«Ich empfinde es nicht als geklaut»
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Die Romanautorin Helene Hegemann hat die Plagiatsvorwürfe zu ihrem Debüt Axolotl Roadkill relativiert: Sie habe nicht geklaut, weil sie die Textstellen in einen neuen Zusammenhang gesetzt habe. Die beiden betroffenen Verlage wollen sich dagegen gütlich einigen.
«Ich selbst empfinde es nicht als geklaut, weil ich ja das ganze Material in einen völlig anderen und eigenen Kontext eingebaut habe und von vornherein immer damit hausieren gegangen bin, dass eben überhaupt nichts von mir ist», sagte die 17-Jährige der Berliner Morgenpost. Die Entstehung ihres Romans habe «mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation» zu tun.
Sie habe bei der ersten Auflage bemerkt, dass die Danksagungen «total unvollständig» waren und dies für die zweite Auflage ändern lassen. Ihr sei vollkommen klar, «dass der Anspruch der Leute legitim ist, in dem Buch genannt zu werden».
Der Blogger Deef Pirmasens hatte Anfang Februar Parallelen zwischen Passagen aus Hegemanns Buch und dem Roman Strobo des Underground-Autoren Airen festgestellt. Nach den aufkommenden Plagiatsvorwürfen räumte Hegemann ein, «insgesamt eine Seite, ohne sie groß verändern zu müssen, regelrecht abgeschrieben» zu haben.
Einigung in Sicht
Der geschädigte Verlag ist unterdessen bereit, sich mit Hegemanns Verlag gütlich zu einigen. «Wir haben kein Interesse, das Buch von Hegemann schlechtzureden. Es ist ein gutes Buch, darum kommt man nicht herum», sagte Frank Maleu, der Geschäftsführer des Berliner Sukulturverlags. «Aber wenn man Dinge von anderen übernimmt, muss man seine Quellen nennen und zumindest vorher mal fragen.»
Der Autor Airen, 1981 in Bayern geboren, will Maleu zufolge derzeit seinen Namen nicht nennen und nicht öffentlich Stellung zu dem Fall beziehen. Airen prüfe gerade, wie viel Hegemann aus seinem Buch beziehungsweise dem vorausgegangenen Blog übernommen habe, sagte Maleu. «Wir hoffen, dass es diese Woche noch zu einer Klärung kommt.»
Der Ullstein Verlag, in dem Hegemanns Buch erschien, hatte angekündigt, eine Einigung mit Sukultur zu suchen und eine Genehmigung für den Abdruck einzuholen.
tfa/amg/reu/news.de/ddp
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