Von news.de-Redakteur Christian Vock
King Kong. Der Name klingt schon nach Schwergewicht. Der Kinowelt-Filmverleih bringt unter seinem Arthaus-Label nun eine King Kong Collection mit drei Klassikern in die Läden. Ein sehenswerter Ausflug in die Pionierzeit der Tricktechnik.
So übergroß der Gorilla aus seinen «normalen» Artgenossen herausragt, so sehr heben sich die King-Kong-Filme auch in der Kinogeschichte ab. Alleine die erste und die letzte Verfilmung gelten nicht nur in Bezug auf die Einspielergebnisse als Meilensteine. Damals wie heute zeigen sich die Zuschauer begeistert, wenn die Riesenaffen auf der Leinwand zum Leben erweckt werden. Das war 2005 bei Peter Jackson genauso wie knapp 70 Jahre zuvor als der Ur-Kong das erste Mal im Kino auftauchte.
Papa King Kong
King Kong und die weiße Frau aus dem Jahr 1933 ist nicht nur der erste Auftritt des Riesenaffen, sondern auch der Auftakt der Kollektion. Das Werk von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack führt die Crew um den Regisseur Carl Denham (Robert Armstrong) das erste Mal zu der geheimnisvollen Insel Skull Island von der sie den Riesenaffen entführen, um aus ihm eine Attraktion in New York und somit Geld zu machen. Der Film schlug bei der Uraufführung in den USA ein wie eine Bombe und bildete den Grundstein für für zahlreiche Fortsetzungen.
Noch im gleichen Jahr machten sich Cooper und Schoedsack an die Weiterführung der Geschichte. Nachdem der Affe erschossen wurde, wird Denham nun von Schadenersatzklagen aus New York überhäuft. Also macht sich der Regisseur mit der verbliebenen Crew noch einmal auf nach Skull Island. Hier trifft er auf den Nachwuchs des kolossalen Affen. Die Fortsetzung ist mit knapp 70 Minuten nicht nur deutlich kürzer als der Ur-Kong, Schoedsack geht King Kongs Sohn auch spürbar ruhiger und weniger dramatisch an. Sein Baby-King-Kong zeigt, anders als sein Vater, viel menschlichere Züge wie Schamgefühl.
Den Abschluss der King-Kong-Collection bildet der Abenteuerfilm Panik um King Kong, wieder von Cooper und Schoedsack. 13 Jahre nach dem großen Erfolg von King Kong und die weiße Frau spielt Robert Armstrong diesmal nicht den Regisseur Denham, sondern den Nachtclubbesitzer O'Hara, den seine Suche nach einer neuen Attraktion nach Afrika führt. Dort trifft er die junge Frau Jill Young, die dort nur mit ihrem Riesengorilla Joe lebt. Nach kurzer Überredung folgt ihm das ungewöhnliche Paar nach Hollywood, wo die beiden in O'Haras Show auftreten.
Handgemachte Unterhaltung
Die Filme um den Riesenaffen King Kong sind nicht alleine der vielen verschiedenen Lesarten ein immer wieder sehenswertes Kulturgut. Es geht um Mitgefühl gegen Gier, Zivilisation gegen Wildnis, und nicht zuletzt um die Zähmung der Bestie durch eine Frau. Zwar sind die King-Kong-Film der frühen Jahre nach heutigen Maßstäben keine Offenbarung an Schauspielkunst, aber gerade was Dramaturgie anbelangt, hält King Kong und die weiße Frau auch heute noch der Konkurrenz stand. Das absolut Herausragende der Filme sind jedoch die Spezialeffekte. Alleine ihretwegen lohnt sich schon der Kauf der King-Kong-Sammlung.
Anfang der 1930er Jahre hatte der Film zwar schon laufen gelernt, die Tricktechnik steckte jedoch noch in den Kinderschuhen. King Kong war hier ein richtungsweisender Entwicklungssprung. Zwar wirkt der King-Kong der 1930er zuweilen noch wie ein kleines Kuscheltier und erinnert in der Mimik an die Knetmännchen von Lucy und der Schrecken der Straße, was die Macher damals allerdings in punkto Kulisse, Schnitt- und Animationstechnik geleistet haben, ist ein wahres Bravourstück.
Umso schöner, dass mit der King-Kong-Collection nun eine DVD-Sammlung vorliegt, die uns in die Pinoierzeit der Tricktechnik entführt. Als die Filme noch handgemacht waren und trotzdem bestens unterhalten konnten.
Titel: King Kong Collection
Drei Filme: King Kong und die weiße Frau, King Kongs Sohn, Panik um King Kong
Produktionsjahre 1933 und 1949
Spieldauer: ca. 257 Minuten
Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch; King Kongs Sohn: Englisch mit deutschen Untertiteln
FSK: ab 12 Jahre
Preis: 17,99 Euro
Erscheinungstermin: 4. Februar 2010