Mit Spannung erwartet nicht nur Hollywood die Nominierungen für die diesjährigen Oscars. Gute Chancen haben auf jeden Fall Michael Hanekes Das weiße Band und Christoph Waltz für seine Rolle in Inglorious Basterds. Ein weiterer Favorit: James Cameron.
Hollywood-Star Anne Hathaway (27) lüftet heute das Oscar-Geheimnis. Zusammen mit Tom Sherak, Chef der Filmakademie, wird die Schauspielerin in Los Angeles noch vor Morgengrauen um 5.30 Ortszeit (14.30 MEZ) die mit Spannung erwarteten Nominierungen für Hollywoods höchsten Filmpreis bekanntgeben. Deutschland und Österreich haben mit Michael Hanekes Drama Das Weiße Band und dem schon vielfach preisgekrönten Auftritt von Christoph Waltz in Inglourious Basterds gute Chancen, in die Endrunde zu kommen.
Nach seinem Golden-Globe-Gewinn als bester ausländischer Film hatte Das weiße Band kürzlich eine weitere Hürde im Oscar-Rennen mit Erfolg genommen. Das Schwarz-Weiß-Drama konnte sich auf einer Liste von neun nicht englischsprachigen Filmen platzieren, von denen am Dienstag fünf als Oscar-Anwärter benannt werden. Der deutsche Beitrag tritt gegen Filme aus Argentinien, Australien, Bulgarien, Frankreich, Israel, Kasachstan, Peru und den Niederlanden an.
Zehn statt fünf Anwärter auf die Krone
Der Österreicher Christoph Waltz (53), der in der Nebenrolle als sadistisch-charmanter SS-Mann in Quentin Tarantinos Inglourious Basterds eine ganze Schar von Superstars an die Wand spielte, sahnte bereits viele Preise ab, darunter den Golden Globe und die begehrte SAG-Trophäe des US-Schauspielerverbands. Inglourious Basterds wurde zu großen Teilen im Studio Babelsberg nahe Berlin gedreht.
In der Königskategorie als bester Film konkurrieren in diesem Jahr zehn Kandidaten statt der bislang fünf, also doppelt so viele wie in den übrigen Hauptkategorien. Durch diese Regelung hätten nun mehr «fantastische Filme» eine Chance, die früher aus dem Rennen um den Top-Preis rausfielen, begründete die Oscar-Akademie im vorigen Jahr die Neuerung.
James Cameron hofft auf mehr als nur eine Nominierung
Mit zehn Anwärtern steigt die Nominierungs-Chance für Blockbusterstreifen und Hit-Komödien, ähnlich wie bei den Golden Globes, die traditionell zehn «Beste Filme» allerdings in zwei Kategorien - Drama und Komödie/Musical - berücksichtigen.
James Cameron, der mit seinem Science-Fiction-Spektakel Avatar den Golden Globe für bestes Drama und Regie holte, kann darauf setzen, in beiden Kategorien für einen Oscar nominiert zu werden. Camerons Ex-Ehefrau und Kollegin, Kathryn Bigelow, hatte mit dem Irak-Kriegsfilm Tödliches Kommando - The Hurt Locker am Wochenende den Hauptpreis des Verbandes der US-Regisseure gewonnen und dürfte ebenfalls dort antreten, ebenso Tarantino mit den Basterds und Jason Reitman mit Up in the Air mit George Clooney als vielfliegendem Geschäftsmann. Der Animationsfilm Oben aus der Trickfilmschmiede Pixar gilt ebenso als Top-Ten-Kandidat wie das Sozialdrama Precious.
Steve Martin und Alec Baldwin moderieren die Show
Zu den Favoriten für einen Darstellerpreis zählen Jeff Bridges als saufender Country-Musiker in Crazy Heart, George Clooney (Up in the Air), Morgan Freeman (Invictus), Colin Firth (A Single Man) und Matt Damon als notorischer Lügner in der Komödie Der Informant. Bei den Schauspielerinnen wird Sandra Bullock hoch gehandelt. Mit ihrer Drama-Rolle in The Blind Side holte sie sich bereits den Golden Globe und die SAG-Trophäe. Chancen haben auch Meryl Streep als Starköchin Julia Child in Julie & Julia, Helen Mirren (Ein russischer Sommer), Carey Mulligan (An Education) und Gabourey Sidibe (Precious).
Die Oscars werden am 7. März abends in Hollywood (nach mitteleuropäischer Zeit am 8. März frühmorgens) zum 82. Mal vergeben. Steve Martin und Alec Baldwin werden die Trophäen-Gala gemeinsam moderieren. Die Gewinner der Ehren-Oscars stehen bereits fest. Hollywoodstar Lauren Bacall, Regisseur Roger Corman und Kameramann Gordon Willis waren im November mit dem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. In der großen Oscar-Nacht im März sollen Ausschnitte von der Zeremonie gezeigt werden.
bla/juz/ivb/news.de/dpaWollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?
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