Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Keith Edward Elam alias Guru, einer der wichtigsten HipHop-Künstler der 1990er Jahre, ist tot. Er erlag am Montag im Alter von 43 Jahren einem Krebsleiden. Vor allem seine Jazzmatazz-Reihe sorgte für Aufsehen weit über die Szene hinaus.
Anfang März war Elam wegen eines Herzinfarkts in ein Krankenhaus eingeliefert und einer Notoperation unterzogen worden. Seit mehr als einem Jahr litt der 1966 in Boston geborene Rapper unter Krebs, am Montag nun hat er den Kampf verloren. Die Krankheit wollte er nicht öffentlich machen, wie sein Produzent Solar in einem Statement mitteilte: «Das wollte Guru für sich behalten, bis er den Krebs besiegt hat, aber tragischerweise passierte das nicht mehr. Der Krebs hat ihn uns weggenommen. Mit ihm verliert die Welt einen tollen Menschen und ein echtes Genie.»
Guru, dessen Künstlername für «Gifted Unlimited Rhymes Universal» steht, hatte 1987 gemeinsam mit seinem Partner, dem DJ und Produzenten DJ Premier, das Duo GangStarr gegründet. 1993 erschien das erste Album seiner Jazzmatazz-Reihe, in der er Rap, HipHop und Jazz miteinander mischte und weit über die Grenzen der Szene hinaus für Aufsehen sorgte. Unter anderem arbeitete er für die fünf Alben der Reihe mit Künstlern wie Erykah Badu, Herbie Hancock, Macy Gray, MC Solaar, Kelis oder Branford Marsalis zusammen.
Im Internet ist inzwischen ein Abschiedsbrief aufgetaucht, in dem Guru schreibt, er wolle nicht, dass sein Andenken mit seinem ehemaligen Partner DJ Premier in Verbindung gebracht werden soll. Sieben Jahre habe er nichts mehr von ihm gehört, nun solle das auch im Tod so bleiben. Im September 2005 hatte Guru in einem Interview noch gesagt, das Duo habe sich in Freundschaft aufgelöst.
In dem Brief verabschiedet sich Guru zudem: «Ich, Guru, schreibe diesen Brief an meine Fans, Freunde und Lieben rund um die Welt. Ich habe lange einen Kampf gegen den Krebs geführt, bin aber der Krankheit unterlegen. Ich schreibe dies mit Tränen in meinen Augen, nicht aus Sorge, sondern aus Freude darüber, ein wunderbares Leben gehabt zu haben, in dem ich viele grossartige Menschen treffen durfte.»
Das letzte Album Guru 8.0 Lost and Found veröffentlichte der Künstler 2009. Insgesamt brachte er neben den Jazzmatazz-Alben fünf eigene Platten heraus. Zuletzt hatte Guru bei der Synchronisation von Videospielen mitgearbeitet oder war als Gastrapper auf Alben anderer Künstler aufgetreten.
voc/news.de