Leipziger Buchmesse Gedrängel bei den jungen Lesern

Playstation und Online-Communitys sind in, aber das Buch dennoch nicht out: Vor allem Kinder und Jugendliche haben sich zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse an den Ständen getummelt.

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Vor allem Fantasy- und Manga-Bücher sind bei jungen Lesern gefragt. Bild: dpa

Gefragt waren hauptsächlich Neuerscheinungen der Sparten Manga und Fantasy. Diese gedruckten Werke würden das klassische Kinderbuch mehr und mehr verdrängen, sagte Regina Pantos, die Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur. «Es gibt zurzeit eine Menge Debütanten auf dem Markt, aber die sind alle nicht im Kinderbuch-Bereich angesiedelt, sondern schreiben Fantasy-Geschichten», sagte sie.

Viel neuen Lesestoff für Erwachsene gibt es demnächst in Deutschland aus Argentinien: Der Beginn der Leipziger Frühjahrsschau war zugleich der Start der Kampagne «Kultur in Bewegung», mit der das lateinamerikanische Land 2010 vor allem für seine Literaten wirbt. Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit hat die Regierung in Buenos Aires für dieses Jahr ein Übersetzungsprogramm für 130 Werke aufgelegt. Sie werden in 20 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch sollen rund 100 Bücher erscheinen.

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Für Lesungen, Diskussionsrunden und Ausstellungen kommen die Argentinier in den kommenden Monaten auch nach Berlin und Frankfurt/Main. Im Oktober ist das Land offizieller Gast der Frankfurter Buchmesse. Lateinamerika sei heute ein Gütesiegel für Literatur, sagte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos. «Die deutschen Leser erwarten magischen Realismus und epische Breite vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund.» Aber die Generation junger argentinischer Autoren sei mit dem Gütesiegel nicht zu fassen, sie gehe eigene Wege.

So gut wie nichts zu sehen ist auf der Leipziger Buchmesse vom E-Book. 2,9 Millionen Deutsche wollen sich einer heute veröffentlichten Umfrage zufolge in diesem Jahr ein E-Book kaufen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Hightech-Verband Bitkom. Welche Art E-Book sie sich anschaffen wollen, also etwa Fachliteratur oder Belletristik, mussten die etwa 1000 Befragten nicht angeben, wie ein Bitkom-Sprecher sagte. Nach Einschätzung des Verbandes werden sich die elektronischen Bücher zunächst bei der Fachliteratur durchsetzen.

In Leipzig präsentieren bis zum Sonntag mehr als 2000 Verlage aus fast 40 Ländern auf rund 65.000 Quadratmetern ihre Neuerscheinungen des Frühjahrs. 1500 Autoren sind auf der Messe und an 300 Orten in der Stadt zu Gast. Am ersten Tag mit dabei waren Comedian Michael Mittermeier und Schauspielerin Ursula Karusseit. Am Nachmittag sollte der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben werden, für den auch das umstrittene Werk Axolotl Roadkill von Helene Hegemann nominiert ist.

bla/ivb/news.de/dpa

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