Johann Lafer will Schulkost pimpen
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Von Jörn Perske
Artikel vom 23.02.2010
In Deutschlands Schulen und Kindergärten sollen in Zukunft «ordentliche Mahlzeiten» auf den Tisch kommen. Dafür will zumindest Fernsehkoch Johann Lafer zusammen mit Ernährungswissenschaftlern und anderen Fachleuten sorgen.
Die Fans des Kantinen-Klassikers können beruhigt sein: Die Currywurst kommt nicht auf die Schwarze Liste. «Currywurst esse ich auch sehr, sehr gerne. Da will ich keine Verbote aussprechen», sagte Fernseh-Koch Johann Lafer bei der Vorstellung eines Forschungsprojekts für gesündere Schulverpflegung. Aber man merke überall, dass es extreme Probleme bei der Ernährung von Kindern gibt. «Sie essen ungesund und denken gar nicht darüber nach, was sie essen», bemängelte Lafer.
Beim Besuch der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld in Hessen wurde der 52 Jahre alte Österreicher umlagert wie ein Pop-Star. Aufgeregte Schüler drückten sich an den Fenstern zum Schulbistro die Nasen platt. Andere machten Fotos und holten sich Autogramme. In der Küche schaute Lafer den Köchinnen über die Schulter und kostete auch ein paar Gerichte.
Bis Sommer 2011 will Lafer mit Ernährungsexperten das mit mehr als 300.000 Euro von Bund und Land geförderte Programm entwickeln und in vier Schulen im Vogelsbergkreis testen. «Wenn es hier funktioniert, funktioniert es überall. Wir werden das wissenschaftlich auswerten und schauen, wie wir das Programm auch bezahlbar in Großküchen umsetzen können», sagte Projektleiter Georg Koscielny von der Hochschule Fulda. Ziel sei es, das Konzept namens «Take54you» später in ganz Deutschland anzuwenden. Mit dem Namen ist die Empfehlung gemeint, fünfmal am Tag Obst oder Gemüse zu essen.
Lafer ist bei der Schul-Initiative für den kreativen Part zuständig: «Bisher hat einiges nicht den Geschmack der Kinder getroffen. Wir haben deswegen viele Rezepte entworfen, die wir jetzt umsetzen. Ich versuche meine Erfahrung einzubringen und hoffe, dass sich genügend Schulen finden, die dieses Konzept anwenden.» Es geht um das Frühstück, Zwischenmahlzeiten und das Mittagessen. «Wir wollen allseits beliebte Gerichte modernisieren, um sie jungen Leuten schmackhaft zu machen», sagte Lafer, der ab April an der Hochschule Fulda auch Studenten unterrichtet.
Laut einer aktuellen Studie des Lebensmittelkonzerns Nestlé wollen Kinder beim Schul-Essen mehr Auswahl bei den Gerichten und mehr Einfluss auf den Speiseplan. Zudem wünschen viele, sich die Mahlzeiten selbst zusammenstellen zu können. Das Wichtigste aber ist: «Es muss gut schmecken, gut riechen und gut aussehen», sagte Koscielny nüchtern. Um das zu schaffen, habe man einen Profi wie Johann Lafer ins Team geholt. Wenn das ganzheitliche Erfolgsrezept gefunden ist, sollen weitere Ernährungswissenschaftler aus- und weitergebildet werden und das Konzept überall im Land verbreiten.
juz/cvd/news.de/dpa
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