Von news.de-Redakteur Christian Vock
Mit New York, I Love You kommt der zweite Film der Cities-Of-Love-Reihe in die Kinos. Wie schon bei Paris, je t'aime gibt es wieder viele Stars, viele Geschichten und vor allem viel Liebe. Aber auch ein wenig Licht und Schatten.
Zwischen Juli und November 2005 wimmelte es in Paris vor Regisseuren. Sie alle waren dem Ruf der französischen Produzentin Claudie Ossard (Die fabelhafte Welt der Amelie) gefolgt, um ein Porträt der Stadt zu drehen. Herausgekommen sind 18 Kurzfilme über die Liebe in der Stadt der Liebe.
Fünf Jahre später kommt wieder eine filmische Stadtrundfahrt in die Kinos und wieder ist diese hochkarätig besetzt. Für New York, I Love You haben die Produzenten Emmanuel Benbihy und Marina Grasic das Who's who der Schauspielzunft angeworben, um der Stadt am Hudson näher zu kommen: Natalie Portman, Ethan Hawke, Orlando Bloom, Julie Christie oder Andy Garcia, um nur einige zu nennen.
New York und die Liebe
Und wie schon zuvor in Paris je t'aime zoomen die Regisseure einzelne Ausschnitte, kleine Erlebnisse ihrer Figuren heran. Da ist die Geschichte des Taschendiebs, der den falschen Mann beklaut und dann die falsche Frau angräbt. Da ist die jüdische Braut, die plötzlich dem indischen Juwelenhändler näher kommt oder der Musikkomponist, der sich in eine Frau verliebt, von der er nur die Stimme kennt. Hin und wieder überschneiden sich die Filme, laufen sich die Figuren aus den einzelnen Episoden über den Weg. Die Wucht und Intensität von ähnlichen Filmen wie Babel, Magnolia oder L.A. Crash wird dabei aber leider nicht erreicht.
Auch New York, I love You handelt von der Liebe. Die erscheint einmal bizarr und verblüffend wie bei der Geschichte zwischen Robin Wright Penn und Chris Cooper, die ein verführerisches Spiel miteinander treiben oder anrührend wie Fatih Akins Beitrag, bei dem sich ein Künstler in China Town, der seine Bilder mit Sojasoße zeichnet, in die Augen einer Chinesin verliebt. So vielfältig wie die Liebe, so verschieden sind auch die Geschichten, in denen sie zu Tage tritt.
Weißes, intellektuelles und liberales Amerika
Doch das Wichtigste bei der Liebe ist die Frage, ob sie auch erwidert wird. Bei New York, I Love You heißt die Antwort: jein. Die elf Geschichten sind so, wie man sie von den Star-Regisseuren und Schauspielern erwartet: hervorragend gespielt und toll inszeniert. Nicht von durchgehend gleicher Spannung und Originalität, aber auch das war zu erwarten. Auf den Kitsch, der seinerzeit noch durch die Straßen von Paris wehte, wurde hier glücklicherweise verzichtet. New York ist offenbar härter und direkter als sein Pendant an der Seine. Zumindest das New York, das hier in Ansätzen zu sehen ist.
Natürlich kann ein solcher Film nur Ausschnitte zeigen, bleibt die ganze Vielfalt New Yorks nur angedeutet. Aber trotzdem hätten die Filmemacher ein wenig mehr Mut beweisen können, zumal sie neben der Umsetzung einer Liebesgeschichte an nur zwei Regeln gebunden waren: Zum einen sollte jede Geschichte mit einem New Yorker Stadtteil verknüpft sein. Zum anderen sollte jede Episode ungefähr acht Minuten dauern. Dennoch ist das New York, das hier weitgehend gezeigt wird, so, wie es sich der Durchschnittstourist vorstellt. Soho, Central Park, Manhatten. Viel weißes, intellektuelles und liberales Amerika. Es bleibt spannend, wie die anderen Filme der Cities-Of-Love-Reihe das Konzept umsetzen werden. Rio de Janeiro, Shanghai und Jerusalem stehen noch aus.
New York, I love You ist weniger ein Film über New York als vielmehr ein Film über die Liebe. Er ist ein wenig wie die weltbekannten «I-Love-NY»-T-Shirts, wo anstelle des Love ein rotes Herz steht. Wer sie trägt will allen zeigen: «Ich kenne New York!» Meistens aber tut er es eben nicht.
Titel: New York, I Love You
Regie: Diverse
Darsteller: Natalie Portman, Ethan Hawke, James Caan, Bradley Cooper, Shia LaBeouf, Maggie Q
Filmlänge: 103 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 28. Januar 2010
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