Von Axel Schock
Manche mögen davon träumen, einmal ein richtiger Gangster zu sein. Für die Fosters aber, die beim Dinner durch einen dummen Zufall für Mafiosi gehalten werden, ist das neue Leben etwas zu aufregend. Außerdem hätten sie gerne ihr Risotto zu Ende gegessen. Date Night, neu im Kino.
Eingefahren und überraschungsarm ist das Familienleben der Fosters. Für das kleinbürgerliche Ehepaar ist der Besuch der Taverne in ihrer Vorstadtsiedlung bereits der wöchentliche Höhepunkt. Für Abwechslung soll ein Besuch in einem angesagten Nobelrestaurant in Manhattan sorgen. Dafür hat sich das Paar in Schale geworfen und den Weg von New Jersey nach New York auf sich genommen. Weil es so kurzfristig in dem In-Laden keine freien Plätze gibt, geben sie sich kurzerhand für ein anderes Paar aus und schnappen sich deren Reservierung. Für Clara und Phil Foster hat dieser kleine Schwindel in Date Night - Gangster für eine Nacht jedoch fatale Folgen.
Denn wer hätte ahnen können, dass die Tripplehorns, als die sie sich ausgeben, im Restaurant unangenehmen Besuch von düsteren Mafia-Gestalten bekommen würden. Alles Reden hilft nichts, man hält die Fosters nun für die Tripplehorns, und diese sollen gefälligst einen USB-Stick mit offensichtlich verfänglichem Material herausrücken.
Ihr Risotto können die Fosters nicht mehr zu Ende genießen, dafür haben sie den Rest der Nacht mehr Abenteuer als ihnen lieb ist. Shawn Levy hat sich bereits mit Filmen wie Nachts im Museum und Im Dutzend billiger als Regisseur temporeicher Komödien bewährt. In Date Night spielen er und sein Drehbuchautor Josh Klausner (Für immer Shrek) zwar mit sämtlichen Gangster- und Spießer-Klischees, die Möglichkeiten der verwechselten Identitäten und Gegenwelten werden allerdings nicht wirklich ausgereizt.
Vielmehr baut Levy auf sein Handwerk und liefert routiniert inszenierte Unterhaltung mit reichlich Actioneinlagen. Tina Fey (30 Rock) und Steve Carell (Evan Allmächtig) sind für diese Art derben, aber letztlich harmlosen Humor eine ideale Besetzung und retten durch ihre Spielfreude das an Überraschungen etwas arme Drehbuch.
In Nebenrollen finden sich weitere Darsteller mit pointierten Kurzauftritten. James Franco etwa spielt einen fahrigen Kleinkriminellen und Mark Wahlberg den IT-Experten Holbrooke Grant und Helfer der Fosters in der Not. Der selbstverliebte Grant präsentiert sich in seinem Luxusloft stets mit freiem, durchtrainiertem Oberkörper und spielt selbstironisch mit seinem Image als unwiderstehliches Sexidol.
Während Clara angesichts so viel Manneskraft förmlich in die Knie geht, setzt sich Phil unweigerlich dem Vergleich in Sachen Potenz und Penisgröße aus. Am Ende aber, soviel sei verraten, siegt nicht das Begehren, sondern die Liebe. Das turbulente nächtliche Abenteuer vermochte das Eheleben der Fosters durchaus zu retten.
Titel: Date Night
Regisseur: Shawn Levy
Hauptdarsteller: Steve Carell, Tina Fey, Mark Wahlberg, Taraji P. Henson
Spielzeit: 88 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2010
FSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 15. April 2010