Von news.de-Redakteur Christian Vock
Bei Donald-Duck-Fans ruft sein Name ehrfürchtiges Raunen hervor: Carl Barks. Der Vater von Onkel Dagobert oder den Panzerknackern prägte die Entenwelt wie kaum ein Zweiter. Der Ehapa-Verlag legt jetzt die Geschichten des Zeichenkünstlers neu auf.
Ehre, wem Ehre gebührt. Und wem bei Disney würde mehr Ehre gebühren als Carl Barks? Fast folgerichtig, dass der Ehapa-Verlag mit seiner alle zwei Monate erscheinenden Entenhausen-Edition Barks nun ein kleines Denkmal setzt. Der geniale Zeichner und Geschichtenerzähler gründete Entenhausen (Duckburg im amerikanischen Original), den Tummelplatz der Duck-Welt und sorgte damit nicht nur für einen festen Schauplatz vieler Geschichten, sondern schuf damit gleich ein ganzes Universum, von dem einige sogar glauben, dass es wirklich existiert.
Doch ein Universum braucht auch Bewohner, die es mit Leben erfüllen, und auch hier war es Barks, der einige der bekanntesten Figuren Entenhausens erschuf. Allen voran Dagobert Duck, der stinkreiche Onkel von Donald Duck. Der gefiederte Geizkragen etablierte den Geldspeicher als Alternative zum Bankfach und die Schrotflinte als Sicherheitssystem. Aber ohne Carl Barks wäre auch Donald nicht derselbe, schließlich bekam er mit Onkel Dagobert nicht nur einen Verwandten an die Seite gesetzt, sondern auch einen völlig konträren Charakter, mit dem es zu interagieren galt. Dass er stets bei seinem reichen Onkel in der Kreide stand, war nicht selten Anlass für eine neue Geschichte.
Die Geschichten von dem geldgierigen Erpel fanden zuletzt sogar Eingang in die reale Welt der Hochfinanz. Während der Finanzkrise musste Dagobert immer wieder als Vergleich herhalten, wenn es darum ging, die Höhe des vernichteten Geldes greifbar zu machen. An jeder Ecke war von Fantastilliarden die Rede, ein Begriff, der eigentlich zur Annäherung an die Größe von Dagoberts Vermögen beitragen sollte.
Wo viel Geld, da bekanntlich auch viele, die es haben wollen. Und so stellte Barks dem geschäftstüchtigen Dagobert gleich zwei Erzfeinde gegenüber. Die einen, die Panzerknackerbande, hatten es nur auf den schnöden Mammon abgesehen, während die andere, die Hexe Gundel Gaukeley, stets hinter dem Taler Nummer Eins her ist - dem ersten selbstverdienten Taler werden magische Kräfte zugeschrieben.
Den Rest des Entenhausen-Universums bevölkerte Barks mit nicht weniger skurrilen Charakteren wie dem Erfinder Daniel Düsentrieb, dem Glückspilz Gustav Gans oder der Pfadfinder-Truppe vom Fähnlein Fieselschweif. In Deutschland verhalf nicht zuletzt die unter Disney-Fans berühmte Übersetzerin Erika Fuchs den Figuren Barks zu steigender Beliebtheit. Über 40 Jahre übersetzte sie als Chefredakteurin für den Ehapa Verlag die deutschen Micky-Maus-Hefte und ihr lautmalerischer Stil (schluck, stöhn, ächz, grübel) hat inzwischen längst Eingang in die Alltagssprache gefunden.
Seit dem 16. April sind die Geschichten von Barks mit den Übersetzungen von Erika Fuchs nun im Zeitschriftenhandel als eigene Edition zu haben. Der erste Band enthält fünf der etwa 500 Geschichten, die Barks für Disney zeichnete. Unter den fünf Geschichten, die zwischen April und August 1943 zum ersten Mal veröffentlicht wurden, auch eine seiner bekanntesten, in der Donald sogar gegen einen Hai kämpft, um eine Strandschönheit zu beeindrucken. Ein schöner Rückblick auf die Anfänge der Duck-Familie und in das Schaffen eines der größten Comic-Künstler.
Entenhausen-Edition Donald
Von Carl Barks
Neu koloriert
Seit 16. April
Preis: 5,95 Euro