Mama? Bist Du das?!
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Artikel vom 09.04.2010
Eltern sind peinlich. Zumindest denken Teenager in der Pubertät so. Doch irgendwann finden sie heraus: Papa hat nicht immer Anzug und Krawatte getragen und Mama war nicht immer die brave Hausfrau. Es gab ein Leben davor, eines, in dem Papi gesoffen und Mami am Mofa geschraubt hat. Cool ...!
«Mensch, Mama, das ist sowas von peinlich!» – diesen Satz kennt jeder. Man hört ihn bei H&M oder vor der Disco, bei Geburtstagspartys oder am Eingang zum Schulhof. Da reicht eine Berührung, ein falsches Wort, ein falscher Blick. Oder es sind die Klamotten, mit denen sich Mütter – und natürlich auch Väter – in die Nesseln setzen. Die Jacke zu schrill, die Hose zu bunt und die Schuhe ... ja, die Schuhe ... die gehen einfach mal gar nicht. Eltern gehen einfach mal gar nicht. So in der Öffentlichkeit.
Ab einem gewissen Alter kracht es eben zwischen den Generationen und manchmal dauert es Jahre, bis Kinder merken: «Mann, meine Eltern waren ja auch mal so cool wie ich.» Denn irgendwann, vor Schwangerschaft und Eigenheim, vor 9to5-Job und Rindsroulade, da waren selbst Eltern mal normale – sprich: tolle – Menschen. Und die haben gemacht, was tolle Menschen eben so machen.
Da sind Carlo und Teresa auf ihrer Kawasaki unterwegs gewesen und Jean-Jaques posierte lässig auf seinem Simca, da trug Bob noch Uniform und Paula schraubte an ihrem Mofa, Phil war der König aller Saufspiele und Loraine und Terry – die waren schlicht Stilikonen. Bevor es bergab ging, so scheint es, waren alle, wirklich alle Eltern «freilaufend, hipp und total großartig». Der Beweis: das Weblog My Parents Were Awesome.
Dieses Blog, es unternimmt nicht etwa eine Reise durch die Filmgeschichte, sondern eine Reise durch die Wirklichkeit. Die Fotos, eingereicht von (stolzen) Kindern, erzählen mal melancholisch, mal urkomisch kleine Geschichten. Vor Fahrten in den Süden und modischen Entgleisungen, von seltsamen Bräuchen und wirklich tollen Menschen. Wer sich etwa Dorothy anschaut, wie sie da im März 1956 in Florida in ihrem Wagen sitzt, wird ebenso verzückt sein wie beim Anblick der wundervoll in Szene gesetzten Liebeserklärung von Tom an Betty oder von Lorraine in ihrem hinreißenden Petticoat.
Und wer die zwei Namenlosen im Long Beach Jail betrachtet, dem werden ebenso Fragezeichen auf der Stirn erscheinen wie beim Anblick von Miguel, der gerade seinen Gegner niederstreckt, oder von Barbara, die vielleicht gerade ihren Namen tanzt. Ganz zu schweigen von Greg mit seinem Skateboard, Margaret und Charlie mit ihren Cowboy-Hüten oder CC, die im Rainbow Valley per Anhalter unterwegs ist.
My Parents Were Awesome ist eines dieser Weblogs, auf denen man Stunden verbringen könnte und kann. 113 Seiten voller Eltern, mal stilbildend, mal erschreckend, mal vorbildlich, mal nicht zur Nachahmung empfohlen. Nur eines sind sie alle nicht: peinlich. Diese Eltern, sie sind einfach großartig.
juz/reu/news.de
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Glauben Sie ja nicht, was man vom Osterhasen erzählt. Von wegen, knuddelig und süß! Er ist das Böse mehr ...
Wir gehen mit Sarah Palin auf Pinguinjagd und schreddern Colin Powell. Lust mitzukommen? Unser mehr ...
Manchmal sieht es die Natur nicht gern, wenn der Mensch sich breit macht. Dann kämpft sie um ihr mehr ...
So wird aus schlichten Videochats ein echter Internet-Hype: Bei Chatroulette bestimmt die Gesprächspartner der mehr ...
Autowaschen war gestern, ab heute machen wir aus dreckigen Scheiben kleine Kunstwerke. Unser mehr ...
Harry Potter nur in Unterhosen? Solche und andere Photoshop-Montagen finden sich auf mehr ...
Nervige Kunden oder Kollegen möchte man zur Hölle wünschen. Wo sie auch herkommen, wie unser Surftipp mehr ...
Selbst bei einem Taschenmesser mit 87 Tools fehlt manch einem etwas. Das zeigen die Bewertungen bei mehr ...
Die Internetseite Steromood versucht, für jede Situation die passenden Songs zu finden - und schlägt sich dabei mehr ...