Von news.de-Mitarbeiterin Stephanie Bremerich
Die Reihen lichten sich bei Unser Star für Oslo. Nach der fünften Runde haben die Zuschauer entschieden: Leon Taylor ist nicht unter den Kandidaten, die ins Viertelfinale um die Teilnahme am Eurovision Song Contest einziehen.
«Singen, was das Zeug hält», das hatte sich Leon Taylor vor der Live-Sendung vorgenommen. Tears in Heaven hat ihm dabei jedoch kein Glück gebracht: Mit dem Eric-Clapton-Cover machte der 26-Jährige seinem Ruf als «Schmuseonkel» zwar alle Ehre, doch am Ende hat es für ihn nicht gereicht. Das Viertelfinale von Unser Star für Oslo am Freitag wird Taylor nun wohl selbst auf der anderen Seite des Bildschirms mitverfolgen müssen.
Es war freilich ein Scheitern auf hohem Niveau. Jeder der verbliebenen sechs Kandidaten, die bei der fünften Vorausscheidung um die Teilnahme am Eurovision Song Contest um die Wette sangen, wäre für das Klingeltonkaraoke des RTL-Konkurrenten Deutschland sucht den Superstar deutlich überqualifiziert. Bei Unser Star für Oslo - so viel hat der Zuschauer längst begriffen - geht es nicht ums hippste Outfit und/oder die traurigste Kindheit, sondern tatsächlich um die musikalische Qualität. Und die war auch an diesem Abend überdurchschnittlich hoch. Entsprechend wohlwollend fielen denn auch die Urteile der Jury aus - zumindest auf den ersten Blick.
«Abgewichstheit » und «ayurvedische Klangmassage»
Als Verstärkung hatte sich Stefan Raab diesmal die Soulsängerin Joy Denalane und den Reamonn-Frontmann Rea Garvey auf die Couch geholt. Und die waren voll des Lobes: für die «engelhafte» Regina-Spektor-Interpretation von Kerstin Freking, für die energetische New Shoes-Performance von Lena Meyer-Landrut und für Jennifer Brauns stimmgewaltige Version des Chaka-Khan-Gassenhauers Ain’t Nobody. «Richtig toll», «astrein», «super» und «rundum topp» fanden die Juroren eigentlich alle sechs Kandidaten; einstimmig war man auch «gepackt» und «schwer beeindruckt» von der «eigenständigen Interpretation» derselben. Indes: zwischen den Zeilen blitzte dann doch ein Hauch von Kritik durch - zumindest ab und an.
Während Raab die - zugegebenermaßen stellenweise recht holprige - Rockperformance von Christian Durstewitz noch als originelle «Abgewichstheit» glatt bügelte («Rock’n Roll lebt ja davon, dass nicht jeder Ton getroffen wird.»), wurde er bei Shayhan Osman schon ein wenig deutlicher. Neben Leon Taylor galt sie ihm als Wackelkandidatin des Abends. Die 23-Jährige hatte als einzige einen eigenen Song performed, der bei der Jury neben vollmundigem Lob auch kritische Töne hervorrief. Denalane und Garvey wertschätzten zwar «Hook» und Melodie, gaben aber «Struktur und Dramaturgie des Songwritings» zu bedenken. Raab wurde etwas präziser: Er warnte vor «Sekundenschlaf» in Folge der «ayurvedischen Klangmassage».
Gleichwohl: mit den markig, immer zitierfähigen Verrissen eines Dieter Bohlen hatte das herzlich wenig gemeinsam. Raab zeigte sich auch diesmal äußerst handzahm und übte, wie seine Gastjuroren, allenfalls konstruktive Kritik an technischen Details. Alles im Dienst der guten Sache also. Besonders aussagekräftig: der Tipp, den Juror Garvey dem Kandidaten Taylor mit auf den Weg gab: Er solle sich einfach nur auf die Musik konzentrieren und die Kameras ignorieren. Könnte sicher auch so manchem Poptitanen nicht schaden.
cvd/ivb/news.de
Leon hat sich verspekuliert mit seiner Songauswahl. Zwar gut vorgetragen, doch sie so eine ruhige Nummer wie Tears in Heavan nicht für eine Veranstaltung wie den Euro Song Contest geeignet. Ich fand seine Darbietung recht langweilig. Meine Favoriten sind Lena und Dusti. Lena, weil sie die beste und ausdruckstärkstärkste Stimme hat und Dusti, weil er das Publikum am besten mitziehen kann und auch einer Powerstimme hat.
jetzt antwortenKommentar meldenEin sehr schöner Text, der gut zeigt, dass "Unser Star für Oslo" dem DSDS-Theater in jeder Hinsicht überlegen ist. Trotzdem schade um Leon. Da hätte es lieber den Kasper Durstewitz treffen sollen!
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