Promis auf Mission
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Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Artikel vom 21.03.2010
Die Leipziger Buchmesse ist auch eine Promi-Messe: Eine ganze Horde Stars und Sternchen versucht, für die eigenen Bücher zu werben. News.de hat sich einen Tag lang auf die Lese-Spur der Promis begeben.
Überaus voll war es am Wochenende auf der Leipziger Buchmesse. Trotzdem war eine Dame nicht zu übersehen: Punk-Ikone Nina Hagen. Sie war gekommen, um ihre Autobiographie Bekenntnisse vorzustellen. Die 55-Jährige war diesmal zwar - im Vergleich zu den teils bauch- und pofreien Mangafans - fast bieder angezogen, lieferte dafür aber eine astreine abstruse Show.
Man könnte es fast eine Predigt nennen, was Missionarin Hagen im Gespräch mit Moderator Dieter Moor veranstaltete. In üblicher Nina-Hagen-Manier, total durchgeknallt und überdreht, erzählte sie von ihrer Taufe und ihrem Kircheintritt im vergangenen Jahr. Und dass sie mit ihrer Biografie auch anderen diesen «göttlichen Weg» aufzeigen wolle.«Lest mein Buch, vielleicht bringt es Euch zu Gott», rief sie ihren unfreiwilligen Jüngern, dem Messe-Publikum, zu.
Und wie kam Nina Hagen um Himmels Willen zu Gott? Mithilfe eines LSD-Trips, der ihr mit 17 eine Nahtoderfahrung bescherrte und eine Begegnung mit Jesus. «Wenn man stirbt, dann darf man in die lieben Augen Gottes schauen». Seitdem habe sie zwar einige Religionen ausprobiert, sei aber am Ende wieder beim christlichen Gott gelandet. Dann schimpfte sie noch über George Bush und Israel, die die Religion als Rechtfertigung für Kritik mißbrauchen würden, und forderte lautstark die Abschaffung von Atomwaffen. Nina Hagen pur halt.
Der Heidi-Entdecker und der Rauswurf
Auch Peyman Amin stellte auf der Buchmesse seine Biografie vor. Der Modelagent, bekannt aus Germany's next Topmodel und der Model WG, hatte nicht nur sein Buch Der Modelmacher im Gepäck, sondern auch ein paar ordentliche Seitenhiebe auf Heidi Klum, die ihn erst vor kurzem aus ihrer Casting-Show als Juror rausgeworfen hatte. Verletzter Stolz lässt grüssen.
Als er als 8-Jähriger aus dem Iran nach Deutschland gekommen sei, habe er natürlich nicht ahnen können, dass er einmal mit Heide Klum zu tun haben könnte. Aber eigentlich sei er nicht zu Heidi gekommen, sondern «Heidi kam zu mir», stellte Amin direkt zu Beginn des Gesprächs klar. Und schon war er mitten in dem Thema, das wohl die meisten interessierte.
Ende 1998 habe das Supermodel einen Agenten gesucht, der sie in Deutschland groß rausbringen sollte. Damals war die Bergisch-Gladbacherin zwar schon ein Star in den USA, aber in Deutschland noch ein relativer «Nobody». Amin habe sich dann der «schwierigen Aufgabe gestellt, aus einer unbekannten Heidi Klum eine bekannte Heidi Klum zu machen». «Und ich denke, diese Aufgabe habe ich ganz gut erfüllt», sagte Amin sichtlich stolz. «Trotzdem sind sie jetzt nicht mehr dabei.», stellte Braun fest. Amin blieb daraufhin ein Verlegenheitslacher sichtlich im Halse stecken, und versuchte zu kontern: «Vielleicht habe ich meine Aufgabe zu gut erfüllt.»
Natürlich habe ihn Heidis Verhalten enttäuscht und er sei über den Rauswurf nicht begeistert gewesen. «Aber jetzt hat Heidi den Schlamassel», fuhr er patzig fort. Er habe den Eindruck, dass die Öffentlichkeit mit der aktuellen Staffel von Germany's Next Topmodel «nicht ganz so happy sei». Diesen Seitenhieb wollte und konnte sich Amin wohl nicht verkneifen.
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