GEZ blamiert sich im Internet
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Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Die Gebühreneinzugszentrale würde am liebsten für internetfähige Geräte den vollen Gebührensatz verlangen. Doch für ihren neuen Internetauftritt werden die Gebührenjäger mit Hohn und Spott überschüttet.
Als erstes fällt das neue Logo auf. Lindgrün und nichtssagend gibt es farblich die Richtung vor. Mit dem Internet-Portal gez-meine-meinung.de wollte die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) einen gebührenfinanzierten Schritt in Richtung mehr Kommunikation mit jungen Nutzern gehen. Laut dem Branchendienst Meedia.de verantwortet die Berliner Werbeagentur Media Consulta den neuen Auftritt. Doch der ist vor allem abseits des neuen Markenauftritts gründlich danebengegangen.
Das Forum der Seite war am ersten Tag zwar verschlüsselt, aber mit ein wenig Probieren für jedermann offen einsehbar. Damit wurden neben einigen ernst gemeinten Fragen und Anregungen Hunderte Hasstiraden und Spott-Posts provoziert. Neben den hämischen Wortmeldungen wurden auch dutzendweise Hirngespinste wie «Und wir GEZ halten zusammen. GEZ, Stasi, KGB, Gestapo, CIA, ALLE halten zusammen, versteht Ihr was ich meine, wir sind die Straße, Jungs.» (SuperUser) gepostet. Die Moderatoren des Forums waren offenbar durch den Ansturm der Foren-Trolle überrascht und kamen mit der Arbeit nicht mehr nach.
Die Administratoren hatten auch mit dem Löschen fragwürdiger Nutzeraccounts schwer zu tun. Dazu gab es allen Grund, wie eine Twitter-Nachricht nahelegt. Die darin genannten Nutzernamen waren allesamt auch während des Seitenbesuchs durch news.de eingeloggt. Ein wenig mehr Ruhe dürfte in der Nacht herrschen, die Verantwortlichen haben dem Forum «Öffnungszeiten» von 8 bis 22 Uhr verordnet .
Eigentlich wollte die GEZ mit Mitarbeiter-Blogs und dem neuen Forum Volksnähe demonstrieren. Doch Blog-Einträge wie der von Userin Vera.Z sind eher eine Qual als Erkenntnisgewinn. Leseprobe: «Es geht hier nicht nur - wie ich irrtümlich auch erst dachte - darum, den ganzen Tag Gebühren zu buchen. Jedes einzelne Teilnehmerkonto ist anders, jeder Teilnehmer unterschiedlich, kein Brief wie der vorherige. Die Sachverhalte erfordern oft ‹Sherlock Holmes Qualitäten›.»
Die ersten drei Beiträge jedenfalls lesen sich wie ein Schulaufsatz in der dritten Klasse zum besten Ferienerlebnis. Sinnvollerweise haben sie auch noch alle drei das gleiche Thema. Die Autorinnen arbeiten sich allesamt an Vorurteilen über die Arbeit in der Gebühreneinzugszentrale und die «wirkliche» Arbeit dort ab.
Und nach diesem in vielen Belangen peinlichen Auftakt hat die GEZ wohl nichts an ihrem hausbackenen und bemühten Image unter jungen Menschen verloren. Aber wenigstens die eigenen Mitarbeiter glauben an ihren Arbeitergeber. Vera.Z will in ihrem Weblog weiterhin aufzeigen, dass die «GEZ eine super Firma» ist.
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