Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Was tut man, wenn man eine ganze Nacht allein auf einem Flughafen verbringen muss? Wenn man Ashley Klinger heißt, macht man sich einen Riesenspaß daraus. Unser Clip-Tipp der Woche.
Wäre Ashley Klinger am Abend des 8. Februar pünktlich am Pittsburgh International Airport gewesen, all das wäre nie passiert. Doch die 20-jährige Tänzerin kam zehn Minuten zu spät, verpasste ihren Flieger, der sie zum New Yorker LaGuardia Airport bringen sollte und wurde umgebucht - auf eine Maschine am nächsten Morgen.
Was tut man nun, wenn man eine Nacht auf einem Flughafen verbringen muss? Allein, in einem fast menschenleeren Gebäude, acht, neun Stunden lang? Ashley Klinger tat erst einmal gar nichts, sie chattete ein wenig mit Freunden und irgendwann, mitten in der Nacht, langweilte sie sich dermaßen zu Tode, dass sie aktiv wurde. Sie schnappte sich ihren Laptop und begann, ein Video zu drehen.
Dieses Video hat Klinger - im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht - zu einem Internetstar gemacht. «Am nächsten Tag bin ich in die Schule gegangen, wo Leute an mir im Vorbeigehen sagten, dass sie dieses Video lieben», sagte sie dem Pittsburgh Tribune. Bei YouTube hat ihr Drei-Minuten-Film inzwischen mehr als eine halbe Million Klicks. Doch was ist eigentlich so großartig an diesem Werk? Eigentlich gar nichts. Andererseits alles.
Klinger ist auf dem Video zu sehen, wie sie im Kinderbereich Faxen macht, wie sie auf einer Rolltreppe herumturnt, es zeigt sie auf der Kindertoilette und in anderen verwaisten Räumen. Doch gerade das ist es wohl. In einer Zeit, in der Flughäfen durch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und Terrorwarnungen als Orte der Bedrohung, der Kontrolle wahrgenommen werden, strahlt Klingers Video etwas Kindliches, etwas Verspieltes aus. Sogar Flughafen-Sprecherin Joann Jenny musste zugeben: «Auf mich wirkt es ziemlich unschuldig.» Während sich manche Menschen allein in einem Terminal wohl eher ängstigen würden, drehte Klinger den Spieß einfach um. «Ich hatte einen Wahnsinnsspaß», schreibt sie auf YouTube.
Das Sicherheitspersonal allerdings fand das gar nicht so lustig und nahm sie während des Drehs sogar kurzzeitig fest. Sie habe jedoch nichts zu befürchten, versicherte Jenny und fügte hinzu, das Video sei schließlich sehr unterhaltsam. Eventuell werde sie sogar einen Link dazu auf ihrer Facebook-Seite posten. Der Erfolg also gibt Klinger recht. Ohne es offensichtlich geplant zu haben, hat sie eines der unterhaltsamsten Online-Videos seit langem produziert.
Link zum Video: http://www.youtube.com/watch?v=xv1va9Jdt7g
amg/ivb/news.de