So., 27.05.12

Clip-Tipp 26.01.2010 Haiti in 360°

Haiti (Foto)
Per Video in den Straßen Haitis unterwegs. Bild: Screenshot/CNN

Von news.de-Redakteur Florian Blaschke

Das Erdbeben in Haiti hat für Schlagzeilen gesorgt und zu Millionenspenden geführt. Doch noch immer weiß kaum jemand, wie es in dem Land derzeit aussieht. Das könnte ein Video nun ändern. Unser Clip-Tipp der Woche.

Ein wenig unscharf fliegen die Häuser vorbei, Menschen, Autos, Trümmer. So also sieht es derzeit auf Haiti aus, nach dem Erdbeben, das so viele Menschenleben gekostet hat.

Zwischen dem 17. und 19. Januar hat sich ein Team der CNN aufgemacht und auf Haiti ein Video gedreht. Kein normales Video, nicht in 2D. Ein 3D-Video, bei dem der Nutzer selbst die Kamera bewegen kann. Haiti in 360-Grad, eine Katastrophe im Panorama-Blick. Und doch: Es bleibt ein Video, wird nicht voyeuristisch, es ist einfach ein weiterer Schritt in der technologischen Entwicklung.

Entstanden ist das aus vier Teilen zusammengeschnittene Video mit dem Kamera-System Dodeca von Immersive Media, der Firma, die auch die Technik für Googles Streetview bereitstellt. Nach Informationen mehrerer Blogs soll die Kamera, die laut Immersive Media mit elf Linsen ausgestattet ist und 30 Bilder pro Sekunde mit einer Auflösung von 2400x1200 Pixeln macht, im Jahr 2007 45.000 Dollar gekostet haben.

Doch stößt diese Technik ebenso wie bei Googles Projekt auch in diesem Fall nicht nur auf Begeisterung. «Irgendwie obszön», twitterte Ekkehard Knörer kürzlich, «aber auch zehnmal innovativer als Avatar - ‹Immersive Media› als Katastrophentourismus.»

Und doch, auch dieses Video bleibt ein Dokument, das hinterfragt werden muss, schreibt auch Jürgen Vielmeyer in seinem Blog: «Ironie des Ganzen: Das erste von vier Videos zeigt nur wenig zerstörte Straßenzüge in Port-au-Prince. Auch ein 360-Grad-Video kann also nur Ausschnitte der Wirklichkeit zeigen.»

Der Link zum Video: http://www.cnn.com/interactive/2010/01/world/haiti.360/index.html

ped/reu/news.de
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