Christoph Waltz wird einen Oscar bekommen - Kollegen des Inglourious-Basterds-Darstellers rechnen fest damit. Die Chancen stehen nicht schlecht: Bis jetzt hat er alle wichtigen internationalen Preise für die Rolle gewonnen.
Der Oscar-nominierte Schauspieler Christoph Waltz kann nach Meinung seiner Kollegen schon mal den Sekt kalt stellen. «Der Oscar ist ihm nicht zu nehmen, da müsste es schon mit dem Teufel zugehen», sagte sein Inglourious-Basterds-Kollege Til Schweiger laut Focus. Die Schauspielerin Katja Flint, die zweimal mit Waltz drehte, betonte, dass sich die ganze Filmbranche einig sei und ihm den Erfolg gönne: «Sonst gibt's ja viel Neid und Eifersucht, aber da wird man keinen finden, der nicht sagt, das ist wunderschön. Das ist so die Stimmung, die ich spüre, und das ist fast ein kleines Wunder.»
Waltz ist für seine hochgelobte Darstellung des SS-Manns Landa in Quentin Tarantinos Film Inglourious Basterds als bester Nebendarsteller bei der Oscar-Verleihung am 7. März nominiert. Für die Rolle hat er bereits alle wichtigen internationalen Preise eingeheimst.
August Diehl, der ebenfalls in dem Film mitwirkte, sagte, er freue sich «einfach riesig für ihn, ich finde die ganze Geschichte auch so toll, weil Waltz in letzter Zeit nur noch wahnsinnig wenig gemacht hat, und dann kam diese Anfrage, und die hat ja alles komplett geändert. Das gibt jedem von uns Riesenmut, dass es immer so laufen kann, egal, in welchem Alter».
Der Regisseur Peter Keglevic, der mit dem Österreicher Waltz die preisgekrönten TV-Filme über Roy Black und die Oetker-Entführung drehte und mit ihm befreundet ist, verwies auf die Schwierigkeiten, die Waltz im deutschen Film- und Fernsehgeschäft hatte: «Sogar kurz vor Tarantino habe ich ihn bei einer Besetzung nicht durchgekriegt. ‹Der Waltz›, hieß es, ‹der ist doch so zynisch.› Da wurde wirklich der Schauspieler mit seinen Rollen verwechselt.» Als Konsequenz erwartet Keglevic, dass Waltz jetzt einige Jahre weg sein werde, «er war ja auch zu viele Jahre da, ohne dass von ihm etwas gewollt wurde».
Eine ähnliche Einschätzung gibt der Produzent Nico Hofmann ab, der mit Waltz Der Tanz mit dem Teufel umsetzte: «Für mich ist das auch irgendwie eine typisch deutsche Karriere, dass jemand übers Ausland gehen muss, über den internationalen Erfolg, um Anerkennung zu finden und richtig wahrgenommen zu werden», sagte Hofmann. «Bei Tarantino, das war ein Kinomoment, den hat es das letzte Mal bei Brandauer mit Mephisto so gegeben. Jetzt will Waltz jeder haben, aber jetzt kommt er natürlich nicht mehr zurück.»