«Ganz große Sprechkunst»
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In Köln ist zum Auftakt des Literaturfestivals Lit.Cologne der Deutsche Hörbuchpreis 2010 verliehen worden. Großer Sieger des Abends waren der WDR, die Schauspieler Matthias Brandt und Maria Schrader sowie Filmemacher Alexander Kluge.
Der Autor und Filmemacher Alexander Kluge (Deutschland im Herbst) ist am Mittwochabend mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2010 ausgezeichnet worden. Der Vertreter des Neuen Deutschen Films wurde gemeinsam mit Regisseur Karl Bruckmaier für Chronik der Gefühle geehrt, eine Sammlung seiner Kurzgeschichten. Weitere Preisträger waren die Burgtheater-Schauspieler Peter Simonischek und Gert Voss für ihre Sprechleistung im Briefwechsel zwischen Autor Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld.
Andreas Fröhlich wurde als bester Interpret in Doppler nach dem gleichnamigen Roman von Erlend Loe ausgezeichnet. Verlegerin Theresia Singer erhielt den Hörbuchpreis für ihre akustischen Reiseführer.
Ebenfalls geehrt wurde die Schauspielerin Maria Schrader als Beste Interpretin für ihre Lesung des Romans Geschichten einer Ehe. Schrader (Aimée und Jaguar) erhielt den Hörbuchpreis wegen ihrer «facettenreichen Interpretation der Hauptfigur Pearlie Cook» in dem Roman von Andrew Sean Greer. Darsteller Matthias Brandt wurde für seine Sprechkunst bei Der Himmel auf Erden ausgezeichnet. Die Jury sprach von «einem der besten Bücher eines der besten Krimiautoren Skandinaviens» und lobte eine «ganz große Sprechkunst von Matthias Brandt». Das mehrfach prämierte WDR-Hörspiel Wie man unsterblich wird von Sally Nicholls gehörte als Bestes Kinderhörbuch ebenfalls zu den Preisträgern.
Das WDR-Hörspiel Geschichten einer Ehe - ausgezeichnet wurden Regisseurin Angeli Backhausen und die beiden jugendlichen Sprecher Kai Hogenacker und Patrick Mölleken - handelt von dem elfjährigen leukämiekranken Sam und seinem Freund Felix. «Eindrucksvolle Sprecher und eine behutsame, kluge Regie schaffen ein ernsthaftes, unpathetisches Kunst-Stück, das Leichtigkeit verströmt und seine Hörer zugleich traurig macht und dennoch hoffnungsvoll stimmt», betonte die Jury.
Der Deutsche Hörbuchpreis zeichnet die besten und innovativsten Hörbücher eines Erscheinungsjahres aus und ist mit insgesamt gut 23.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er vom Nachrichtenmagazin Focus, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Kölner Literaturfest Lit.Cologne, dem Hessischen Rundfunk und dem Westdeutschen Rundfunk. Die Gala war zugleich Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Lit.Cologne.
bla/reu/news.de/dpa
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