig auf internationalen Festivals ausgezeichnet. Und in den Babelsberger Filmstudios und an Berliner Schauplätzen stehen Stars wie Tom Cruise, Brad Pitt, Matt Damon, Kate Winslet, Cate Blanchett und Liam Neeson vor der Kamera - meist für mit deutschem Geld kofinanzierte Filme.
Die Gelder für den Deutschen Filmpreis kommen bis heute vom Bund. Die Vergabe lag früher in den Händen des Bundesinnenministeriums, dann beim Kulturstaatsminister. Seit 2001 heißt die goldene Statuette Lola. Und mittlerweile zum sechsten Mal entscheiden diesmal die mehr als 1100 Mitglieder der Deutschen Filmakademie über die Gewinner - neue Präsidenten sind die Schauspieler Iris Berben und Bruno Ganz.