200. Geburtstag Das Chopin-Jahr beginnt

Mit Konzerten und Ausstellungen feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag des Komponisten Frédéric Chopin. Dabei stehen das Geburtsland Polen und Paris, wo Chopin starb, im Mittelpunkt.

Chopin (Foto)
Eine Büste des Komponisten Chopin. Bild: dpa

Doch auch in Deutschland sind zahlreiche Musik-Events geplant. Der nicht ganz eindeutige Geburtstag Chopins gibt dabei Anlass für den unterschiedlichen Start der Feiern. Die älteste Deutsche Chopin-Gesellschaft in Cottbus (Brandenburg) und Warschau eröffnen das Chopin-Jahr heute, am Datum der Tauf- und Geburtsurkunde. Paris beginnt offiziell mit dem Chopin-Feiern am 1. März, dem Tag, den der Komponist selbst als seinen Geburtsdatum angab und den die meisten Quellen als wahrscheinlich betrachten.

Polen beging den 200. Geburtstag seiner Kulturikone am Sonntag (21. Februar) mit einem Gala-Konzert in der Warschauer Heilig-Kreuz-Kirche, dort, wo Chopins Herz als Symbol seiner Verbundenheit mit dem Vaterland eingemauert wurde. Bei dem Konzert wird Marc Laforet singen. Erwartet werden Polens Staatspräsident Lech Kaczynski und Ministerpräsident Donald Tusk. In der Woche bis zum 28. Februar findet in Warschau ein Musik-Marathon statt, auf dem unter anderem Garrick Ohlsson, Nikolai Demidenko und Daniel Barenboim ihre Chopin-Interpretationen präsentieren.

Zeitgleich zum Pariser Romantik-Museum eröffnet am 1. März auch das Chopin-Museum in Warschau eine Ausstellung, auf der 430 Gegenstände zu sehen sind, die den Musiker Zeit seines Lebens begleitet haben, darunter auch der Flügel aus seiner letzten Pariser Wohnung am Vendôme-Platz sowie ein Kalenderbuch mit einer Haarsträhne seiner Lebensgefährtin George Sand. Als weitere Höhepunkte gelten der 16. Internationale Pianisten-Wettbewerb im Oktober sowie das Festival Chopin und sein Europa im August. Komplett renoviert wurde das Geburtshaus des Pianisten in Zelazowa Wola, westlich von Warschau. 

Wie der Direktor des Organisationsbüros, Ex-Kulturminister Waldemar Dabrowski, betonte, sei das Chopin-Jahr auch eine gute Gelegenheit, um an die deutsch-polnischen Kulturkontakte im 19. Jahrhundert zu erinnern. Es sei Schumann gewesen, der Chopin für die westliche Musikwelt entdeckt habe. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Nazis nach der Besetzung Polens 1939 Chopin-Musik verboten hatten, weil sie ihre patriotische Wirkung fürchteten.

Chopin wurde zwar in Polen geboren, doch viele seiner Erfolge feierte das Wunderkind in Paris. Die Seine-Hauptstadt öffnete dem damals 21-Jährigen Tür und Tor: Er spielte in den bedeutendsten Konzertsälen, verkehrte in den feinsten Kreisen und lernte die Frau seines Lebens kennen, George Sand. Paris würdigt den 200. Geburtstag des «Poeten des Klaviers» dementsprechend: Auf dem Kulturprogramm steht auch ein Chopin-Parcours, der auf den berühmten Friedhof Père Lachaise führt, auf dem das Genie der romantischen Klaviermusik am 30. Oktober 1849 beerdigt wurde.

Den Auftakt bildet die Ausstellung Frédéric Chopin. Die blaue Note im Pariser Musée de la vie romantique. Zu sehen sind vom 1. März an 90 Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen von Corot, Courbet, Delacroix und Chassériau, Maler mit romantischer Bildästhetik. Der Titel der bis zum 11. Juli dauernden Ausstellung spielt auf den Film Blue Note von Andrzej Zulawski (1991) an, der die letzten Stunden der Beziehung zwischen Chopin und der Schriftstellerin Sand beschreibt.

Das Romantik-Museum in der rue Chaptal ist Teil des von der Stadt Paris ins Leben gerufenen Chopin-Parcours. Er führt zu den zehn wichtigsten Wirkungs- und Lebensstätten des Musikers, darunter dem berühmten «Salon Pleyel», dort gab Chopin 1832 sein erstes Pariser Konzert, der gemeinsamen Wohnung von Chopin und Sand am Square d'Orléans und dem Grab Chopins auf dem Père Lachaise, das von der Skulptur der Euterpe überragt wird. Bis Ende Juli finden zudem zahlreiche Konzerte statt, auf denen Chopins Walzer, Etüden, Impromptus und Polonaisen gespielt werden.

Mit zahlreichen Konzerten ehrt auch die älteste Deutsche Chopin-Gesellschaft den großen Pianisten. «Wir haben fast 40 Konzerte zwischen Ostsee und Thüringer Wald geplant, etwa doppelt so viele wie sonst im Jahr», sagte der Präsident Bernd Weinreich in Cottbus (Brandenburg). Neben deutschen Interpreten kämen diesmal besonders viele Solisten aus dem Ausland. Allein bei den sieben Festkonzerten in Cottbus treten Künstler aus Deutschland, Bulgarien, China, England, Georgien und Usbekistan auf.

Von den vier deutschen Chopin-Gesellschaften ist die in Cottbus ansässige die älteste. Gegründet 1962 als «Chopin-Gesellschaft der DDR», umfasst sie jetzt drei ostdeutsche Regionalverbände.

bla/news.de/dpa

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