Von news.de-Redakteur Christian Vock
Wer sein dreckiges Auto in die Waschstraße fährt, der ahnt gar nicht, dass er damit vielleicht ein kleines Kunstwerk verhindert. Denn hätte er stattdessen Scott Wade an sein Auto gelassen, könnte er mit einer Mona Lisa durch die Gegend fahren.
Sicher haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis auch so jemanden. Die männliche Variante trägt selbst T-Shirts immer in die Hose gesteckt und krempelt seine Socke beim Fahrradfahren über das rechte Hosenbein. Die weibliche Variante findet man in ihrer Freizeit auf Tupperware-Partys oder beim Bestellen von Haushaltsgeräten bei Homeshopping-Kanälen. Ein Hauptmerkmal aber ist die Eigenschaft, dass er oder sie nicht an verstaubten Möbeln, Bildschirmen oder Fensterscheiben vorbei gehen kann, ohne mit seinem Finger Wörter wie «Sau», «Ferkel» oder «Putz mich!» in die Dreckschicht zu schmieren. Zugegeben, das waren jetzt alles Stereotype. Aber eines kann man mit Sicherheit sagen: Scott Wade ist auch so ein Dreckschreiber.
Vielleicht hat er früher auch seine Freunde mit nervigen Sprüchen auf verstaubten Fernsehern zur Weißglut getrieben. Fakt aber ist, dass er sich inzwischen auf dreckige Autoscheiben konzentriert. Und was er auf diesen so zeichnet, hat mit Spießigkeit überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil - Menschen zahlen Geld dafür, dass Wade ihre dreckigen Autoscheiben bemalt, denn er ist ein «dirty car artist».
Wenn Wade mit einem dreckigen Auto fertig ist, dann strahlt dem Betrachter die Mona Lisa entgegen, eine Gruppe Mariachis oder die San Antonio River Bridge. Mit seiner Kunst, die man auf seiner Webseite in einer großen Galerie bewundern kann, ist er unser heutiger Surftipp.
nak/ivb/news.de