Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Wo die Liebe hinfällt: Nicht jeder Star verliebt sich in einen Prominenten, sondern auch in «Normalos» - wie in eine Kellnerin, einen Elektriker oder eine Tänzerin. Dabei scheint ein neuer Berufszweig entstanden zu sein - von Beruf: «Liiert mit einem Promi».
Dass Prominente sich Prominente als Partner suchen, ist meist die Regel. Nicht nur, dass sich ihnen die Gelegenheit, «Normalos» kennen und lieben zu lernen, seltener bietet, muss in Promi-Beziehungen meist der eine nicht im Schatten des anderen stehen. Ob Brad Pitt und Angelina Jolie, Catherine Zeta-Jones und Michael Douglas oder Victoria und David Beckham - jeder von ihnen hat sein eigenes Leben, mit dem er unabhängig vom Partner erfolgreich ist.
Natürlich gibt es aber auch Stars, die ihr Herz an «Nobodys» verloren haben. So etwa die britische Sängerin Leona Lewis, die immernoch mit ihrem Freund Lou, einem Elektriker, zusammen ist, den sie mit zehn Jahren in ihrer Heimatstadt kennengelernt hat. Oder Lewis' Kollegin Nelly Furtado: Die kanadische Sängerin heiratete 2008 den Tontechniker Demacio Castellón, ihre Beziehung hatte sie zuvor sehr lange geheim gehalten. Dass George Clooney auf Kellnerinnen steht, ist dagegen kein Geheimnis. 2002 verliebte sich der Hollywood-Schauspieler in die Kellnerin Maria Bertrand, als sie ihm in einer Bar in Kanada ein Glas Wein servierte. 2007 wurde sie durch Sarah Larson ersetzt - ebenfalls Kellnerin.
Der Promi-Bonus für die eigene Karriere
Stars, die mit «Normalos» zusammen sind, machen oft einen viel bodenständigeren Eindruck als die klassischen Glamour-Paare - vor allem dann, wenn der Partner aus seinem «Ich-bin-zusammen-mit»-Status kein Kapital schlagen zu wollen scheint und das Rampenlicht eher meidet. Doch das ist nicht immer der Fall, wie etwa der Ex von Britney Spears, Kevin Federline, beweist. Der ehemalige Tänzer versuchte nicht nur mit Hilfe des Spears-Bonus eine Karriere als Rapper zu starten, die kläglich scheiterte, sondern nimmt derzeit in einer Reality-Sendung die Pfunde wieder ab, die er sich aus Kummer durch die Trennung von Spears angefuttert hat. Und blickt man nach Deutschland, scheint es hier von ehemaligen «Normalos» nur so zu wimmeln, die von Hauptberuf «Partner von Promi XYZ» sind.
Ob Lilly Becker, Sandy Meyer-Wölden, Liliana Matthäus, Cora Schumacher, Claudia Effenberg oder Verena Kerth - sie alle sind zwar offiziell Model (Becker, Matthäus), Designerin (Meyer-Wölden, Effenberg), Rennfahrerin (Schumacher) oder Moderatorin (Kerth, Schumacher), aber vor allem sind sie die Frauen von prominenten Männern. Niemand will bestreiten, dass sie ihren eigentlichen Beruf nicht mit Ernsthaftigkeit betreiben, doch sie scheinen ihre wirkliche Berufung vor allem im Zelebrieren ihres Promi-Lebens gefunden zu haben, das sie in erster Linie dem prominenten Partner an ihrer Seite zu verdanken haben.
Lilly Becker nimmt ihre Rolle als «Frau Becker» sehr ernst
Das aktuellste und beste Beispiel ist wohl Lilly Becker. Die zweite Ehefrau von Boris Becker und Mutter seines vierten Kindes war vor ihrem Leben an der Seite der Tennis-Legende Model. Doch diese Karriere verlief nur schleppend, wirklich berühmt wurde Lilly Becker mit diesem Job nicht. Auch als Tänzerin und Croupier soll sie vor ihrer Beziehung mit Becker gearbeitet haben. Nun ist sie vor allem Mutter von Söhnchen Amadeus, der im Februar 2010 zur Welt kam. Und auch ihren Beruf «Frau von Boris Becker» nahm sie bereits wenige Tage nach der Geburt wieder auf.
St. Moritz, Abu Dhabi, Miami hießen die ersten Stationen nach der Geburt. Die Marke Boris Becker, die sich besonders über das Beckersche Privatleben verkauft, gilt es stets mit Leben zu füllen. Und Lilly Becker scheint für diesen Job die perfekte Besetzung zu sein. Wie ihr Mann scheut auch sie nicht davor zurück, der ganzen Welt ihr Privatleben zu präsentieren - im Gegenteil. Sie lädt die Öffentlichkeit regelrecht in ihr Wohnzimmer ein - etwa über ihre Facebook-Seite oder auf Boris Becker TV. Auch Fotografen, die Baby Amadeus in Miami ablichten, scheinen nicht ihre Feinde, sondern ihre Freunde zu sein.
Ein «Fußball-Girlie» träumt von der großen Karriere
Ein ähnliches Phänomen ist Liliana Matthäus: Auch wenn diese von einer großen Model-Karriere träumt, ist die 22-Jährige in erster Linie als Frau von Lothar Matthäus bekannt. Zusammen mit dem Ex-Fußball-Star führt sie ein rastloses Jet-Set-Leben à la Familie Becker. Kein Event, keine Party kommt ohne das Paar Matthäus aus. Und in puncto Model-Karriere scheint sie ganz auf ihren Promi-Status zu setzen.
Denn wie Bild berichtete, soll Liliana im Januar 2010 bei der Berliner Fashion Week aus der Show von Designerin Susanne Wiebe geflogen sein. Der Grund? Sie soll erzählt haben, dass sie für Wiebe als Model laufen werde. Später kam raus, dass die Designerin hierfür nie ihr Okay gegeben hatte. Nach der Schau sagte Wiebe der Zeitung B.Z.: «Ich bin entsetzt über Lilianas Lügen. Mir ist egal, ob so ein Fußball-Girlie dabei ist. Sie ist nicht mein Niveau.»
Besorgte Eltern empfehlen ihren Kindern, die davon träumen berühmt zu werden - sei es als Model, Sänger oder Schauspieler - doch ersteinmal etwas «Gescheites» zu lernen, für den Fall, dass aus dem Traum doch nichts werden sollte. Diese Empfehlung würde man auch gerne manch einem Partner eines Promis geben, doch da gibt es ja noch den Beruf «Ex-Promi-Partner».