Arsch auf Grundeis
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Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Artikel vom 20.03.2010
Favoritensieg bei der Wok-WM im thüringischen Oberhof: Georg «Wokl-Schorsch» Hackl ließ der Konkurrenz keine Chance. Und Stefan Raab? Siegte im Team und durfte sowieso zufrieden sein. Schließlich war Lena Meyer-Landrut da. Ein Abend mit dutzenden Win-Win-Situationen.
Es spricht Selbstbewusstsein aus der Tatsache, dass Stefan Raab den Wettbewerb, für den er Prominente und Semi-Prominente einlädt, sich auf einem gusseisernen Wok eine Bob-Bahn hinunterzuwagen, tatsächlich als Weltmeisterschaft betitelt. Und Ironie. Und doch: Wer beobachtet, was der Entertainer bisher alles auf die Beine gestellt hat, muss schon den Hut ziehen vor einem Mann, der ständig mehr oder weniger neue Formate für das Fernsehen entwickelt, sich selbst aber stets treu geblieben ist.
Immer wieder gelingt es dem Moderator, mit einfachsten Ideen Sendungen zum Kult auszurufen. Und die Quoten geben ihm nicht selten recht. So auch bei der TV Total Wok-WM, die immerhin auch schon seit 2003 ausgestrahlt wird und die eigentlich aus einer verlorenen Wette bei Gottschalks Wetten, dass ..? entstand. Aus der Not eine Tugend machen, das kann Raab. Er ist und bleibt ein Improvisationstalent.
Die Ironie, die hinter solchen Shows steckt, wird noch deutlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass Raab mit der Wok-WM immer in namhaften Wintersportorten zu Gast war. Nicht irgendwelche Bobbahnen, sondern die von Innsbruck, Altenberg und Winterberg buchte er für seinen Klamauk - und in diesem Jahr eben das traditionsreiche Oberhof in Thüringen.
Stefan Raab als Genius
Dass selbst die Wok-WM für Raab jedoch keine reine Gaudi ist, zeigt nicht nur sein unglaublicher Ehrgeiz (den er in noch stärkeren Ausmaß nur bei Schlag den Raab an den Tag legt), sondern auch die clevere Vermarktung, die hinter diesem, wie hinter all seinen Formaten steckt. Gerade erst hat der Showmaster Lena Meyer-Landrut zur neuen Eurovisions-Hoffnung gepeppelt, da tritt sie auch schon bei der Wok-WM auf (Lag da nicht sogar schon eine Spur Genervtsein in ihrem Blick?).
Konkurrentin Jennifer Braun durfte wenigstens im chancenlosen Nokia/Congstar-Team von Autoschrauber Uwe Ludolf mitfahren. Natürlich kein Zufall, wie überhaupt nur wenig bei dieser Sendung wie Zufall wirkt. Zu diesem überprofessionellen, aber auf Amateur getrimmten Image passt, dass Pro7 die Sendung seit einem Urteil aus Berlin als Dauerwerbesendung bezeichnen muss, um die massive Trikot- und Bandenwerbung irgendwie durchzubekommen. Man würde sich kaum wundern, wenn selbst Stürze und blauen Flecken in einer fixen Choreographie vor dem Renntag festgelegt worden wären.
Raab, der offenbar keine Sendung mehr ohne seinen Leib-und-Magen-Moderator Matthias Opdenhövel machen mag, geriert sich, seit ihm TV Total nicht mehr zu genügen scheint, weniger als Moderator, denn als Genius hinter dem großen Ganzen, als Mastermind. Interessant zu sehen, wie er etwa bei der Wok-WM zwischen den Rollen pendelt. Mal ist er der Star, mal Erfinder und Präsident der «World Wok Union», mal wird er präsentiert wie die Experten bei Champions-League-Spielen. In früheren Zeiten hätte man wohl Tausendsassa dazu gesagt.
Zu ihm und Meyer-Landrut, deren Song Satellite bei iTunes bereits auf Nummer 1 gestürmt ist, gesellten sich an diesem Abend Amy Macdonald und die Band Fettes Brot, beide derzeit mit neuen Alben auf Promotour, und für die Rennläufe die Bob-Olympiasieger André Lange, Felix Loch, Georg «Wokl-Schorsch» Hackl und Sandra Kiriasis. Dazu noch Showgrößen wie Sven Hannawald, Joey Kelly, Regina Halmich oder Michael Wendler. Soll niemand Stefan Raab vorwerfen, er suche sich seine Gäste nicht genau aus. Schließlich sind Hackl und Kelly beinahe von Anfang an dabei gewesen bei der Wok-WM.
Wenn Olympiasieger versagen
Und so war klar, wer auch 2010 wieder als Favorit ins Rennen gehen würde: Georg Hackl, Titelverteidiger, Geschwindigkeitsrekordhalter (105,4 km/h 2009 in Winterberg) und mit bislang fünf Goldmedaillen unangefochtener Champion des seit 2003 geführten Medaillenspiegels. Bei den Mannschaften sah das nicht ganz so einfach aus. Da gewann 2009 zwar der TV-Total-Wok (Stefan Raab, André Lange, Axel Stein, Bjørn Dunkerbeck), die Konkurrenz in diesem Bereich aber war deutlich härter als bei den Einerwoks.
Keine Frage, es kann durchaus unterhaltsam sein, wenn sich betont unsportliche Menschen wie Stefan Raab, Sportskanonen wie Joey Kelly oder Profis wie Felix Loch auf einem Kochgerät ins Tal stürzen, wenn Außenseiter Spitzenzeiten fahren und frisch gekürte Olympiasieger auf ganzer Linie versagen. Dass sich dazu auch noch eine Moderation gesellt, die sich lediglich im Tonfall von Olympischen Spielen unterscheidet, ist nur konsequent.
Der Gesichts-Klüngel um Raab und Opdenhövel herum jedoch kommt einem inzwischen derart bekannt vor, dass all die verschiedenen Formate, die Raab produziert, einen ähnlichen Duktus, eine ähnliche Attitüde bekommen. Das schafft zwar so etwas wie eine Marke - und auch da zeigt sich wieder Raabs Cleverness - es verhindert jedoch auch nur annähernde Einzigartigkeit.
Ach so, die Ergebnisse. Natürlich wollen wir die nicht verschweigen. Georg Hackl dominierte die Einzelwertung und landete mit weitem Vorsprung vor Joey Kelly und Christian Clerici im Ziel. Bei den Viererwoks - und damit wären wir wieder bei Stefan Raabs Ehrgeiz (mit 17 Sekunden Rückstand im Einzel nur Sechster) und seiner Mehrfach-Rolle - siegte das TV-Total-Team (Raab, Bjørn Dunkerbeck, André Lange, Axel Stein) vor - und damit wären wir wieder bei der cleveren Vermarktung - dem Team von guenstiger.de (Thomas Florschütz, Sandra Kiriasis, Silke Kraushaar-Pielach, David Möller) und der Mannschaft der Merkur-Spielothek (Tim Lobinger, Jürgen Milski, Gina-Lisa Lohfink, Peter Imhof). Feuerwerk, eine ordentliche Hymne (One Moment in Time), Feierabend. Auf eine Neues, 2011? Dann ja vielleicht auf der alteingesessenen Bobbahn Riessersee in Garmisch-Partenkirchen?
Die Gesamtwertung:
1. Georg Hackl 1:59.739 Minuten
2. Joey Kelly +10.420
3. Christian Clerici +11.056
4. Felix Loch +13.918
5. Lucy Diakovska +15.558
6. Stefan Raab +17.349
7. Elton +23.874
8. Michael Wendler +28.973
9. Frank Buschmann +32.911
10. Manni Ludolf +34.403
1. TV Total 1:51.870
2. guenstiger.de +0.887
3. Merkur-Spielothek +2.025
4. Krüger Chai Latte +2.479
5. Seat + 3.282
6. Yamaha Music +4.785
7. Mister*Lady +5.184
8. Nintendo Wii +5.675
9. ProSieben +6.112
10. Nokia/Congstar +12.938
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Ersch auf Grundeis geht doch noch. Arsch auf Schuldenberg ist schon schlechter, es sei denn, deine Schulden zahlen der ...Rate mal.... Richtig geraten. Der SteuersAhler.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Titel des Themas hat aber nichts Westerwelle zu tun.
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