Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré
Der Valentinstag - für die einen ein Tag voll Kitsch und Kommerz, für die anderen das Fest der Liebe. Für Hollywood ist er ein gern gesehener Filmstoff. Und wer, wenn nicht Pretty-Woman-Regisseur Garry Marshall wäre wohl prädestinierter, ein Loblied auf den 14. Februar zu singen?
2003 versammelte Autor und Regisseur Richard Curtis, Drehbuchautor von Notting Hill oder Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück, eine illustre Schar britischer Schauspieler um sich und drehte eine der besten romantischen Komödien in der Geschichte des britischen Films – Tatsächlich ... Liebe.
Sieben Jahre später liefert Garry Marschall, Meister dieses Fachs, mit Valentinstag die amerikanische Version. Liebe steht auch hier im Mittelpunkt. Im Gegensatz zum britischen Pendant wählte Drehbuchautorin Katherine Fugate aber nicht Weihnachten, sondern den titelgebenden Valentinstag als Ausgangspunkt für die Episodengeschichten. Und so unterschiedlich wie die Figuren ist auch die Art, wie sie den Tag der Liebe in Los Angeles begehen.
Als Besitzer des Siena Bouquet, einer Mischung aus Blumengeschäft und Café, ist der Valentinstag für Reed Bennett (Ashton Kutscher) zwar der stressigste, aber auch der gewinnbringendste Tag. Mit einem Heiratsantrag will er ihn auch zum glücklichsten Tag des Jahres machen. Die Begeisterung seiner Freundin Morley (Jessica Alba) hält sich ob dieses Plans allerdings in Grenzen. Reeds beste Freundin Julia (Jennifer Garner) schwebt im siebten Himmel, da sie glaubt, in Doktor Harrison Copeland (Patrick Dempsey) den Mann ihrer Träume gefunden zu haben.
Sport-Agentin Kara Monahan (Jessica Biel) gehört der Fraktion der Valentinstags-Hasser an und organisiert jedes Jahr eine Anti-Party. Dieses Jahr haben ihre Freunde aber besseres zu tun, was die völlig gestresste Kara an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt. Wäre da nicht der gut aussehende und gewitzte Reporter Kelvin Moore (Jamie Foxx), der sich mit einer Exklusiv-Geschichte über Karas Klienten Sean Jackson (Eric Dane) einen Karriereschub erhofft.
Während High-School-Schülerin Grace (Emma Roberts) ganz besondere Pläne für den Tag der Liebe hat - ihr erstes Mal – versucht Liz (Anne Hathaway) krampfhaft ihren wahren Job vor ihrem Date Jason (Topher Grace) geheim zu halten.
Startschwierigkeiten und untergehende Darsteller
Wie bei Tatsächlich ... Liebe sind auch hier die Geschichten aller Figuren auf irgendeine Art, und sei sie noch so klein, miteinander verwoben. Im Gegensatz zum britischen Film hat Valentinstag aber Startschwierigkeiten und holpert die erste halbe Stunde erst einmal vor sich hin. Die Pointen sind spärlich oder zünden nicht, die Einführung der Figuren dauert zu lange und bei einigen Charakteren fehlt einfach die Tiefe. Vielleicht ist es auch der geballten Ladung hochkarätiger Schauspieler geschuldet, dass einige Darsteller untergehen. Sorry, Jessica Alba.
Hat der Film erst einmal Fahrt aufgenommen, überzeugt er durch intelligente und mitunter scharfzüngige Witze, unvorhergesehene Wendungen und rührende Szenen. Jessica Biel liefert als frustrierte und komplett überarbeitete Karrierefrau eine grandiose Vorstellung ab. Jennifer Garner füllt die klischeebelastete Rolle der liebenswürdigen, aber unglücklich verliebten Grundschullehrerin in Blümchenbluse so charmant aus, dass man sich wünscht, Schüler in ihrer Klasse zu sein. Und wenn Anne Hathaways Figur am Telefon die russische Domina gibt, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als zu lachen.
Aber natürlich ist in Valentinstag auch Platz für Moral. So lernen wir, dass Sex nicht gleich Liebe ist; Liebe näher ist, als man manchmal vielleicht glaubt und dass wahre Liebe verzeiht.
Valentinstag tritt an, das Erbe von Tatsächlich ... Liebe zu übernehmen. Garry Marshall, der Mann hinter Hits wie Plötzlich Prinzessin, Pretty Woman oder Die Braut, die sich nicht traut, griff dafür auf Zuschauerlieblinge wie Julia Roberts, Anne Hathaway oder Jessica Alba zurück und würzte seinen Film mit reichlich männlichem Sex-Appeal in Form von Patrick Dempsey, Grey's Anatomy-Kollegen Eric Dane oder Hollywoods neuem Liebling Bradley Cooper.
Sein Ziel, Tatsächlich ... Liebe zu beerben, hat Marshall damit zwar nicht erreicht, herausgekommen ist aber eine hinreißende romantische Komödie mit charmanten Geschichten, viel Witz und einigen Seitenhieben, die in Zukunft für einige gewiß zum jährlichen Valentinstags-Programm gehören wird. Wer den Tag der Liebe aber dennoch kategorisch ablehnt, darf auf die Fortsetzung des Films hoffen, welche Ende des Jahres gedreht werden soll. In dieser stehen dann nicht mehr Los Angeles und der Valentinstag im Mittelpunkt, sondern New York und Silvester. Und natürlich die Liebe. Denn ohne die geht es nun mal nicht.
Titel: Valentinstag
Regisseur: Garry Marshall
Hauptdarsteller: Ashton Kutcher, Jessica Alba, Anne Hathaway, Jennifer Garner, Jessica Biel, Jamie Foxx, Bradley Cooper, Julia Roberts, Emma Roberts, Shirley MacLaine, Kathy Bates, Taylor Lautner, Taylor Swift, Eric Dane, Patrick Dempsey, Hector Elizondo, Topher Grace, Queen Latifah, George Lopez
Spielzeit: 124 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2010
FSK: ohne Altersbeschränkung
Kinostart: 11. Februar 2010