Von news.de-Mitarbeiter Armin Peter
Die Fremdsprachenkenntnisse von Günther Oettinger, Karneval mit Ingrid und Klaus und der neue Film von Bushido - bei Stefan Raab geht das zusammen.
Wenn Stefan Raab ein Jubiläum feiert, muss es schon ein ganz Besonderes sein: 125 Jahre nahtloses Stahlrohr – mit dieser ungewöhnlichen Gedenkminute eröffnet der Showmaster sein Abendprogramm. Gleich darauf schon die erste und entscheidende Attacke auf die Lachmuskeln: In stark schwäbelndem, kaum verständlichem Englisch wurstelt sich Günther Oettinger durch seine Rede vor der Columbia University. Die haarsträubendsten Phrasen von unserem Mann in Brüssel setzt Raab über die ganze Sendung verteilt als Running Gag ein – und die Lacher sind ihm sicher.
Ingrid und Klaus, wieder in ihrer Rolle als spießiges Ehepaar, dürfen ihre Meinung zu den großen und kleinen politischen Ereignissen der Woche loswerden. Leider will bei ihrem Geplänkel nicht so recht Stimmung aufkommen – das allerdings machen gleich im Anschluss Paul Morocco und Olé wett: Die karnevaleske Performance der vier Herren ist der vorgezogene Höhepunkt der Show. Ob Jonglieren mit Gitarren, Trommeleinlagen auf Holzkisten oder der rasche Wechsel von Kleidungsstücken und Hüten – nichts ist vor den Kapriolen der Künstlergruppe sicher.
Warum auf so ein Feuerwerk an Comedy ein kaum verkappter Werbeclip für Stefan Raabs Auswahlsendung zum Eurovision Song Contest ohne jeden komischen Nährwert folgen muss, bleibt rätselhaft. Selbst die Vorführung einiger besonders schräger, ausgemusterter Casting-Kandidaten ist nicht besonders aufregend. Dreh- und Angelpunkt des Clips ist ohnehin die Selbstdarstellung Raabs.
Endlich die Gäste: Wer beim Aufeinandertreffen von Starregisseur Bernd Eichinger und Rüpel-Rapper Bushido auf einen Kulturschock gehofft hat, wird enttäuscht. Zu ähnlich sind sich die beiden: Der Filmemacher erscheint betont lässig in weißen Turnschuhen, der Skandal-Sänger kommt brav gegelt und im bunten T-Shirt. Unspektakulär auch die Konversation. Gut für Raab, dass er in kritischen Momenten stets einen Günther-Oettinger-Ausschnitt oder eine Werbepause parat hat. Bernd Eichinger outet seine Generation als «von Sex, Drugs and Rock’n’Roll geprägt» - um gleich darauf zu versichern, dass er selbst sowohl Drogen als auch Alkohol ablehne.
Bushido plaudert in Stefan Raabs Atempausen manierlich über die Arbeit an seinem neuen Film und hält sich mit flapsigen Sprüchen zurück. Den Imageverlust, den Raab dem Sänger durch die Zusammenarbeit mit Eichinger unterstellt, wischt Bushido lässig vom Tisch: Die eingespielte Filmsequenz zeige den Rapper als ihn selbst – er schlägt einer Frau ins Gesicht. Dies sei alles autobiographisch, wie Bushido nicht ohne Stolz versichert.
twa/reu/news.de
Ein ehemaliges fdj-Mädel ist Kanzlerin!Sagt doch über den Zustand der Republik alles.
jetzt antwortenKommentar meldenStefan Raab ist das Schlimmste, was dem deutschen Fernsehen seit der Einführung des Testbilds passiert ist. Jemand, der unlustige Witze macht auf Kosten von Menschen, die sich nicht wehren können und mithilfe von Inhalten, die er nicht einmal selbst produziert, ist hierzulande ein Star. Das sagt alles.
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