Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Prominente machen gerne Schlagzeilen mit ihren Liebschaften. Denn auch bei ihnen fällt die Liebe halt dorthin, wo sie hinfällt. Neuerdings sind es die eigenen Manager, in die sie sich verknallen, wie Sarah Connor und Maria Riesch beweisen. Da stellt sich die Frage: Was hat dieser Männer-Typ, was andere nicht haben?
Ob es um die neueste Mode geht, die gerade angesagteste Frisur oder um ein neues Beuteschema in Sachen Beziehungen, Prominente setzen gerne Trends. So startete Madonna etwa ins neue Jahrtausend als Cowgirl und machte damit den Cowboy-Hut weltweit auf jeder Party salonfähig und Victoria Beckham verhalf mit ihrem Bob zur Renaissance der kurzen Haare. Die deutsche Schauspielerin Simone Thomalla sorgte erst vor wenigen Monaten mit ihrer Beziehung zu dem 19 Jahre jüngeren Handballer Silvio Heinevetter für ein neues Bewusstsein, dass nicht nur Mann, sondern auch Frau sich in einen deutlich jüngeren Partner verlieben kann und auch darf.
Derzeit scheinen prominente Frauen in Deutschland einen altbekannten Trend neu beleben zu wollen: Ex-Boygroup-Mitglieder sind ebenso out wie Toyboys oder deutlich ältere Männer, der Trend geht zu einem ganz bestimmten Typ Mann: der eigene Manager. Sängerin Sarah Connor und Sportlerin Maria Riesch zeigten sich in den vergangenen Wochen glücklich mit ihren Agenten an ihrer Seite.
Nach der Scheidung von Ex-Boygroup-Sänger Marc Terenzi Anfang April kann Sarah Connors «Herz wieder lachen», wie sie selbst ihren Gemützustand auf ihrer Homepage beschrieb. Bereits seit einigen Monaten sei sie «in einer festen Beziehung mit einem wundervollen Mann», gemeint ist ihr Manager Florian Fischer.
Auf Augenhöhe begegnen
Doch Connors Beuteschema hat sich nur auf den ersten Blick verändert. Fischer ist wie Ex-Mann Terenzi ebenfalls ein Ex-Mitglied einer Boygroup. Doch nach dem Aus seiner Band The Boyz, bei der auch der heutige Sänger von Ich + Ich, Adel Tawil, seine Karriere begann, hat sich Fischer im Gegensatz zu Terenzi eine neue erfolgreiche Karriere aufbauen können. Heute ist er Manager und Produzent, neben Sarah Connor kümmert sich der 35-Jährige auch um Stars wie Ich + Ich, Stephanie Heinzmann und das Opernsänger-Quintett Adoro.
Erfolg macht sexy, das hat sich wohl auch Sarah Connor gedacht und ihren neuen Freund direkt am Arbeitsplatz rekrutiert. Man kennt sich, das Risiko, auf einen Blender hereinzufallen, minimiert sich. Und auch eine starke Frau braucht eine Schulter zum Anlehnen, und wenn diese Schulter selbst stark ist, desto besser.
Auch Maria Riesch hat sich in ihren Manager verliebt. Die beste deutsche Skifahrerin hat sich einen der erfolgreichsten und einflussreichsten Männer im Sport und Medienbusiness geangelt. Marcus Höfl ist einer der engsten Vertrauten von Franz Beckenbauer, auch Franziska van Almsick und Boris Becker lassen sich von ihm beraten. Ein Volltreffer, der Riesch hier gelungen ist.
Der Erfolg der Frau ist der Erfolg des Managers
Und Sarah Connor und Maria Riesch sind nicht die Einzigen. Die Liste prominenter Stars, die ihren Freund auf der Gehaltsliste haben, ist lang. Auch Verona Pooth war vor Beginn ihrer Karriere und ihren Ehen mit Dieter Bohlen und Franjo Pooth mit ihrem Manager Alain Midzic zusammen, der aus ihr die erfolgreichste Werbeikone Deutschlands machte. Jenny Elvers-Elbertzhagen liebt ihren Manager und jetzigen Ehemann Götz Elbertzhagen, der ihr zum Status einer seriösen Schauspielerin verhalf, und Britney Spears konnte nach ihren Zusammenbrüchen auf ihren Manager Jason Trawick zählen, der immerhin versuchte, positiven Einfluss auf ihr Leben zu nehmen.
Der Trend zum Manager als Liebhaber ist leicht nachzuvollziehen: Als Promi hat man einen engen Zeitplan, viele Beziehungen scheitern daran, dass man keine Zeit für einander hat, sich schlichtweg so gut wie nie sieht. Das kann einem in einer Promi-Manager-Beziehung kaum passieren. Im Gegenteil, das Risiko besteht darin, dass man sich zu viel sieht, dass man sich eingeengt fühlt. Aber, dass die Beziehung am Erfolg der Frau scheitert, ist weniger wahrscheinlich, da der Erfolg der Frau auch der Erfolg ihres Managers ist. Neid ist hier selten ein Thema.
Ein Risko könnte aber die Kontrolle sein, die der Manager rein beruflich auf seinen Star ausüben muss. Wenn er auch privat zum Kontrollfreak wird, dann kann dass ein wirkliches Hindernis werden. Oder wenn er die Liebe des Stars für die eigene Karriere missbraucht und seinen Schützling zu etwas bewegt, was sie ohne die rosa Brille des Verliebtseins nicht tun würde. Doch dann, wenn sie aufwacht, kann sie ganz einfach einen Schlussstrich unter die Beziehung mit ihrem Manager ziehen: ihn einfach von der Gehaltsliste streichen.