Zahnspange trifft Stuntfrau
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Von news.de-Mitarbeiterin Stephanie Bremerich
Artikel vom 05.03.2010
Catwalk und kein Ende: Auch 2010 sucht Germanys Next Topmodel wieder nach dem schönsten Mädchen Deutschlands. Nach der ersten Folge von Staffel fünf haben Klum und Konsorten sich entschieden: 18 Mädchen dürfen weiter hoffen.
135 Minuten können sehr, sehr lang sein. Wie lang, das bekam jeder zu spüren, der beim Auftakt zur neuen Staffel von Germanys Next Topmodel zuschaltete. Faktisch passiert ja nicht besonders viel: Aus 2000 Bewerberinnen werden 18 hoffnungsvolle Model-Aspirantinnen bis zum Ende der Sendung ausgewählt. Wie nun aber die Unterbrechungen zwischen den wertvollen Werbeblöcken irgendwie mit Sendung (nicht zu verwechseln mit Inhalt) füllen? Eine knifflige Aufgabe für den gewieften TV-Fuchs. Die Lösung der GNTM-Macher lautet: Dehnen. Heidis Einzug ins Kölner Palladium inszeniert sich gladiatorengleich und in Überlänge; es folgen die Bewerbungsläufe als quälende Dauerschleife.
Wer als Zuschauer nicht wegzappt oder ins innere Exil geht, darf sich zwischendurch über kleingeistige Fiesheiten der Jury wundern, mit denen die Bewerberinnen gepiesackt werden: Auf Zehenspitzen und abgesägten Highheels über den Laufsteg gehen, ein Ei balancieren, Hula-Hoop oder einen Fußball kicken - da werden Erinnerungen an den Einschulungstest wach. Gut, dass der bei vielen noch nicht allzu lange her ist.
Tatsächlich sind nicht wenige Mädchen, die da hochgestöckelt im Stechschritt über den Catwalk wackeln, gerade mal 16 und würden die Schulbank gern gegen die Laufstege der weiten Welt eintauschen. Body-Mass-Index statt Binomischer Formeln? So einfach ist es nicht, weiß die Jury. Es geht nicht nur ums Aussehen, sondern um den ominösen «Funken», der überspringen muss. Ahso.
A propos Jury: Auch hier wurde eifrig aus- und umsortiert. Drill-Instructor Peyman Amin und Seelsorger Rolf Scheider mussten gehen. Neu im Dienste Ihrer Majestät sind Modefotograf Kristian Schuller, der schon des Öfteren für GNTM gearbeitet hat, und der schnöselige PR-Jungspund Qualid Ladraa, der allerdings ganz cool Q genannt werden will. Wenn er groß wird, wird vielleicht mal ein IQ daraus. Alles in allem zwei harmlose Wackeldackel, von denen kaum eigenes Profil zu erwarten ist. Denn man weiß, dass Sonnenkönigin Heidi keine Leuchten neben sich erträgt, die heller strahlen als sie. Bei den Vorausscheidungen über die 18 Kandidatinnen herrscht entsprechend traute Einstimmigkeit.
Dramaturgisch nicht unwichtig sind in diesem Zusammenhang die geschickt eingewebten Hintergrundstorys. Natürlich nur über ganz bestimmte Mädchen: Hier werden emotionale Nähe und Fallhöhe hergestellt und die Kandidatinnen als Typen profiliert. Wer eins und eins zusammenzählt, kann sich somit jetzt schon ausrechnen, wer uns in den nächsten Folgen erhalten bleibt. Zum Beispiel die zahnbespangte Aline (schüchterne Kindfrau), die rotzige Luisa (freche Ruhrpottgöre), die ätherische Hanna (Claudia-Schiffer-Verschnitt) und die sportliche Stuntfrau Miriam (Frau fürs Grobe). Besonders gespannt sein darf man zudem auf die arrogante Neele (Typ: Terminator) und Miss Russia Anna (Schickimicki-Faktor).
Wer auch immer von ihnen letzten Endes das unverbrauchte Gesicht in den Dienst von Rasierern, Joghurtdrinks oder Modehäusern stellen darf - der Name der eigentlichen Gewinnerin der Show steht schon längst fest. Es ist derselbe wie in den vier Staffeln zuvor.
cvd/ivb/news.de
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Heidi Klums Nightmare before Hungertod.
jetzt antwortenKommentar meldendie klum inszeniert sich ununterbrochen selbst, eine selbstbeweihräuchung, es ist widerwärtig, alles gestellt. wo sie außerdem schulung braucht und wo ihre berater wohl selbst mängel haben, ist ihre piepsige lächerliche stimme, das herumquietschen in ihrem alter ist auch unangemessen, und ihre sprache! sie macht sinnwidrige pausen im satz, adjektive mit -ig am ende spricht man richtig mit -ich aus - nur wenige beispiele... wenn sie schon ständig bestätigung in den medien mit ihrer präsenz braucht, dann sollte sie wenigstens sprechen können. und die ganzen dummchen brauchen wahrsch. hilfe...
jetzt antwortenKommentar meldenEines muß man der Frau Klum lassen: sie ist eine clevere Geschäftsfrau, die mit der Blödheit der jungen Dinger unheimlich viel Geld verdient. Aber das auch nur deshalb, weil es hierzulande Millionen von unterbelichteten Menschen gibt, die sich den Mist von Frau Klum im TV anschauen. Ich gebe zu, daß ich gestern mal in die Sendung reingeschaut habe, aber das war bestimmt das letzte Mal. So viel Schwachsinn, dazu zwei alles abnickende Suppenkasper an ihrer Seite und einen Haufen Hühner, die nicht einmal das Aussehen für eine Miss Kleinpiepeneiche an der Knatter haben. Clevere Heidi Klum, arme Hühner und armselige Zuschauer/innen.
jetzt antwortenKommentar meldenWUNDERBAR, und gut, dass es noch Menschen gibt, die nicht auf diese ganze verlogene Maschinerie der bedummten Klum hereinfallen!
jetzt antwortenKommentar melden"In einem Interview mit dem österr. Magazin "Standard" bezeichnete die Frauenrechtlerin A. Schwarzer Klums Show als "menschenverachtend": "Mit welcher Kälte und Arroganz sie diese naiven jungen Mädchen vorführt - einfach widerlich." Heidis Schmähungen in der Show waren für Schwarzer als Herausgeberin der Zeitschrift "Emma" sogar Grund genug, ihr die Auszeichnung "Pascha des Monats" zu verleihen. Diesen Preis vergibt die Zeitschrift normalerweise nur an frauenfeindliche Männer. Aber Schwarzer und ihr Team sind sich sicher, dass sich Klum den Titel redlich verdient hat.
jetzt antwortenKommentar meldenDanke für den Text, eigtl würde ich noch mehr negative Kritik begrüßen. Die Klum ist eine sehr beschränkte berechnende Frau und leider kann auch sie den jungen Menschen keine wertvolle Orientierung bieten, sie tut das Gegenteil! Das ist das Gefährliche und Fatale. Fatal ist ebenso die bewundernde Darstellung dieser "Super-Frau" als "unsere Heidi" und Vorbild in den meisten Medien. Ich stimme zum Thema Klum vollkommen Roger Willemsen zu: „Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernante-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen“. Man möchte ihr"…sechs Sorten Scheiße aus dem Leib prügeln…”!!!
jetzt antwortenKommentar meldenEine gute Analyse dieser überflüssigen Sendung. Die Langeweile mag ja schlimm sein. Heidi als Casting-Domina auch. Viel schlimmer aber ist die Tatsache, dass viele junge Menschen für ihr Leben keine andere Perspektive sehen, als sich derart im Fernsehen bloßstellen zu lassen.
jetzt antwortenKommentar meldenLiebe Verfasserin, ich danke auf herzlichste für folgenden Satz: "Wenn er groß wird, wird vielleicht mal IQ daraus" Es geht doch nicht über einen Tag, der mit einem solchen Satz im Kopf beginnt.
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