«Ist das ernst gemeint?»
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Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Artikel vom 09.03.2010
Wenn Sie einen Haufen tanzender junger Menschen in bunten Klamotten sehen, woran denken Sie? An Karneval? An Highschool-Musical? An einen Flashmob? Alles falsch. Unser heutiger Clip-Tipp kommt aus Yale, der amerikanischen Elite-Universität. Wirklich wahr.
Deutsche Schulabgänger sind es nicht wirklich gewohnt, dass sich die hiesigen Universitäten um sie reißen. Nein, hierzulande gibt es die ZVS und die schickt einen dann, wohin sie will, nach Brandenburg vielleicht oder nach Erlangen. Oder sogar nach Paderborn.
In den USA ist das anders. Da mühen sich die Universitäten noch richtig ab, dort wird Werbung gemacht, es wird gebuhlt um jeden Ersti und das mit allen Mitteln. Die Elite-Universität Yale in New Haven (Connecticut), eine der renommiertesten Unis der Welt, hat nun aber sogar die abgehärteten Amerikaner mit ihrem neuen Werbevideo «That's Why I Chose Yale» (zu Deutsch: Das ist der Grund, warum ich Yale gewählt habe) überrascht.
Überrascht zum einen, weil man sich doch sehr an das alte gewöhnt hatte, «das seit fast zehn Jahren für die Hochschule warb», wie die Süddeutsche Zeitung schreibt. «Zum anderen ist das Musical so kitschig – Studenten tanzen in Heiler-Welt-Manier über den Campus und singen wenig originelle Reime («You can put your hearts into all the Liberal Arts») –, dass die Frage sich aufdrängt: Ist das ernst gemeint?»
Doch, doch, es ist ernst gemeint, und wie. So ernst, dass sich die Frankfurter Allgemeine schon mit den Auswirkungen dieser Internet-Botschaft befasst: «Über die plumpe Antwort Princetons, wo man jüngst ein Filmchen über das nun beginnende ‹Jahr des Tigers› einstellte, kann Yale nur müde lachen: Nicht einmal eine Massentanzszene auf dem Campus! Jetzt muss Stanford kontern.»
Besonders amüsant aber, neben dem Video selbst, versteht sich, sind die Reaktionen einiger ehemaliger Yale-Studenten, die das Magazin New Yorker zusammengetragen hat. «Ich frage mich, ob es wirklich in den USA gedreht wurde, denn es kommen gar keine Dickerchen darin vor», sagt etwa Dick Cavett, der 1958 in Yale seinen Abschluss gemacht hat. Und das College-Blog IvyGate notierte über das Video sarkastisch: «That’s Why I Chose to Ram a Soldering Iron Into My Ears» (zu Deutsch: Das ist der Grund, warum ich mir einen Lötkobeln ins Ohr gerammt habe). Ein Jammer, dass die Kommentarfunktion bei YouTube ausgerechnet für diesen Clip deaktiviert wurde.
Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=tGn3-RW8Ajk
twa/reu/news.de
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Lieber Herr Scheer, ich hoffe, Sie können mir verzeihen, dass ich die Ironie in diesem Absatz offenbar nicht deutlich genug gekennzeichnet habe. Leider aber sind mir in einem solchen Fall auch die Hände gebunden, Smileys oder eindeutige Tags, wie sie anderswo vielleicht möglich gewesen wären, sind in journalistischen Texten, selbst, wenn es sich um humorvolle wie diesen handelt, leider nicht üblich. Herzlichst, Florian Blaschke
jetzt antwortenKommentar meldenFlorian Blaschke irrt ganz gewaltig, was die ZVS angeht. Niemand wird von ihr irgendwo hingeschickt. Eine Bewerbung gilt nur für die Orte, die der Bewerber ausdrücklich wünscht. Eine angebliche Kinderlandverschickujng findet nur in einigen Parteiprogrammen - oder in Köpfen von newsw.de-Redakteuren -statt. Der Wettbewerb um die besten Studenten wird durch eine koordinierte Studienplatzvergabe nicht behindert. Bernhard Scheer Pressesprecher der ZVS
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