Google geht Allianz mit Geheimdienst ein
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Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Artikel vom 04.02.2010
Im Streit um Hacker-Angriffe soll sich Google nun Hilfe holen, ausgerechnet vom größten Geheimdienst der Welt. Eine Kooperation mit der US-amerikanischen NSA soll vergangene Attacken aufklären und zukünftige verhindern. Eine politisch heikle Zusammenarbeit.
Immer wieder ist Google Hacker-Attacken aus China ausgesetzt, nun will sich der Internetkonzern wehren, mit Hilfe des größten Geheimdienstes der Welt, der US-amerikanischen National Security Agency (NSA). Das berichtet die Washington Post. Die Kooperation soll bisherige Attacken aufklären und helfen, zukünftige Angriffe zu verhindern.
Dem Bericht zufolge sollen E-Mails oder Suchanfragen von Google-Nutzern jedoch nicht für Mitarbeiter der NSA zugänglich sein. Für den Bericht, der sich auf Informationen von Insidern stützt, liegt bisher weder von Google, noch von der NSA eine Bestätigung vor.
Satelliten, die Nummernschilder identifizieren können
Wie Spiegel Online schreibt, ist die Zusammenarbeit jedoch so ungewöhnlich nicht. Schon in den Anfangstagen von Google habe es Anfragen von Seiten «verschiedener Geheimdienste» gegeben, die auf Datenzugang und Kooperation abgezielt haben sollen. Google-Gründer Sergey Brin hat 2002 in einem Interview mit dem Magazin jedoch betont, sich auf solche Vereinbarungen nie eingelassen zu haben. Seitdem habe Google wiederholt versichert, Behörden über die Bestimmungen des Prevention of Terrorisms ActUS-amerikanisches Gesetz zur Terror-Bekämpfung. hinaus keinen Zugang zu Daten zu geben.
Die NSA ist der mächtigste US-Geheimdienst und direkt dem Pentagon unterstellt. 1952 wurde sie als Abhör- und Entschlüsselungsstelle für die Streitkräfte gegründet. Heute arbeitet sie mit 120.000 militärischen und zivilen Mitarbeitern und modernster Abhörtechnik, mit der täglich weltweit zig Millionen Telefongespräche und E-Mails aufgefangen werden können. Ihre Aufklärungssatelliten sollen angeblich noch die Nummernschilder von Autos entziffern können.
China will ein «komplett offenes» Internet
Nicht nur Google ist Ziel von Hacker-Angriffen, nach einem Zeitungsbericht spionieren Hacker seit geraumer Zeit auch amerikanische Ölfirmen aus. Wie die Zeitung Christian Science Monitor kürzlich berichtete, seien hochsensible Daten über Ölvorkommen von mindestens drei Firmen auf besonders intelligente Weise geknackt worden. Mindestens eine Spur dieser Attacken führe ebenfalls nach China, sagten Eingeweihte dem Blatt. Es wäre ein weiterer in einer Reihe von Spionagevorwürfen der USA an Peking.
Nach Ansicht der chinesischen Regierung sind Hacker-Angriffe jedoch ein internationales Phänomen, das die internationale Gemeinschaft gemeinsam angehen muss. Auch China sei ein «Opfer von Piraten-Angriffen» im Internet, sagte Außenminister Yang Jiechi in Paris. Er bezog sich damit auf Vorwürfe, dass von China viele Hacker-Angriffe wie der auf Google ausgingen. China sei für ein «komplett offenes» Internet und heiße ausländische Firmen willkommen, solange sie sich an die Gesetze hielten, sagte Yang mit Bezug auf den Streit mit Google.
juz/news.de/dpa
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