Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Kindern zu erklären, warum Menschen sterben, fällt vielen Eltern schwer. Noch schwerer wird es, wenn es dabei um einen Elternteil oder die Großeltern geht. Antonie Schneider hat das Sterben in den Mittelpunkt des Vorlesebuchs Ein Himmel für Oma gestellt.
Valentin und Lena sind begeistert, als ihre Oma gemeinsam mit Kanarienvogel Chaja bei ihnen einzieht. Viel Zeit verbringen sie mit Spielen und Geschichten. Doch es gibt auch Grund zu trauern: Der kleine Flattermann stirbt eines Tages. Ein schwerer Moment für die Kinder.
Gemeinsam mit Oma begraben sie den Vogel. Sie nehmen Abschied und erinnern sich mit Fotos an den treuen Begleiter. Doch auch Oma ist nicht mehr die Jüngste. Sie wird müder, schläft länger und kann immer weniger laufen. Bis sie eines Tages gar nicht mehr aus dem Bett aufsteht. Und eines Morgens steht der Vater dann mit Tränen in den Augen vor den Kindern.
Was Erwachsenen oft so schwer fällt, bekommt in Antonie Schneiders Kinderbuch eine neue Leichtigkeit. Und das nicht nur, weil das Vorlesebilderbuch Ein Himmel für Oma mit farbenfrohen Illustrationen von Betina Gotzen-Beek gestaltet ist. Die Geschichte um Valentin und Lena setzt vor allem auf Offenheit. Und sie begeht nicht den Fehler, den Erwachsene immer wieder machen, weil sie selbst unsicher sind. Stattdessen gesteht sie zu, dass Kinder verstehen können, was Tod bedeutet.
Es geht aber auch darum, offen zu trauern und sich gleichzeitig an die schönen Momente zu erinnern. Mag der Tod auch eine gewisse Endgültigkeit mit sich bringen, so ändert er doch nichts daran, dass das Leben viele fröhliche Zeiten zu bieten hat. Sich daran zu erinnern, ist nicht kompliziert. Ebenso wenig wie das Abschiednehmen am Grab. Es gehört ganz einfach dazu.
Was der Autorin aber mit einfachsten Mitteln gelingt: Sie zeigt mit dem Tod des Vogels und der Oma, dass das Sterben nicht ungewöhnlich ist, sondern zum Leben und Altern gehört. Ein Himmel für Oma ist ein Plädoyer dafür, mit den Gefühlen dieser schweren Zeit nicht hinter dem Berg zu halten, sich den Verstorbenen ganz bewusst ins Gedächtnis zu rufen und über ihn zu sprechen.
Eine Stütze kann das Kinderbuch aber auch Eltern sein. Sterben und zu lernen, damit umzugehen, ist nicht nur für Kinder eine schwierige Aufgabe. Deshalb sind der Geschichte ein paar ganz einfache Ratschläge des Bundesverbandes Kinderhospiz beigegeben. Unter anderem der Tipp, auf einen Trauerfall in der Familie vorzubereiten und nicht erst im Ernstfall zu versuchen, sich damit auseinanderzusetzen.
Titel: Ein Himmel für Oma
Autorin: Antonie Schneider
Illustration: Betina Gotzen-Beek
Verlag: Coppenrath Verlag
Seitenzahl: 27 Seiten
Preis: 11,95 Euro
Erscheinungsdatum: Januar 2010
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