Von news.de-Mitarbeiter Andreas Schloder
Sie jetten um die Welt, posieren in jeder noch so abstrusen Haltung vor der Kameralinse. Bei GNTM lernen die Nachwuchsmodels das harte Showgeschäft kennen – und die Erfahrung, dass ohne Englisch alles schnell zu Ende sein kann.
Challenge, Competition, Shooting, Location – all das ist Reality. Was nach einem Auszug aus dem Sprachkurs Englisch an der Volkshochschule klingt, ist die harte Realität bei Germanys Next Topmodel (GNTM). Die Message oder zu Deutsch Botschaft: Wer kein Englisch spricht oder versteht, ist raus.
So erging es vor allem Nena, die mit ihren fehlenden Englischkenntnissen einfach hinter den Erwartungen blieb, um international ein echtes Topmodel zu werden. Wer nicht einmal ein Hallo in der Fremdsprache Nummer eins herausbringt, kann noch so hübsch in die Kamera posen.
Eine Challenge, sprich Herausforderung, war auch die Sendung, die den Zuschauer in 135 Minuten – unterbrochen von fünf spannenderen Werbeblocks - mit auf eine Momentaufnahme ins südafrikanische Kapstadt nahm. Es verlangte schon viel Selbstdisziplin, nicht gelangweilt den Fernsehkanal zu wechseln.
Ehemalige Gewinnerinnen kamen auf Stippvisite
Das Beeindruckende an der langatmigen und bis aufs Äußerste gedehnten Modelkaderschmiede waren die herrlichen Landschaftsaufnahmen von Südafrika selbst. Auch die zahmen Geparde, die von den Models auf einer Farm gestreichelt werden durften, hatten mehr Biss. Wie gern hätte man die Entscheidung nach vorne gezogen und mitgeteilt: Heidi, ich hab leider kein Foto für dich.
Da konnte auch die Stippvisite der vier Topmodels aus den bisherigen Staffeln – Lena Gercke, Barbara Meier, Jennifer Hof und Sara Nuru – in Kapstadt nicht für Abwechslung sorgen. Was wohl als Überraschung für die 17 verbliebenen potenziellen Nachwuchsmodels gedacht oder der krampfhafte Versuch war, die Show neudeutsch zu pimpen, erwies sich als inhaltliche Null. Die vier Siegerinnen fanden keinen Draht zu den Kandidaten - und umgekehrt. Sinnbildlich für die ganze Aktion war die Reaktion der 17 «Schönheiten», die sich über das nächste Reiseziel New York deutlich mehr freuten.
Schmuseonkels als Juroren
Vielleicht mag es versöhnlich klingen, dass unter den Kandidaten bisher kein Zickenkrieg und kein Tränenmarathon ausgebrochen ist – was die Sendung zwar noch langweiliger, aber endlich würdiger macht. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen Drill-Instructor Payman Amin die Teenager an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte. Fast schon als Schmuseonkels kümmern sich die Juroren Kristian Schuller und Q rührend um den Nachwuchs, geben Tipps und probieren die Herausforderungen selbst aus, wie beim Sandsurfen in Kapstadt.
Auch wenn die jetzigen Juroren bei der Leibesübung auf dem wackeligen Untergrund buchstäblich den Kopf in den Sand steckten, passender wäre die Akrobatik und ihre Folgen ein paar Staffeln vorher gewesen, wenn Payman Amin was abbekommen hätte. Bei den jetzigen humaneren Juroren mag Schadenfreude nicht so richtig aufkommen.
Die rund einmütige Vorschau auf die nächste Sendung verspricht mehr Spannung, in der Heidi Klum von der Polizei scheinbar verhaftet wird. Der Kampf der verbliebenen 15 Nachwuchsmodels geht am Donnerstag, 1. April, ab 20.15 Uhr auf Pro Sieben weiter.
mat/news.de