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Eva Padberg drückt die Schulbank (Bild 1/4)
Eva Padberg (Foto)
Foto: news.de
26.01.2010

In ihrer Funktion als Unicef-Botschafterin reiste Eva Padberg im November 2009 nach Burkina Faso - eines der ärmsten Länder der Welt. 2006 war sie bereits in Ruanda unterwegs.

Eva Padberg

Ein Model auf Mission

Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré, Leipzig

Sie ist auf den Laufstegen der Welt zu Hause. Als Unicef-Botschafterin nutzt Eva Padberg ihre Prominenz, um auf Missstände aufmerksam zu machen. An einer Leipziger Schule schildert sie ihre Erlebnisse in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt.

«Ich muss mich jetzt meinen schlimmsten Jugendängsten stellen – einem Vortrag in der Schule», lacht das Model zu Beginn ihres Vortrages über Burkina Faso. Dorthin war die 30-Jährige in ihrer Funktion als Unicef-Botschafterin im November 2009 gereist, um sich von den Lebensumständen der Burkiner ein Bild zu machen. Als Patin der Spendenkampagne «Schulen in Afrika» galt ihr Interesse vor allem den Kindern des Landes.

Den rund 100 anwesenden Schülern der Bernd-Blindow-Schulen Leipzig berichtet sie von den Eindrücken ihrer Reise durch ein Land, dessen Name übersetzt «Land der Aufrechten» bedeutet - und in dem es für Mädchen nicht üblich ist, zur Schule zu gehen. Schon bei den statistischen Fakten ertönt ein leises «Ohhh» aus dem Publikum, als Padberg erwähnt, dass das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Kopf gerade einmal 430 Dollar beträgt.

Auf einer Leinwand zeigt sie Bilder ihrer Reise. Man merkt dem Model, das schon in Paris, Tokio oder New York auf den Laufstegen lief, die Nervosität an, als Padberg ihre Eindrücke schildert. Ihr Blick richtet sich meist auf die Leinwand, ihr Vortrag wirkt phasenweise unstrukturiert. Mehrfach nippt sie an ihrer Tasse, als wolle sie sich beruhigen. Das Publikum erreicht sie dennoch.

Die Kinder erwarten nichts mehr vom Leben

Immer wieder fallen bei Padberg die Worte «schockierend» oder «bedrückend», etwa als sie vom bestialischen Geruch verbrennender Autoreifen in einem Steinbruch nahe der Hauptstadt Ouagadougou erzählt. Dort traf sie einen 14-jährigen Jungen, der von morgens 7 Uhr bis abends 17 Uhr Steine klopft. «Der Besuch des Steinbruchs war mein schlimmstes Erlebnis auf dieser Reise», sagt Padberg.

Als sie den Kindern im Steinbruch die simple Frage stellt, was sie sich im Leben wünschen, bleiben die Antworten aus. «Es ist, als hätten die Kinder dort schon aufgehört, sich etwas zu wünschen», sagt Padberg mit leicht zitternder Stimme und zeigt ein Bild von zwei Jungen, deren Augen erkennen lassen, dass sie nichts vom Leben erwarten. Nicht viel besser sei der Besuch einer Goldmine gewesen, bei dem sie auf Zwölfjährige traf, die für 15 Euro Monatslohn ihre Kindheit aufgeben und durch Chemikalien ihre Gesundheit gefährden.

Dennoch habe es auf ihrer Reise auch Lichtblicke gegeben, erklärt Padberg und erinnert sich an ihren Besuch einer Schule, die in Kooperation von Unicef und terre des hommes errichtet wurde. Mittlerweile würde die Einrichtung allerdings aus allen Nähten platzen. In die Klassenzimmer drängeln sich bis zu 150 Kinder. Erneut ertönt dieses «Ohhhh» im Publikum, das zum Ausdruck bringt, dass die anwesenden Jugendlichen verstanden haben, wie bedrückend die Situation in Burkina Faso sein muss.

«Mach mal Fotos von ihrem Po»

Im Gegensatz zu ihren Gleichaltrigen im Steinbruch haben die Kinder in der Unicef-Schule noch Wünsche. Wenn auch sehr einfache: Bücher, Strom und Ventilatoren stehen auf der Liste ganz oben. «Die Mädchen würden sich zudem sehr über einen Zaun für das Schulgelände freuen», ergänzt Padberg.

Sie entschuldigt sich noch einmal für den konfusen Eindruck, den sie mitunter gemacht haben dürfte, und gibt den Schülern, die Möglichkeit Fragen zu stellen. «Aber bitte nicht zur Fashion Week», scherzt die 30-Jährige und lacht. Die Schüler ergreifen trotz lockerer Atmosphäre dennoch nicht das Wort. «Angst», schlussfolgert das Model später verständnisvoll. Als es um Autogramme geht, sind die Jugendlichen allerdings nicht mehr so ängstlich. «Mach mal Fotos» schallt es aus den hinteren Reihen. «Auch vom Po», fügt ein anderer hinzu.

Auch wenn das Model Eva Padberg vermutlich für einige der verlockendere Grund war, an dem Vortrag über Burkina Faso teilzunehmen, ist die Botschaft über das Elend in einem der ärmsten Länder der Welt bei den Jugendlichen angekommen. Katharina und Sandra, beide 19, empfanden einige der Schilderungen Padbergs als äußerst erschreckend. «Ich habe daran gedacht, wie meine Kindheit mit zwölf Jahren so aussah und was diese Kinder machen müssen, um Geld zu verdienen. Das bewegt einen schon sehr», sagt Sandra.

Eva Padberg posiert noch schnell für Fotos, gibt Autogramme und rauscht dann auch schon wieder ab. Zum Leipziger Rathaus, wo sie einen Scheck für Unicef entgegennehmen wird. 

mas/news.de
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Eva Padberg: Ein Model auf Mission » Medien » Nachrichten
URL : http://www.news.de/medien/855041970/ein-model-auf-mission/1/
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