«Busen-Berlinale» und Jury-Rücktritt
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Von Elke Vogel und Wilfried Mommert
Artikel vom 11.02.2010
Die 60-jährige Geschichte der Berlinale ist reich an Skandalen und Skandälchen - dabei ging es meist um Sex und Politik. News.de dokumentiert die heißesten Auftritte und aufsehenerregendsten Ereignisse.
1961: Der Festivaljahrgang geht als «Busen-Berlinale» in die Geschichte der Internationalen Filmfestspiele ein. «Schuld» daran ist Hollywoodstar Jayne Mansfield. Der Schauspielerin («Zu heiß zum Anfassen») platzt vor versammelter Fotografenschar auf einer wilden Party das Kleid.
1970: Erstmals in der Berlinale-Geschichte wird der Wettbewerb abgebrochen. Auslöser ist der Film o.k. des deutschen Regisseurs Michael Verhoeven über die Vergewaltigung eines Mädchens durch US- Soldaten - das erhitzt zu Zeiten des Vietnamkriegs die Gemüter. Die Jury unter Vorsitz des US-Regisseurs George Stevens zerstreitet sich über die Frage, ob das Werk «unamerikanisch» ist. Am Ende tritt die Jury zurück. Um «schwierige, sperrige und alternative» Filme zu zeigen, wird 1971 das Forum des Internationalen Jungen Films gegründet.
1976: Die Polizei beschlagnahmt den japanischen Film Im Reich der Sinne wegen Pornografie-Verdachts. Unter einem Tarn-Titel wird der Film in einer heimlichen Vorführung dennoch gezeigt.
1979: Die sozialistischen Staaten verlassen protestierend das Festival. Grund ist der amerikanische Vietnam-Kriegsfilm The Deer Hunter - Die durch die Hölle gehen mit Robert De Niro. Die Ostblockdelegationen sehen in dem Film das vietnamesische Volk beleidigt und reisen ab. Das Festival wird mit den restlichen Teilnehmerländern fortgesetzt
1986: Jury-Präsidentin Gina Lollobrigida versucht vergeblich, die Auszeichnung des RAF-Films Stammheim von Reinhard Hauff mit dem Goldenen Bären zu verhindern, den sie als «lousy film» - miesen Film - bezeichnet.
2000: «Leomania» in Berlin. Tausende weibliche Fans lauern tagelang Titanic-Star Leonardo DiCaprio auf. Der Hollywoodschauspieler, der mit Oma und Mama zum Festival kommt, stellt seinen Film The Beach vor. Seinen Anhängerinnen macht er es nicht leicht: In drei Hotels gleichzeitig hat er sich Zimmer reservieren lassen, so dass kreischende Mädchen überall in der Stadt anzutreffen sind.
2001: Mit der Verleihung des Goldenen Bären an das provozierende Erotik-Drama Intimacy des Franzosen Patrice Chéreau beweist die Jury Mut. Wegen seiner teils drastischen Sex-Szenen ist der Film umstritten. Festivalchef Moritz de Hadeln kontert: «Pornografie? Wo leben wir denn. Die Berlinale ist nicht der Vatikan.»
2004: Erstmals seit 18 Jahren geht der Goldene Bär wieder nach Deutschland. Der türkischstämmige Hamburger Fatih Akin gewinnt mit der leidenschaftlichen Liebesgeschichte «Gegen die Wand». Nach der Preisverleihung wird bekannt, dass Hauptdarstellerin Sibel Kekilli in der Vergangenheit Pornofilme gedreht hat. Kekilli geht offensiv mit dem Thema um und die Empörung legt sich schnell wieder.
2005: Die chinesische Schauspielerin Bai Ling sorgt mit ihren selbstbewussten Auftritten in sehr freizügigen Kleidern auf dem roten Teppich für Aufsehen und bekommt dafür den Namen «Berlinackte» verpasst. Überhaupt wird viel Sex gezeigt. Sex mit Wassermelonen gibt es im Wettbewerbsbeitrag The Wayward Cloud aus Taiwan, intimste Details offenbart der US-Beitrag «Inside Deep Throat» über die Entstehung des berühmten Porno-Films.
2006: Matthias Glasners Wettbewerbsbeitrag «Der freie Wille» spaltet das Publikum. Jürgen Vogel spielt darin einen brutalen Vergewaltiger. Seine schauspielerische Leistung wird mit einem Silbernen Bären gewürdigt.
tfa/bla/reu/news.de/dpa
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Tja, wenn ich so an meine zuerst gesehenen Filme denhe? "Das doppelte Lottchen" Ein Hammer... Haute haben diese Lottchen nur noch Doppelte und ich den Hammer-. Ehrlich gesagt. Ich find es schön.
jetzt antwortenKommentar meldenUnd das Übelste ist, dass dieser Mist häufig auch noch mit Millionen an Steuergeldern gefördert wird. Diese Geld wiederum fehlt in der Bildung. Mir scheint, dass sich in Deutschland und Europa gewisse Klientel unter dem Begriff "Kultur" schamlos bereichern. Auf dem "freien Markt" könnten sie mit ihrem Müll nicht bestehen.
jetzt antwortenKommentar meldenSehr selten sehe ich mir deutsche oder andere europäische Filmproduktionen an. Der Grund: AkteurInnen die klar Theater geschult sind. Kameraführung mit plattem deja vú aus Oscarfilmen. Regie die selbstverliebt ein spezielles Augenmerk hat. Special Effects a la Hinterhof. Drehbücher die viel abverlangen, bloss eines nicht: emotionale Logik und Spannung. Viele Jahre ist es her, als ich mich der Aufnahmeprüfung der Wiener Filmakademie stellte. Ich wurde mit den Worten verabschiedet: solche Filmchen können sie in Hollywood machen, wir sind eine künstlerisch anspruchsvolle Institution.
jetzt antwortenKommentar meldenEs entsteht beim lesen der sexinalen Höhepunkte der Berlinale, der Eindruck, dass Vergewaltigung ein Kernthema deutscher bzw. europäischer Filmemacher ist. Ebenso die schier unbewältgbare Vergangenheitsbewältigung. Unbewältigbar, da sich nach Kriegsende die deutschen, österreichischen und andere geschundene Völker und Stämme schweigend dem Wiederaufbau der als kollektive Massenpsychose zu verstehen ist, hingaben. Es lebe Hollywood u Bollywood. Die verstehen es zumindest ohne Vergewaltigung u Porno unterhaltsam zu sein, was von europäischen Filmen in seltensten Fällen behauptet werden kann.
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