Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Ob Baywatch, Knight-Rider oder Looking for Freedom - David Hasselhoff ist auch heute noch in Deutschland ein Star. Nachdem er in den vergangenen Jahren vor allem mit seinen Alkoholeskapaden von sich reden machte, versucht er sich nun an einem großen Comeback.
Es gibt Prominente, die man längst für tot erklärt und denen man ein Comeback nicht mehr zugetraut hatte, die dann ganz unverhofft wieder auf der Bildfläche erscheinen und es noch einmal wissen wollen, ob sie es noch können und ob das Publikum sie noch will. David Hasselhoff ist solch ein Star, dem man nach seinen jahrelangen Alkoholeskapaden das große Comeback zwar gönnt - immerhin war er einer der größten Fernsehstars des 20. Jahrhunderts - aber nicht glauben kann, dass ihm das tatsächlich gelingt.
Doch David Hasselhoff ist wieder da. In diesen Tagen veröffentlicht er in Deutschland seine Biografie Wellengang des Lebens, am Wochenende ist er zu Gast beim Musikantenstadl und präsentiert dort seinen neuen Song This Time Around und seinen Erfolgssong Looking for Freedom im Duett mit Andy Borg. Auch K.I.T.T., das Wunderauto aus der Kultserie der 1980er Jahre Knight Rider wird auf der Bühne nicht fehlen. In Las Vegas plant er derzeit ein Knight-Rider-Musical, eine TV-Reality-Show mit seinen Töchtern und ein neues Album ist ebenfalls in Planung.
Skurril möchte man das alles finden, ist es auch, aber David Hasselhoff war auch zu seinen Erfolgszeiten ein kurioser Star - denkt man allein an seinen Auftritt Silvester 1989 an der Berliner Mauer, als er auf einem Kran mit einer blinkenden Lederjacke seinen Hit Looking for Freedom sang. Und später das Gerücht kursierte, David Hasselhoff glaube, er habe damit die Mauer einstürzen lassen.
Wie ein Wiedersehen mit einem alten Freund
Dass Hasselhoff in Deutschland nach so einer langer Zeit immer noch eine große Fangemeinde besitzt und man ihm das Comeback sehr wohl zutrauen sollte, konnte man bei seinem Auftritt in der Talkshow von Markus Lanz beobachten. Gut gelaunt, vor allem nüchtern und sehr redselig saß der 57-Jährige in der ZDF-Sendung, die an diesem Abend mehr eine Hasselhoff- als eine Lanz-Show war - was aber auch eine gute Talkshow ausmachen sollte. Hasselhoff als Veteran der Unterhaltungsbranche bewies, wie unterhaltsam er noch sein kann. Es war, als ob ein alter Freund, den man sehr lange nicht mehr gesehen hatte, zu einem spontanen Besuch vorbeigekommen sei.
Und Markus Lanz bot seinem Gast einen perfekten Empfang: Zu Beginn der Sendung setzte er sich ans Klavier, stimmte zusammen mit dem Publikum Looking for Freedom an, während Hasselhoff wie ein Gladiator ins Studio einzog und das Studio-Publikum «David, David» rief. Natürlich ist er älter geworden, sein bewegtes und ausschweifendes Leben hat Spuren im Gesicht hinterlassen. Aber er machte immerhin einen vollkommen nüchternen Eindruck, was in den vergangenen Monaten nicht die Regel war - denkt man etwa an sein lallenden Auftritt bei den MTV Europe Music Awards 2009.
Die Sache mit dem Alkohol
Ob er denn derzeit eine Freundin habe, fragte Lanz ihn zu Beginn des Gesprächs. Hasselhoff, der mit seinen weißen Lackschuhen ein wenig an Thomas Gottschalk erinnerte, grinste und sagte, dass es da ein paar Mädels gibt in seinem Leben, aber nichts Ernstes. Aber er verriet, dass er gern nach Hamburg komme, den hier gäbe es ein nettes Mädchen, das auch beim Fernsehen arbeitet und das er immer gerne besucht. Schon glaubte Lanz für eine Sensation sorgen zu können und aus Hasselhoff ein Liebesouting mit seiner deutschen, vermutlich prominenten Freundin herauskitzeln zu können. Doch er wurde enttäuscht, denn schon hatte Hasselhoff eine andere ihm bekannte Dame im Publikum entdeckt - die Frau, mit der er über Skype seine Biografie geschrieben habe. Er sprang auf, um sie zu umarmen.
«Wollen sie was trinken?», fragte Lanz seinen Gast und fügte schnell hinzu: «Natürlich Wasser.» Damit spielte er auf Hasselhoffs bekannte Alkoholprobleme an. Und schon kam ein «schönes Fräulein» im knappen roten Baywatch-Badeanzug auf die Bühne und schenkte den Herren ein, während die sich und den Zuschauer bestens unterhielten. Hasselhoff: «Die muss ich wohl retten.» Lanz: «Die würde bestimmt gern mal von ihnen beatmet werden».
Pamela und ihr Charisma
Und da man gerade beim Thema war, wollte Lanz wissen, warum in Baywatch eigentlich die weiblichen Rettungsschwimmer immer in Zeitlupe am Strand herumrennen mussten. Ein Einspieler mit Pamela Anderson folgte, unterlegt mit einem stöhnenden Lanz aus dem Off. «Zu Beginn hatten wir nicht genug Geld. Ein Mädchen in Slow-Motion war billiger», lüftete Hasselhoff das lang gehütete Geheimnis. Und schwärmte vom Charisma und dem schauspielerischen Talent seiner Kollegin Pamela Anderson, gab jedoch auch zu, dass sie sicherlich auch wegen ihrer weiblichen Rundungen für Baywatch verpflichtet wurde.
Natürlich sprach Lanz auch Hasselhoffs Alkoholprobleme an, die dieser auch nicht verharmloste, aber um Privatsphäre bat. Die gewährte ihm Lanz auch und lobte sich und seinen Sender ein bisschen zu viel dafür, dass man sich dafür entschieden hatte, ein Video, das im Internet kursiert und Hasselhoff völlig betrunken beim Burger-Essen zeigt, nicht auszustrahlen. Und Lanz hätte Hasselhoffs Alkoholprobleme dann auch nicht noch verharmlosen müssen, als er sagte: «Wir waren ja alle schon mal betrunken.»
Für Hasselhoffs Comebackpläne bleibt nach diesem Abend zu hoffen, dass er seine Alkoholprobleme tatsächlich in den Griff bekommen hat, denn sonst könnte er schnell wieder von der Bildfläche verschwunden sein.
In nächster Zeit wird er auf jeden Fall wohl noch öfter in Deutschland vorbeischauen. Denn wie er in einem Interview mit der Bunten verriet, will er sich in nächster Zeit auf Ahnensuche begeben. Er ist nämlich fest davon überzeugt, dass er in einem Ort bei Kassel, der seinen Namen trägt, Verwandte hat. Wieder einmal mehr als skurril, aber genau das, was man von David Hasselhoff erwartet.