Von news.de-Mitarbeiter Armin Peter
Am liebsten würde er sie alle nach Oslo mitnehmen: Juror Stefan Raab war beeindruckt von den acht talentierten Musikern, die um die Vertretung Deutschlands beim Eurovision Song Contest gekämpft haben. Doch am Ende mussten sich zwei Bewerber aus der Runde verabschieden.
Selten hat man an einem Abend so viele hervorragende Musiktalente gesehen, die sich alle Mühe gegeben haben, ihren Song überzeugend zu präsentieren. Auch diesmal mussten sich die Kandidaten der Kritik einer hochkarätigen Jury stellen: Neben Stefan Raab waren Sängerin Cassandra und der Musiker Sasha gekommen, um die acht verbliebenen Anwärter für die Vertretung Deutschlands beim Eurovision Song Contest zu bewerten. Denn nur für sechs von ihnen ist ein Platz in der nächsten Runde vorgesehen.
Alle drei Juroren sparten nicht an Lob für die sehr individuellen Gesangseinlagen: Die 23-jährige Münchnerin Sharyhan Osman etwa überraschte mit der «cheesigen Jazznummer» (Raab) «Is You Or Is You Ain’t My Baby» – und überzeugte damit auch das Publikum, das ihr mit dem Ticket in die nächste Runde dankte. Jurorin Cassandra zeigte sich «übelst beeindruckt» angesichts der Vielfalt der Kandidaten. Eine täuschend echte Version von Avril Lavignes I’m With You zeigte Jennifer Braun aus Eltville - Stefan Raab attestierte ihr eine kristallklare Stimme.
Doch ein Kandidat hatte offensichtlich aufs falsche Pferd gesetzt: Der 22-jährige Hannoveraner Cyril Krueger ging mit dem Song Beautiful Day von U2 ins Rennen. Die Jury war sich schnell einig: «Ein guter Auftritt, aber die falsche Nummer für dich. Zu dir passt eher Rock.» Die Fernsehzuschauer müssen das ähnlich gesehen haben: Cyril hat den Einzug in die nächste Runde verpasst.
Ein außerordentlich begabter Nachwuchsmusiker, der laut Juror Sasha die seltene Gabe besitzt, einen eigenen Stil und eine gute Stimme zu haben – und auch noch seine eigenen Songs komponieren zu können – kommt aus dem 700-Seelen-Dorf Altenlotheim: Christian Durstewitz wollte an diesem Abend etwas Dramatisches zeigen. Das ist dem 20-jährigen mit seinem Song Another Night gelungen – auch er ist kommende Woche weiter dabei.
«Mehr Eier zeigen und die Arschbombe hinkriegen» - mit diesem Vorsatz war die 27-jährige Katrin Walter aus Köln angetreten. Doch aus der Arschbombe wurde ein Bauchklatscher: Ihr Lied Love Song hat zwar der Jury gefallen, die Zuschauer aber konnte sie nicht überzeugen und schied aus. Ganz anders dagegen Kerstin Freking: Die 21-Jährige fegte zu einer stimmgewaltigen Interpretation von Alanis Morisettes Thank You über die Bühne – und wurde mit einer Einladung zur nächsten Runde belohnt.
Erfrischende Verrücktheit und einen sehr individuellen Stil hatte Lena aus Hannover mitgebracht. Während ihres Auftritts hatte Stefan Raab «einen Teppich des Grinsens bei den Leuten beobachtet». Auch seine Kollegin Cassandra war begeistert: «Ein bezaubernder Auftritt – und du tanzt auch noch gut!»
Und auch der Publikumsliebling hat den Einzug in die nächste Runde gemeistert: Mit Lenny Kravitz‘ Are You Gonna Go My Way brachte Leon Taylor die Jury ins Schwärmen: Cassandra bescheinigte ihm gar einen fast schon James-Brown-mäßigen Auftritt.
Wer auch immer von den Finalisten Deutschland in Oslo vertritt – es dürfte in jedem Fall ein würdiger Auftritt werden. Sehr angenehm war zudem, dass die Jury Kritik an den Kandidaten nicht auf Dieter-Bohlen-Niveau, sondern musikalisch fundiert formuliert hat, ohne die Sänger herabzuwürdigen. Dadurch distanziert sich die Show wohltuend von den üblichen Casting-Schmonzetten. Man darf nun also weiter gespannt sein, wer Unser Star für Oslo wird.
cvd/reu/news.de
Da hat (im Gegensatz zu Herrn Blaschke) endlich mal jemand das Konzept der Sendung verstanden! Danke!
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