«Brutalität wie am Fließband»
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Von news.de-Mitarbeiter Tobias Köberlein
Artikel vom 27.01.2010
In Zivilcourage spielt Götz George einen Antiquar, der sich mit einem kriminellen Schläger anlegt und dadurch privat wie beruflich aus der Bahn geworfen wird. Im Interview mit news.de spricht er über Mut, seinen Status als Einzelgänger und die Zukunft von Schimanski.
Herr George, in Zivilcourage schreitet Ihre Filmfigur Peter Jordan ein, als ein Mann auf der Straße zusammengeschlagen wird. Würden Sie genauso handeln?
George: Sie meinen, ob ich Zivilcourage habe?
Das auch. Aber ganz konkret: Hätten Sie sich wie Jordan eingemischt?
George: Das kann ich so generell nicht beantworten. Fragen Sie mal die Menschen hier im Raum. Da spielen vielerlei Dinge eine Rolle – die körperliche Verfassung, die Erziehung, das, was ich mit dem Wort Moral bezeichnen würde. Heutzutage erlebt man, dass Kids erst zuschlagen und dann nachdenken. Das heißt: Das Bildungssystem muss verbessert werden und die Kids müssen weg von der Straße.
Das sind alles schon weiterreichende Fragen. Wenn Sie spontan handeln müssen wie Jordan, machen Sie sich darüber wohl erst mal keine Gedanken ...
George: ... doch, zivilcouragierte Menschen schon. Sie müssen sich sehr genau überlegen, was Sie tun. Rufe ich die Polizei oder gehe ich körperlich vor? Da gibt es viele Möglichkeiten. Sie müssen die Situation innerhalb kürzester Zeit genau analysieren. Dass jemand wie Dominik Brunner in der Münchner S-Bahn spontan dazwischen geht, ist ganz selten geworden. Das hängt damit zusammen, dass uns heute diese Moral fehlt. Keiner will dem anderen ans Bein pinkeln. Niemand mischt sich mehr ein.
War das früher denn anders?
George: Ja natürlich. Heute gibt es das Internet. Da kannst du dir an Brutalität abrufen, was du willst. Das ist doch längst nachgewiesen, dass sich Amokläufer mit Gewaltvideos aus dem Internet den letzten Kick geben. Noch dazu kommst du viel leichter an Waffen. Heute gibt es Brutalität wie am Fließband.
Sie meinen, die Gewaltspirale ist eskaliert?
George: Extrem. Es gibt Menschen, die sich bewaffnen, bevor sie in die U-Bahn steigen. Das muss man sich mal vorstellen. Und das bei uns, im Land der Dichter und Denker!
Zivilcourage spielt in Kreuzberg. Gibt es Ecken in Berlin, in die Sie sich nicht mehr trauen?
George: Nein, ich bin ja abgeschirmt. Während des Drehs in Kreuzberg durfte ich nicht einmal die 150 Meter von meinem Wohnwagen bis zum Set ohne meinen Bodyguard zurücklegen. Er ist Türke, ein trainierter Sportler. Er hatte die Order, mich überallhin zu begleiten. Irgendwann habe ich ihm gesagt: «Bleib du mal sitzen. Ich bin ein ausgeschlafener Mann, der sich auch verbal wehren kann.»
War das Filmset richtig abgeriegelt?
George: Nein, das nicht. Aber wir haben in Kreuzberg auf der Straße gedreht. Und um das Set herum standen überall Bodyguards. Das waren Türken, die gebrieft waren einzuschreiten, wenn etwas passiert wäre. Zum Teil spielen sie im Film auch als Statisten mit. Dieses Multi-Kulti in Kreuzberg hat mir schon gefallen. Ich kannte das nicht, weil ich sonst mit mir fremden Menschen nicht so viel zu tun habe. Aber die Türken im Kiez waren liebenswürdig. Die freuten sich richtig, mich zu sehen. Das hat mich schon sehr berührt.
Haben Sie mit den Leuten gesprochen, um zu erfahren, was sie bewegt?
George: Wir haben natürlich miteinander gesprochen. Aber sehen Sie: Bei Promis ist das problematisch. So etwas wirkt immer geheuchelt. Ich habe mich mit den Menschen dort über neutrale Themen unterhalten. Ich wollte niemanden ausfragen und schon gar keine Milieustudie treiben. Wenn ich so vorgegangen wäre, hätten sie mir ohnehin nicht die Wahrheit erzählt. Mir war es wichtig, mich einzugliedern ohne groß aufzufallen.
Peter Jordan verzweifelt im Laufe des Films an der Polizei und der Gerichtsbarkeit, weil ihm nicht geholfen wird. Können Sie das nachvollziehen?
George: Das entspricht wohl der Realität. Und daran scheitert heutzutage oft Zivilcourage. Die Menschen denken darüber nach, was sie selbst für Nachteile haben, wenn sie helfen. Auf einmal stecken sie in einem bürokratischen Apparat fest. Deshalb ist es gut abzuwägen, wie man mit dem Problem an Ort und Stelle umgeht. Ich lebe einen Teil des Jahres auf Sardinien und da bin ich meistens ohne große Kontakte mit anderen Menschen.
Wollen Sie denn gar nicht mehr dauerhaft nach Deutschland zurück?
George: Ich arbeite ja in Deutschland und meine Heimat ist nach wie vor Berlin. Aber dieser Promi-Status und die damit verbundene Presse sind nicht mein Bier. Ich will die Jahre, die mir noch bleiben, möglichst in Ruhe gelassen werden. Das habe ich mir so eingeteilt, weil ich ein introvertierter Mensch bin. Events brauche ich nicht. Auch zu Preisverleihungen gehe ich höchst ungern und nur weil ich muss.
Waren Sie schon immer ein Einzelgänger?
George: Ja, das war immer so. Gleichzeitig bin ich aber auch zu Zivilcourage erzogen worden. Meine ElternVater Heinrich George war einer der bekanntesten Schauspieler in der Weimarer Republik, er starb in einem sowjetischen Internierungslager. waren ja auch prominent. Und sie haben sich immer weit aus dem Fenster gelehnt und klar ihre Meinung gesagt. Auch auf die Gefahr hin anzuecken. Wenn du so etwas als Kind mitbekommst, gehört es später zu deinem eigenen Lebensstil. Courage sorgt für ein Wohlgefühl. Wenn du sagen kannst «ich habe mich nie gedrückt und immer meine Meinung gesagt», dann fährst du später besser in die Grube.
Ihren Schimanski wollen Sie aber noch nicht beerdigen, oder?
George: Nein, im Februar drehen wir einen neuen. Und das machen wir ganz sporadisch weiter. Ich bin aber froh, dass ich den Schimanski nicht mehr drei Mal im Jahr spielen muss wie zu Tatort-Zeiten. Jetzt kann ich mir die Bücher aussuchen. Wenn ein Drehbuch nicht gut ist, wird der Film eben nicht gemacht.
Apropos Tatort: Was halten Sie von den derzeitigen Ermittlern?
George: Bei dem Niveau der heutigen Fernsehfilme ist der Tatort sicher ein Highlight. Die Autoren erzählen gute Geschichten. Und darauf kommt es letztlich an.
bla/reu/news.de
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Ich fand den Film gut, weil er an die Realtät heran kommt, weil er entfernt war von dem eia po peia Traumschiff-Gesäusel oder gut Arztserien-Schmarn. Viele unangenehme Wahrheiten wurden angefasst, gezeigt. Abgesehen von Hass, Gewalt, Aus- und Abgrenzung, usw., auch die resignierte alleinerziehende Mutter, die Scham um's nicht Lesen können kurz vor einem Schulabschluss!! Alleingelassene schangsenlose Jugendliche. Ohnmächtige Polizei und Behörden, die sich reinfuegen. Vermeintliche Freunde und gute Bekannte, die gut schwaetzen aber einen veraten, wenn es darauf ankommt. Recht schonungslos und wahrhaftig unsere Wirklichkeit gezeigt. Danke dafuer, und das ehrlich. Und gut, danke dafuer, weil es Menschen wie diesen Peter Jordan (siehe Domenik Brunner) tatsaechlich doch noch gibt! Danke dafuer, das dieses Mädchen auch Mut und Corage bewies, und dass beide GEMEINSAM das schaffen und nachholen wollen, was Eltern und Schule (unsere Gesellschaft) nicht schaffte! Ich persönlich hatte noch keine Situation, wo es so auf meine Zivilcourage ankam. Doch weiss ich eins, ich bin so erzogen, ich könnte mich nicht mehr im Spiegel sehen, würde ich einknicken oder wegschauen! Joerg Mahrt
jetzt antwortenKommentar meldenNach Zivielcourage schreit die Berliner und Bonner Regierungsgesellschaft, aus ihren gepanzerten Limodinen heraus. Delber keine, aber,,,lass doch andere bezahlen.
jetzt antwortenKommentar meldenAlle Achtung zum Thema, wie auch zur ausgezeichneten Interpretation dieses brisanten Themas. Es sind die Folgen wahnwitziger Experimente, welche durch Druck auf die deutsche Politik von Außenstehenden aber auch unfähigen Politikern (vorallem linksgerichteten) im Lande gesteuert wurde. Eine multikulturelle Gesellschaft zwangsweise aufzubauen funktioniert nicht ohne Verluste auf dem eigenen Terrain. Es sind von der Politik in Deutschland Verhältnisse geschaffen worden, welche in keinem Lande der Welt möglich wären. Es gibt auch heute noch deutsche Politiker die hier entscheiden, aber wo anders Leben. Ein "Trost": Es wird noch schlimmer.
jetzt antwortenKommentar meldenZivil-Courage muss sein! Ich habe mich immer engemischt. Mal auf dieser - mal auf jener Seite. Doch immer, um den Schwächeren zu helfen und deeskalierend zu wirken. Meist verbal - wenn's nicht anders ging - auch körperlich. Verbal bin ich meist 'Sieger' geblieben, sprachen die Fäuste, habe ich auch schon mal Prügel bezogen. Zwei Leute gingen erfolglos mit Messern auf mich los, 1964 und 1997. Blaue Flecke erhielt ich 1980. Ein Stück vom Rippenfleisch hat mir 1981 ein durchgedrehter 'Mofa-Rocker' rausgebissen. Bilde mir ein, durch abwiegelnde Stellungnahme, Schlimmeres verhütet zu haben. UlliBau
jetzt antwortenKommentar meldenDieser Film ist das Produkt von unserer Politik. Ich frage mich was in den letzten 10 Jahen passiert ist. Wir dummen Deutschen glauben noch an das gute, und lassen alles rein und bezahlen es auch noch. Und was ist der Dank wir bekommen noch prügel obendrein und sagen noch danke. Für solche Ausländer würde ich sofort die Zahlungen einstellen , und es den Suppeküchen spenden. Aber dafür ist angeblich keine Geld da. Wir geben Geld für andere aus . und im eigenen Land ist Armut ohne ende pfui pfui pfui
jetzt antwortenKommentar meldenheute keine Change mehr mit Ausländern zu reden schuld ist die BRD die alles reingelassen hat sorry immer noch reinläßt armes Deutschland!"!!!!!VIELEN DANK AN DEN BANANENSTAAT MERKEL UND CO
jetzt antwortenKommentar meldenich bin ja ein götz fan und wie er schon sagt es kommt die Situation an ob mann da chancen hat gegen solche Leute bis jetzt hatte ich dieses problem 3 mal in mein leben wo ich selber auch was abbekommen habe aber naja es kommt auch auf das auftretten an wen mann selbstbewußt auftritt dan haben die Schläger auch bisschen Respekt vor dir und hauen dan ab.unternstrich gesagt würde ich immer helfen wen es nötig ist aber mann solte vorher die Lage checken ob es ernst ist oder nur balkerein unter kollegen.
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